Glücksspiel-Konzern 888 meldet Umsatzeinbruch

Veröffentlicht am: 20. April 2022, 01:05 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 20. April 2022, 01:06 Uhr.

Der in Gibraltar ansässige Glücksspiel-Konzern 888 Holdings hat am heutigen Mittwoch seine jüngsten Geschäftszahlen veröffentlicht. Wie aus der Meldung [Seite auf Englisch] hervorgeht, habe der Konzern im ersten Quartal 2022 einen Umsatzrückgang von 18 % im Vergleich zu Q1 2021 verbucht. Verglichen mit Q4 2021 hingegen lasse sich ein leichtes Umsatzwachstum von 1 % feststellen.

Gestapelte Geldmünzen mit 50 Euro Banknote als gefaltetes Dach
888 Holdings ist zuversichtlich, in der zweiten Jahreshälfte wieder ein Umsatzwachstum zu verzeichnen (Bild: Piqsels)

Einen Großteil der Gesamtumsätze von 888 Holdings stamme aus dem Bereich Online-Casino. Im ersten Quartal dieses Jahres habe das B2C-iGaming-Segment des Konzerns insgesamt 191 Mio. Euro Umsatz generiert. Im Vorjahreszeitraum seien es 221 Mio. Euro gewesen, was einem Umsatzeinbruch von 14 % entspreche.

Einen noch größeren Umsatzsturz von -42 % habe das Sportwetten-Segment erleiden müssen. Hätten die Sportwetten in Q1 2021 noch 42 Mio. Euro Umsatz generiert, seien es in Q1 2022 nur 24 % gewesen. Als Grund dafür nennt das Unternehmen seinen Rückzug aus einem seiner Kernmärkte, den Niederlanden.

Das Online-Glücksspiel ist in den Niederlanden seit Anfang Oktober 2021 legal. Seither hat die Glücksspiel-Behörde Kansspelautoriteit KSA an 18 nationale und internationale Online-Glücksspiel-Betreiber Lizenzen vergeben. 888 Holdings gehört nicht dazu. Bevor sich der Konzern um eine der Lizenzen bewerben kann, muss die sogenannte „Cooling-off“-Periode ablaufen. So sieht das niederländische Gesetz vor, dass sich Glücksspiel-Firmen, die ohne Lizenz und damit illegal in den Niederlanden aktiv waren, sich mindestens sechs Monate vom Markt zurückziehen müssen, bevor ein legaler Eintritt möglich ist.

888 Holdings habe im Jahresvergleich auch in seinem deutlich kleineren B2B-Segment einen Umsatzrückgang von 10 Mio. Euro auf 9 Mio. Euro (-6 %) verbuchen müssen. Im Vergleich zu Q4 2021 seien es -2 % gewesen. Grund dafür sei die Verschärfung einiger Regelungen in Großbritannien. Dort beliefere 888 insbesondere den Bingo-Markt.

Positive Zukunfts-Prognosen

Laut 888-Chef Itai Pazner seien die jüngsten Geschäftszahlen keineswegs Grund zur Sorge. Der Konzern sei dabei, sich neu zu strukturieren und zu wachsen. Der Erwerb neuer Lizenzen sowie anderer Unternehmen habe zwar hohe Kosten verursacht, werde sich aber langfristig zweifelsfrei auszahlen, betont der CEO.

Der Beginn des Jahres 2022 war eine sehr intensive Wachstumsphase für 888. Wir haben in Michigan und Ontario gelauncht und starten im Mai in Virginia durch. Jetzt, wo wir die Übernahme-Vereinbarung mit William Hill modifiziert haben, […] sind wir wieder im Zeitplan, den Kauf bis Juni abzuschließen und weiterhin unsere Pläne umzusetzen, ein globaler Marktführer für Online-Glücksspiel und -Sportwetten zu werden.

Pazner sei zuversichtlich, im zweiten Halbjahr 2022 wieder ein merkliches Umsatzwachstum verzeichnen zu können. Geplant sei nicht nur der Launch in weiteren US-Bundesstaaten sowie den Niederlanden, sondern auch eine Sondierung des potenziellen afrikanischen Marktes.

Erst Ende März hatte 888 den Launch des neuen Joint-Ventures 888AFRICA angekündigt, an welchem sich neben 888 mehrere ehemalige Manager der australischen Stars Group beteiligten.

Trotz des Optimismus’ des Konzerns machten die jüngsten Geschäftszahlen sich heute an der Börse negativ bemerkbar. So sank der Wert der 888-Aktien um knapp 3,3 %. Der Aktienkurs des Unternehmens hat sich in den letzten Jahren jedoch immer wieder von zum Teil starken Einbrüchen erholt.