Philippinen: Beamte kommen nicht an mil­lionen­schwere Casino-Gewinne

Posted on: 09/09/2025, 04:41h. 

Last updated on: 08/09/2025, 03:44h.

  • Beamte warten auf den Philippinen auf Casino-Gewinne in Millionenhöhe.
  • Glücksspielbehörde verweigert ihnen aufgrund des Spielverbots die Auszahlung.
  • Betroffenen drohen darüber hinaus disziplinarische Konsequenzen.

Das Glücksspielverbot für Staatsbedienstete hat für die Betroffenen weitreichende Konsequenzen. Nach Angaben der Glücksspielbehörde werden Casino-Gewinne für Beamte in Millionenhöhe derzeit zurückgehalten. Ob sich die Spieler irgendwann an den Geldern erfreuen können, ist äußerst ungewiss.

Jetons im Casino
Die Gewinne werden nicht ausbezahlt (Bild: Pixabay)

Am Wochenende gab PAGCOR die Sperrung von Auszahlungen in Höhe von über 200 Mio. PHP (3 Mio. Euro) bekannt. Die Gelder waren von den Staatsbediensteten in Casinos gewonnen worden.

Da die mit öffentlichen Geldern bezahlten Personen seit einigen Wochen einem Glücksspielverbot unterliegen, dürfen sie keine landbasierten Spielstätten betreten oder am Online-Glücksspiel teilnehmen. Der PAGCOR-Geschäftsführer Alejandro Tengco erklärte dazu:

In diesem Jahr haben wir bis Juli mehr als 200 Millionen PHP für ungültig erklärt oder keine Gewinne an diese Personen ausgezahlt, die unter das Verbot fallen. Selbst wenn sie Einspruch einlegen, werden wir ihnen ihre Gewinne niemals auszahlen.

Laut lokalen Medienberichten sind sowohl gewählte Kommunalpolitiker als auch Regierungsbeamte und andere im öffentlichen Dienst Beschäftigte von der Maßnahme betroffen. Aufgrund des offiziellen Dekrets beruft sich die Behörde auf die Rechtmäßigkeit ihrer Weigerung.

Von juristischen Schritten gegen dieses Vorgehen ist bisher nichts bekannt. Die eindeutigen Aussagen Tengcos zum Thema dürften dafür sorgen, dass Betroffene die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Klage als gering einschätzen.

Behörde gegen wachsende Aktivitäten

Der Grund für das harte Vorgehen dürfte in den hohen Glücksspielaktivitäten der Beschäftigten begründet liegen. Dabei handelt es sich nicht nur um Casino-Besuche der Beamten.

Darüber hinaus scheint das Spiel im Internet ebenfalls attraktiv für die Staatsbediensteten zu sein. Das Ministerium für Inneres und Kommunalverwaltung (DILG) erklärte dazu:

Dieser Behörde liegen Berichte vor, dass viele Regierungsbeamte und -angestellte Online-Glücksspiele betreiben, was dem Übel ähnelt, das mit dem Memorandum Circular Nr. 06, Serie 2016, verhindert werden soll. Solche Handlungen beeinträchtigen die Integrität und Glaubwürdigkeit des staatlichen Dienstes.

Das DILG betonte, dass dies eine erhebliche Bedrohung für die ethischen Standards darstelle, die von Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes erwartet werden. Über die möglichen disziplinarischen Konsequenzen für die Spielenden ließ sich das Ministerium nicht näher aus.

Es betonte allerdings, dass Glücksspiel während der Arbeitszeit zu einer Anklage wegen Verhaltens, das den Interessen des Dienstes schadet, führen könne. Mögliche Disziplinarmaßnahmen in diesem Fall wären Beförderungssperren oder Gehaltskürzungen.