Weniger Umsätze: Deutscher Sportwetten­markt bricht stark ein

Veröffentlicht am: 10. Februar 2021, 11:01 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. Februar 2021, 11:01 Uhr.

Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) hat einen starken Einbruch des deutschen Sportwettengeschäfts gemeldet. Die Gesamtumsätze der Branche beliefen sich im Corona-Jahr 2020 auf 7,8 Milliarden Euro und seien damit um 16 % zurückgegangen.

Verzweifelte Person
Die Sportwettenbranche soll finanziell angeschlagen sein. (Quelle: Pixabay)

Noch im Jahre 2019 habe der Umsatz bei 9,3 Milliarden Euro gelegen, erklärte der Verband unter Berufung auf die Sportwettsteuerzahlen des Bundesfinanzministeriums. Verantwortlich für das Minus sei der Ausfall von Sport-Events und die Schließung von Wettannahmestellen während des Corona-Lockdowns.

Die abgeführten Sportwettensteuern für das Jahr 2020 beziffert der DSWV auf 389 Millionen Euro. Im Jahre 2019 seien noch Steuerabgaben in Höhe von 464 Millionen Euro an den Staat geflossen.

Sportwettenbranche kein Krisengewinner

Im Rahmen der gestrigen Jahres-Pressekonferenz wehrte sich DSWV-Präsident Mathias Dahms deshalb gegen die Behauptung, die Sportwettenbranche sei ein Gewinner der Corona-Krise. Diese Mutmaßung sei falsch, erklärte der Branchenfunktionär:

Das genaue Gegenteil ist der Fall. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020, als alle europäischen Ligen ihren Spielbetrieb eingestellt hatten, ist der deutsche Sportwettenmarkt vollständig zusammengebrochen: im April um 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Mai um 75 Prozent. Ohne Sport kann es logischerweise auch keine Sportwette geben.

Aufgrund der ausgefallenen Umsätze und Lockdowns müssten 25.000 Mitarbeiter im Sportwettensektor um ihre Arbeitsplätze bangen, so Dahms weiter. Die Betreiber von Wettbüros fürchteten um ihre unternehmerische Existenz. Unter Berücksichtigung von Hygieneauflagen müsse der Geschäftsbetrieb deshalb in den kommenden Monaten wieder ermöglicht werden.

Glücksspielregulierung in der Kritik

In den Fokus der Kritik geriet auch die Übergangsregulierung für Online-Glücksspiele, die das Spielen im Internet bis zum Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrages am 1. Juli 2021 unter strengen Auflagen gestattet.

Die verschärften Regeln, beispielsweise eine monatliche Einzahlungsgrenze von 1.000 Euro, habe zu einer Abwanderung der Verbraucher zu Schwarzmarktanbietern geführt, die in Asien oder der Karibik ansässig seien:

Es wird deutlich, dass die strengen Regelungen für virtuelle Automatenspiele den Markt quasi über Nacht wegkanalisiert haben – leider in die falsche Richtung. Es ist unrealistisch zu glauben, dass deutsche Kunden sich mit den überbordenden Restriktionen des Staatsvertrags anfreunden und zu lizenzierten Anbietern zurückkommen werden (…).

Laut Dahms müsse die Politik deshalb unbedingt nachbessern und den Vollzug gegen illegale Betreiber verbessern. Sonst drohe ein Rückzug regulierungswilliger Anbieter. Verbessern müsse sich überdies das Vergabeverfahren für Sportwettenkonzessionen. Dieses sei ins Stocken geraten, sodass 40 Konzessionsanträge seit Monaten nicht beschieden worden seien.