Neuseeland: Regierung startet öffentliche Umfrage zur Glücksspiel-Regulierung

Veröffentlicht am: 1. August 2019, 02:58 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. August 2019, 05:03 Uhr.

Um zu erfahren, ob ausländische Glücksspiel-Webseiten auf einem lokal regulierten Markt in Neuseeland zugelassen werden sollten, publizierte Innenministerin Tracey Martin gestern ein öffentliches Diskussionsdokument zum Thema Online-Glücksspiel.

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Öffentliche Umfrage zur Glücksspiel-Regulierung in Neuseeland. (Bild: dia.govt.nz)

Das Innenministerium verspricht sich von dieser Konsultation, die bis zum 30. September 2019 laufen wird, die öffentliche Meinung zu einer möglichen Regulierung und Verbreitung des Online-Glücksspiels zu ermitteln.

 

Die Gründe für die Umfrage

Die Ministerin erläuterte die Gründe für die Umfrage in der Einleitung des Diskussions-Dokuments:

„Unser derzeitiges Glücksspielgesetz stammt aus dem Jahr 2003. Seitdem hat sich die Welt rasant verändert. Neue Technologien, insbesondere digitale Technologien, haben die Gesellschaft beeinflusst und unser Verhalten immens verändert. Auch das Glücksspielverhalten der Neuseeländer hat sich geändert.“

Die Ministerin fügte hinzu, dass in dem vorliegenden Dokument [Dokument auf Englisch] einige der Probleme und Optionen beschrieben würden, die Regierung sei aber auch an der Meinung der Bevölkerung zum Online Glücksspiel interessiert.

Die aktuelle Situation in Neuseeland

Die einzigen Anbieter, die derzeit Online-Glücksspielprodukte in Neuseeland regulieren, sind die Lotteries Commission (Lotto) und die Racing Industry Transition Agency (RITA), ein im Juli 2019 neu gegründeter Verwaltungsrat für die Regulierung und Überwachung des Pferderennsports.

Ausländischen Glücksspielanbietern ist es verboten, ihre Produkte in Neuseeland anzubieten. Dennoch hinderte dies die Neuseeländer nicht daran, in den vergangenen 18 Monaten rund 381 Millionen Australische Dollar (ca. 236 Millionen Euro) bei ausländischen Glücksspiel-Unternehmen auszugeben.

Die Minister sagte, die Neuseeländer investierten hohe Beträge in das Glücksspiel. Diese Tatsache sei sehr bedenklich, denn es sei nicht bekannt, ob die Spieler auch wirklich über die Mittel verfügten.

Die Anbieter erfüllten auch keine der Auflagen, an die sich die Betreiber der landbasierten Glücksspieleinrichtungen halten müssten. Es gebe keine Optionen für Schadensminimierung, keinen Nutzen für die Allgemeinheit durch steuerliche Abgaben und keine Beweise für die Vertrauenswürdigkeit der Anbieter.

Die Ministerin betonte, dass es nicht darum gehe, das Online Glücksspiel zu verteufeln oder es in Neuseeland zu verbieten. Vielmehr seien Reformen des Glücksspielgesetzes notwendig. Diese sollen Schäden minimieren und gewährleisten, dass die Spieler Neuseelands sicher spielen können.

 

Die Inhalte der Umfrage zur Glücksspiel-Regulierung

Die Umfrage zur Ermittlung der möglichen Inhalte richtet sich nicht nur an die Einwohner Neuseelands, sondern auch an die Unternehmen aus der Glücksspielbranche. Die Resultate sollen dann bei der Überarbeitung der Glücksspielgesetzgebung mit einfließen.

Die Überlegungen des Ministeriums fußen auf vier Optionen:

  • Status Quo: Lotto und der Pferderennsport (RITA) bieten die bestehenden Produkte an.
  • Eine Erweiterung der Produktpalette von Lotto und RITA, die auch das Angebot von Casinospielen beinhalten könnte.
  • Lizenzierung von Betreibern mit Sitz in Neuseeland
  • Lizenzierung von neuseeländischen und ausländischen Betreibern

Weiterhin sollen Tools für alle vier Optionen angeboten werden, die den Zugriff der Neuseeländer auf die Glücksspielangebote einschränken soll, wenn die Notwendigkeit bestehen sollte.

Dazu gehören unter anderem:

  • Die Möglichkeit des Selbstausschlusses
  • Die eingeschränkte Nutzung von Kreditkarten
  • Blockierung des Zugangs zu Online Glücksspielseiten über öffentliches WLAN
  • Blockierung von Webseiten, die für den Markt in Neuseeland nicht gesetzlich zugelassen wurden

 

Spielerschutz als zentraler Aspekt

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Gesetze zur Glücksspiel-Regulierung in Neuseeland in Sicht. (Bild: casino.org)

Ein wichtiger Aspekt ist die Minimierung von Schäden durch das Online Glücksspiel. Auch hier können die Teilnehmer der Umfrage ihre Meinung dazu äußern, auf welche Art und Weise die Spieler geschützt werden könnten.

Das Ministerium stellt in seinem Dokument bereits einige Ideen vor, die Bevölkerung ist aber aufgefordert, sich ebenfalls mit Ideen einzubringen. Zu den Vorschlägen der Regierung gehören unter anderem effiziente Aufklärungskampagnen zu den Gefahren des Glücksspiels.

Ein weiterer Vorschlag umfasst die Gründung von Organisationen zur Bekämpfung des problematischen Glücksspiels seitens der Betreiber. Weiterhin soll die Werbung für Glücksspiel stark kontrolliert werden.

Nach Ablauf des für die Befragung gesteckten Zeitrahmens will das Ministerium die Daten auswerten und eine neue Glücksspielgesetzgebung entwickeln.

Die Beiträge der Teilnehmer und die Ergebnisse der Umfrage sollen auf der Webseite des Ministeriums veröffentlicht werden. Es bleibt nun abzuwarten, welche Haltung die Bevölkerung Neuseelands in Bezug auf eine Regulierung des Glücksspiels einnehmen wird.