Novomatic bestreitet Spendenvorwürfe

Veröffentlicht am: 26. Februar 2021, 12:02 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 26. Februar 2021, 12:02 Uhr.

Der österreichische Glückspielkonzern Novomatic hat am Donnerstag bestritten, im Austausch für politische Gefälligkeiten Spenden an die Politik geleistet zu haben. Novomatic habe nie Politiker zu seinen Gunsten beeinflusst, erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme auf 13 Fragen der Medien profil, Der Standard und ORF-ZiB2.

Novomatic Zentrale
Novomatic will keine verbotenen Spenden geleistet haben. (Quelle: Novomatic)

Die Recherchekooperation hatte Novomatic mit einer „Sponsoring- und Spenden-Übersicht der Novomatic AG (NAG) und der Novomatic Gaming Industries GmbH (NGI) für die Jahre 2016 bis 2018“ konfrontiert.

Viele der darin aufgelisteten „Sponsoringpartner bzw. Spendenbezieher wiesen einen Nahebezug zur Politik bzw. zu politischen Parteien auf“, heißt es in der Presseanfrage an Novomatic. Novomatic teilte mit, nichts von der Existenz einer solchen „Übersicht“ oder „Auflistung“ zu wissen.

Woher stammt die Spendenliste?

Laut einer Anfrage der Austria Presse Agentur habe die Recherchekooperation aus profil, Der Standard und ORF-ZiB2 mitgeteilt, dass die Liste aus dem Jahre 2020 stamme und bei einer Hausdurchsuchung bei einem leitenden Novomatic-Mitarbeiter sichergestellt worden sei.

Novomatic weist Vorwürfe zurück

Der Behauptung, Novomatic habe durch Sponsoring- und Spendengelder versucht, „ein günstiges Klima“ für sich zu schaffen, hat der Konzern gestern widersprochen. In seiner Antwort erklärte der Glücksspielriese:

Novomatic schließt ausdrücklich aus und verwehrt sich gegen die Unterstellung, dass die von Ihnen genannten Kooperationen, Sponsorings oder Unterstützungsleistungen mit irgendwelchen etwaigen politischen Gegenleistungen in Verbindung gestanden sind oder stehen. Dies ist schon aufgrund der internen Compliance-Richtlinien ausgeschlossen. Der Sponsoring- bzw. Kooperationsbeitrag kommt auch nicht einem Vereinsobmann/frau oder Schirmherrn/frau zugute, sondern ausschließlich den jeweiligen Vereinen bzw. den durch den Verein unterstützten Betroffenen. Deshalb sind Ihre Unterstellungen wie „günstiges Klima für Novomatic zu schaffen bzw. die Politiker zugunsten von Novomatic zu beeinflussen“, völlig tatsachenwidrig und auf das Schärfste zurückzuweisen.

Dass „politisch tätige Personen in einzelnen Gremien in einzelnen Vereinen oder Institutionen repräsentiert sind“, entspreche der österreichischen Vereinskultur, heißt es weiter. Für Werbe- und Sponsoring-Aktivitäten habe dies allerdings keine Bedeutung. Novomatic habe sich in den genannten Zusammenhängen nichts vorzuwerfen.

Mehrmals kritisiert Novomatic in seiner Stellungnahme, dass die Medien über die Liste verfügten, diese aber nicht vollumfänglich dem Unternehmen vorgelegt hätten. Das Dokument enthalte „Informationen, die wohl nur unter Verletzung rechtlicher Bestimmungen erlangt werden konnten.“ Novomatic wolle aufgrund der Vorgehensweise rechtliche Schritte gegen die Recherchekooperation prüfen.