Trotz stabiler Finanzlage: William Hill-Führung verzichtet auf Gehalts­erhöhungen und Bonuszahlungen

Veröffentlicht am: 10. April 2020, 10:58 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. April 2020, 10:58 Uhr.

Der britische Buchmacher William Hill hat angekündigt, geplante Gehaltssteigerungen und Bonuszahlungen an seine oberen Führungskräfte aussetzen zu wollen. Dies hat das Unternehmen am Mittwoch bekannt gegeben. Die Royal Bank of Canada hat dem Unternehmen unterdessen eine stabile Finanzsituation bestätigt.

William Hill-Filiale
Der Glücksspiel-Anbieter ist finanziell gut aufgestellt (flickr.com, Mikey)

Performance Share Plan ausgesetzt

Damit werde der Performance Share Plan, der am 09. März beschlossen worden war, ausgesetzt. Der Entschluss betreffe den Geschäftsführer Ulrik Bengtsson, den neuernannten Finanzdirektor Matt Ashley sowie alle Mitglieder der oberen Führungsebene.

Die Ankündigung erfolgte aufgrund der angespannten Marktsituation angesichts der Corona-Krise noch vor der geplanten Hauptversammlung, die für den 15. Mai angesetzt sei.

Die Gehälter der Mitarbeiter, die von Filialschließungen betroffen sind, würden derweil voll weitergezahlt, sagte Lynne Weedall vom William Hill Remuneration Committee [Seite auf Englisch]:

„Wir verstehen, dass das Einkommen aus diesen Positionen für viele Mitarbeiter und ihre Familien wichtig ist. Deshalb haben wir uns entschlossen, die Löhne der beurlaubten Kollegen vorerst auf 100 % des normalen Gehaltsniveaus aufzustocken.”

Royal Bank of Canada: William Hill ist gut aufgestellt

Grundlage für die Entscheidung über Gehaltszahlungen und Boni sei die Prognose für das Jahr 2020 gewesen, die William Hill erst im März veröffentlicht hatte. Demnach erwarte das Unternehmen Verluste zwischen 100 und 110 Millionen GBP (ca. 114 und 125 Millionen Euro).

Die Royal Bank of Canada (RBC) hat dem Unternehmen unterdessen eine gute finanzielle Situation bestätigt. Der Buchmacher verfüge über genügend Liquidität, um ein ganzes Krisenjahr zu überstehen. Dies ist sicherlich vor allem seinem hervorragenden Umsatz im Jahr 2019 zu verdanken.

Damit biete das Unternehmen trotz seiner gefallenen Börsenwerte bessere Aussichten als andere britische Glücksspielunternehmen. Auch wenn zu erwarten sei, dass das Unternehmen nicht all seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen könne, würden Banken angesichts seiner sonst stabilen Situation voraussichtlich flexibel reagieren.

Der Einschätzung der RBC zufolge, sei das Glücksspiel-Segment derweil das am besten positionierte Segment im Freizeit-Sektor. Die Bank hält den Kauf von Anteilen an Glücksspiel-Unternehmen wegen des erwarteten Wachstums für eine attraktive Anlagemöglichkeit.

Über die geplanten Änderungen hinsichtlich der Gehalts- und Bonuszahlungen müsse noch in der Hauptversammlung am 15. Mai 2020 abgestimmt werden.