US-Glücksspiel­verband fordert mehr Spieler­schutz in der Werbung

Veröffentlicht am: 4. August 2021, 12:15 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 4. August 2021, 01:05 Uhr.

Der US-Glücksspielverband American Gaming Association (AGA) setzt sich für einen verstärkten Spielerschutz in der Werbung ein. Der Verband hat die Behörden gestern aufgefordert, die Einblendung von Nothilfe-Hotlines in der Werbung der Anbieter zu erleichtern. Zugleich regte er die Schaffung einer national einheitlichen Hotline an.

Games Hotline Grafik
Der Glücksspielverband setzt sich für eine einheitliche Hotline ein. (Bild: Twitter/GamesHotline)

Der Vorschlag der AGA solle insbesondere bei landesweiten Kampagnen der Glücksspielanbieter für einen höheren Schutz der Spieler sorgen. Derzeit erschwerten die nicht einheitliche Regelungen der Bundesstaaten die Einblendung von Hotlines, bei denen gefährdete Spieler telefonisch Hilfe finden könnten.

AGA-Vizepräsidentin Jessica Feil hob in einem Statement das derzeitige Problem hervor:

Die Hotlines für Glücksspielprobleme sind eine wichtige Ressource für diejenigen, die Hilfe benötigen. Leider schaffen lange Listen landesspezifischer Hotlines in nationalen Anzeigen Barrieren für diejenigen, die Hilfe suchen, obwohl wir diese kritischen Ressourcen leicht zugänglich machen sollten.

Die Einrichtung einer nationalen Hotline sei die beste Lösung, um Betroffenen die nötige Unterstützung zu bieten. Dies sei im Interesse der lizenzierten Anbieter, die für ein verantwortungsvolles Spiel eintreten.

Staatlich verordnete Hürden?

Derzeit sei es jedoch so, dass in den einzelnen Staaten unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich der Einblendung von Informationen in die Werbung gelten. Dies sei zwar unerlässlich zur Regulierung lokaler Print- und TV-Spots, führe aber bei nationalen Werbekampagnen zu einem Dickicht verschiedener Vorschriften.

Der Regulierungsdschungel trage zu einer reduzierten Wahrnehmung der Hilfsangebote bei. So müssten landesweit Dutzende unterschiedlicher lokaler Hotline-Nummern eingeblendet werden, was deren Lesbarkeit erheblich erschwere.

Der US-Hilfsorganisation für Spielsüchte NAFGAH zufolge sind etwa 2,6 Millionen US-Bürger von einer Form der Spielsucht [Seite auf Englisch] betroffen. Die Organisation geht davon aus, dass die finanziellen Schäden der rund 10 Millionen Spieler jährlich 6 Milliarden USD betragen.

Die Vielzahl der gezeigten Nummern verunsichere zudem Problemspieler. Diese wüssten oft nicht, an wen sie sich in ihrem speziellen Fall zu wenden hätten. Zusätzlich werde die Verwirrung gesteigert, wenn Anbieter neben dem Telefon auf moderne Informationskanäle wie SMS oder Online-Chat hinweisen wollten.

Feil weist darauf hin, dass die Problematik in Zukunft zunehmen werde. Glücksspiel sei ein wachsender Markt. Deshalb müsse sichergestellt werden, dass alle, die Hilfe suchten, diese auch bekämen. Ein modernisiertes, einheitliches Hotline-Konzept sei dafür die beste Lösung.