Portugal disku­tiert ein Ver­bot von Glücks­spiel­werbung

Posted on: 01/10/2025, 02:33h. 

Last updated on: 30/09/2025, 08:44h.

  • In Portugal könnte es in naher Zukunft zu einem Verbot von Glücksspielwerbung kommen.
  • Im Gespräch ist auch die Einrichtung eines Sperrregisters für Problemspieler.
  • Das Parlament stimmte einer entsprechenden Debatte zu.

In dem Land legte der Markt für Online-Glücksspiel zuletzt mit einem Plus von annähernd 10 % kräftig zu. Vor diesem Hintergrund werden die Rufe nach einem besseren Spielerschutz lauter. Deshalb wird im Parlament nun über ein mögliches Verbot von Glücksspielwerbung in Portugal diskutiert.

Droht ein Ende der Glücksspielwerbung? (Bild: Pixabay/b1-foto) Portugiesische Fahne
Droht ein Ende der Glücksspielwerbung? (Bild: Pixabay/b1-foto)

Die Parlamentarier debattieren bald über eine erhebliche Verschärfung der Werberegeln, um Problemspieler nachhaltig vor finanziellen Verlusten zu schützen. Dabei ist auch ein Komplettverbot der Werbung für das Online-Spiel im Gespräch.

Eingebracht worden war das Thema von der Partei Livre. Diese befürwortet ein deutlich strengeres Glücksspielgesetz.

In dem Antrag wird zur Begründung erklärt:

Der Zweck der Regulierung von Online-Glücksspielwerbung ist es, Menschen und Familien zu schützen. Es geht nicht darum, zu verbieten, sondern Regeln aufzustellen, damit der Profit einiger weniger nicht das Leben anderer zerstört. Werbung für Glücksspiele ist allgegenwärtig – und sie zerstört Leben.

Das Problem betreffe besonders Menschen mit Spielsucht. Die allgegenwärtige Werbung mache es ihnen überaus schwer, der Versuchung zu widerstehen. Dies sei nicht hinzunehmen, so die Politiker. Ein mögliches Verbot sei deshalb keine Zensur, sondern ein notwendiger Akt zum Spielerschutz.

Aus diesem Grund wenden sich die Abgeordneten ebenfalls gegen Influencer-Werbung für Glücksspiel. Dazu müssten Promotions und Boni deutlich reduziert werden.

Weitere Verschärfung steht nicht zur Debatte

Auch wenn nun über ein Werbeverbot diskutiert wird, erlitten die Livre-Politiker einen Rückschlag. Sie hatten darüber hinaus weitere einschränkende Maßnahmen gefordert.

Ein besonderes Anliegen war die Einschränkungen oder das Verbot des Verkaufs von Rubbellosen in sozialen und Gesundheitseinrichtungen. Dies wurde von den Parlamentariern abgelehnt, sodass die Lottoprodukte weiter überall verkäuflich sind.

Portugals Verband für Online-Wetten und -Glücksspiel (APAJO) sprach sich bereits gegen die Vorschläge aus. Er kritisiert, dass ein Verbot lediglich dem Schwarzmarkt nütze.

Demnach sei das aktive Marketing eine probate Möglichkeit, um Verbrauchern die Unterscheidung zwischen lizenzierten und nicht lizenzierten Anbietern zu ermöglichen. Ob das Parlament dies ähnlich sieht, wird sich in den kommenden Monaten herausstellen.