Südtirol startet Pro­gramm zum Schutz vor Problem­spiel

Posted on: 16/07/2025, 10:30h. 

Last updated on: 16/07/2025, 10:31h.

  • In Südtirol soll die Bevölkerung besser vor dem Problemspiel geschützt werden.
  • Glücksspiel-Ausgaben liegen bei annähernd 1.000 Euro je Einwohner.
  • Die Landesregierung genehmigte ein Maßnahmenpaket.

Die Landesregierung von Südtirol will die Sicherheit beim Glücksspiel steigern und hat sich deshalb mit dem Problemspiel befasst. Um die Bevölkerung vor den schädlichen Auswirkungen des Spiels besser zu schützen, initiierte sie eine Reihe von Maßnahmen.

depressiver Mann
Problemspiel betrifft viele Südtiroler (Symbolbild: Pixabay)

In der Region wird mit dem terrestrischen und Online-Glücksspiel jährlich rund eine Milliarde Euro umgesetzt. Bezogen auf die Bevölkerung entspricht dies Ausgaben von knapp 1.000 Euro pro Kopf, bei steigender Tendenz.

Mit den wachsenden Umsätzen verbunden ist eine zunehmende Gefahr von Problemspiel und Spielsucht, wogegen die Landesregierung nun aktiv ansteuern will. Dazu wurde ein von dem Gesundheitslandesrat Hubert Messner initiierter Vorschlag angenommen.

Die Regierung verabschiedete einen Landesplan zur Bekämpfung von pathologischer Spielsucht bis zum Jahr 2028. In diesem wurden in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe “Netzwerk Spielsucht” Strategien zur Prävention, Behandlung und zur Forschung von Glücksspielsucht zusammengefasst. Für die Umsetzung ist eine enge Kooperation von staatlichen Gesundheitsstellen, Spielerschutz-Organisationen und Wissenschaftlern vorgesehen.

Ein wichtiges Ziel der Kampagne ist die Sensibilisierung der Bevölkerung für mögliche Risiken. Dies wird nach Aussage der Politiker gerade im Hinblick auf den rasant wachsenden Online-Markt immer wichtiger.

Um besonders Jüngere zu schützen, soll die Aufklärung in Schulen verbessert werden. Auch Ältere und Menschen mit Migrationshintergrund sollen direkt auf die Gefahren des Problemspiels angesprochen werden. Dazu kommt ein Ausbau des Beratungsangebots.

Bessere Behandlung von Problemspiel in Südtirol

Über den informativen Aspekt hinaus legt die Landesregierung einen Fokus auf Behandlung und Therapie der Spielsucht. Dabei soll das Angebot an ambulanten und stationären Diensten ausgebaut werden. Neben den Betroffenen könnten diese auch deren Angehörigen helfen.

Zur Bedeutung des Maßnahmenpakets erklärte Messner:

Spielsucht ist oft unsichtbar, aber trotzdem gefährlich. Der neue Plan enthält eine klare Strategie und koordiniert alle Akteure, um ein starkes Netz aus Vorsorge, Hilfe und Aufklärung zu schaffen.

Problemspiel betreffe oft Menschen in schwierigen Lebenslagen. Deshalb beinhalte der neue Plan auch soziale Verantwortung und biete konkrete Hilfen an, ergänzte Soziallandesrätin Rosmarie Pamer.

Die geplanten Schritte sollen durch wissenschaftliche Erkenntnisse untermauert werden. Dazu ist für das Jahr 2027 eine landesweite Studie geplant. In dieser sollen der wachsende Trend zum Online-Glücksspiel sowie das Risiko von abgebrochenen Spielsucht-Therapien untersucht werden.