Voria-Casino-Projekt in Athen wird neuer Standort des Mont Parnes Casinos

Veröffentlicht am: 16. November 2021, 02:04 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 16. November 2021, 02:04 Uhr.

Die griechische Regierung hat den Umzug des Mont Parnes Casinos in Attika in den Athener Stadtteil Maroussi beschlossen. Das Casino soll Teil des Resorts „Voria“ auf einem 55 Hektar großen Grundstück werden. Die Kosten des Projekts sollen 250 Mio. Euro betragen. Dies berichtete das griechische Nachrichtenportal Radar [Seite auf Griechisch] am Montag.

Regency Resort, Gebäude
Das neue Casino-Resort soll den Athener Stadtteil Maroussi aufwerten. (Bild: youtube.com)

Die griechische Glücksspielbehörde Gambling Supervision and Control Committee (GSC) habe das Projekt bereits abgesegnet, denn die Verlagerung in die Stadt stärke das legale Glücksspiel und trage zudem zur Entwicklung der Region bei.

Sollte der Lizenzierungsprozess reibungslos ablaufen, werde das Resort innerhalb der kommenden drei Jahre fertiggestellt. Voria werde voraussichtlich 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Die bestehenden Jobs im Casino Mont Parnes sollen erhalten bleiben.

Der Umzug des Casinos Mont Parnes erfolgt nach Entscheidung des Unternehmens Hellenic Casino Parnitha SA. 49 % der Anteile gehören dem griechischen Staat. Die übrigen 51 % gehören dem Athens Resort Casino, an dem Regency Entertainment mit 70 % und Karenia Enterprises mit 30 % beteiligt sind.

Das Video [Video auf Griechisch] bietet einen Einblick in das Casino-Resort-Projekt:

Was beinhaltet das Voria-Projekt?

Neben dem Casino soll der hochmoderne Tourismus-Freizeitkomplex „Voria“ ein Luxushotel, Veranstaltungsstätten, Gastronomie, vielfältige Unterhaltungsmöglichkeiten und eine Tiefgarage umfassen.

Die lange Geschichte des Casinos Mont Parnes

Zwischen 1956 und 1960 erstellte die Regierung unter Konstantinos Karamanlis einen Plan für die Entwicklung der Tourismusinfrastruktur des Landes. Mont Parnes sollte als Zugpferd der griechischen Tourismusindustrie fungieren. Die Aktivitäten in den Bergen Attikas und die Nähe zur Hauptstadt sollten gewährleisten, dass sich das Gebiet zum touristischen Zentrum entwickelt.

Geplant waren Bungalows, Restaurants, ein Theater und Sportanlagen. Das Projekt gewann vom ersten Moment an glühende Anhänger und fanatische Gegner. Viele bezeichneten es als „großartig“. Die Linke hingegen sprach damals von „einem Paradies für Haie des Reichtums“ und einem „Palast, den Karamanlis mit dem Blut des Volkes gebaut hat“.

Parnitha Casino, Gebäude, Berge
Die Berglandschaft von Parnitha sollte sich zum touristischen Hotspot entwickeln. (Bild: Regency Casino Mont Parnes)

Mont Parnes erlangte nicht die Wertschätzung der wohlhabenden Kunden, an die es adressiert war. Für die Regierung wurde es schnell zur Belastung. 1963 hatte das Hotel weniger Gäste als Personal. So wurde sein Winterbetrieb ab der Saison 1963-1964 unterbrochen und öffnete nur in den Sommermonaten als Zufluchtsort für Paare der damals neureichen Athener Gesellschaft.

Unter der Diktatur im Jahre 1967 wurde das Hotel in ein Casino umgebaut. Damals gab es nur auf Rhodos und Korfu Spielbanken. Das Casino in Parnitha richtete sich an die Athener Bevölkerung. Als 1995 das Casino in Loutraki eröffnete, verlor Mont Parnes seinen Glanz.

Das geschichtsträchtige Casino Mont Parnes liegt im Parnitha-Nationalpark, der im Sommer dieses Jahres zu einem großen Teil dem Feuer zum Opfer fiel. Jedes Jahr seien 1,5 Mio. Euro für den Schutz und die Aufforstung des Naturschutzgebiets vorgesehen. Auch die Finanzierung des Unterhalt für die Seilbahn, die die Besucher zum Casino bringt, sei für die kommenden Jahre gesichert.

Zudem solle für die vollständige Wiederherstellung der Naturlandschaft des Parnitha-Nationalparks gesorgt werden. Das Grundstück und das Gebäude des alten Mont-Parnes-Casinos sollen künftig der Gemeinde Attikas zur Verfügung gestellt werden.