Petition gegen Glücksspiel-Streams auf Twitch gestartet

Veröffentlicht am: 26. May 2022, 03:05 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 26. May 2022, 03:05 Uhr.

In den letzten Jahren haben sich immer mehr Influencer und Streamer dem Glücksspiel zugewandt. Doch die Streams mit Glücksspiel-Inhalten sorgen für immer lautere Kritik. Am Mittwoch haben diverse Branchenmedien diesbezüglich nun auf eine neue Petition [Seite auf Englisch] auf Change.org hingewiesen. Ziel der Petition sei es, die Streaming-Plattform Twitch zu überzeugen, Glücksspiel-Streams zu verbieten.

Twitch Game Streaming Smartphone
Der Petition zufolge ignoriere Twitch die Gefahren der Glücksspiel-Streams (Bild: CCNull)

Die Autorin der Petition, Erin Jordan, hoffe dabei auf die Unterstützung großer Unternehmen, die auf Twitch Werbung schalteten. Sie appelliere an die Konzerne, ihre eigenen Werbesendungen einzustellen, um Druck auf Twitch auszuüben. Indirekt seien die Werbetreibenden sogar mitschuldig, wenn Minderjährige über Twitch mit dem Glücksspiel in Berührung kämen.

Mitschuld anderer Werbetreibender?

Die Petition spricht 17 internationale Großkonzerne aus der Tech- und Restaurant-Branche direkt an. Dazu zählen Electronic Arts (EA), NVIDIA Corporation, Adobe Inc., Burger King, McDonald’s und Pepsi. Die Werbung dieser Unternehmen sei oft direkt mit Glücksspiel-Streams verlinkt.

Ihre Werbung auf Twitch wird neben Twitch-Streamern angezeigt, die für unregulierte Online-Casinos werben, die unproportional stark junge Menschen und ethnische Minderheiten schädigen. Zuschauer, die irgendwo auf Twitch ihrer Werbung begegnen, enden mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Streams über unregulierte Krypto-Casinos.

Grund dafür sei das Vorgehen der Glückspiel-Streamer. Diese starteten oft Streams ohne Glücksspiel-Inhalte in der allgemeinen „Just Chatting“-Sparte auf Twitch. In dieser Sparte sähen Nutzer auch die Werbung der genannten Unternehmen. Twitch verknüpfe bestimmte Werbetreibende dann automatisch.

Anschließend wechselten die Glücksspiel-Streamer in die „Slots“-Sparte. Wer den anfänglichen Streams gefolgt sei, lande dann in dieser Sparte und werde mit einer Fülle von Glücksspiel-Inhalten konfrontiert.

Ignoriert Twitch die Gefahren von Glücksspiel-Streams?

Da Twitch selbst nicht gegen Glücksspiel-Streams vorgehe, rufe die Autorin somit auch zum Boykott auf. Die einzige von der Streaming-Plattform ergriffene Maßnahme sei ein Verbot von Direktlinks zu Glücksspiel-Angeboten. Dies reiche jedoch keineswegs aus, um Minderjährige und andere vulnerable Gruppen vom Glücksspiel fernzuhalten.

Es sei offensichtlich, dass Online-Casinos dank der Glücksspiel-Streams zahlreiche neue Spieler gewännen und entsprechend Profite generierten. Andernfalls lasse sich nicht erklären, warum diese mit Streamern wie xQc, Trainwreckstv oder Roshtein millionenschwere Verträge eingingen.

Die Sponsoring-Partnerschaften zwischen Streamern und Glücksspiel-Anbietern sorgen für viel Furore. Einen großen Aufschrei beispielsweise gab es, als bekannt wurde, dass der ehemalige Twitch-Streamer Adin Ross für seine Glücksspiel-Inhalte monatlich 4 Mio. USD kassierte. xQc hingegen gab jüngst zu, dass über seine Promo-Codes zu Glücksspiel-Anbietern 119 Mio. USD Einsätze getätigt worden seien.

Da Twitch vor allem jüngere Generationen und insbesondere minderjährige Nutzer anziehe, sei der Status Quo unverantwortlich. Vor allem die großen Konzerne könnten mit ihrer Hilfe viel bewegen, um Twitch zum Umdenken zu bringen. Bislang haben knapp 1.500 Personen die erst letzte Woche gestartete Petition unterschrieben.