Lebenslang wegen 100 USD: 70-Jähriger wegen Mord auf Casino-Parkplatz verurteilt

Veröffentlicht am: 2. Dezember 2020, 03:04 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. Dezember 2020, 03:04 Uhr.

Ein 70-jähriger US-Amerikaner wird voraussichtlich den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen, weil er 2019 einen 88-Jährigen ermordet hat. Dies entschied gestern ein Gericht im US-Bundesstaat Wisconsin. Robert Pulvermacher hatte das Opfer Harold Johnson auf dem Parkplatz des Ho-Chunk Casinos in Delton mit fünf Messerstichen niedergestreckt. Hintergrund für die Tat sollen 100 US-Dollar gewesen sein, die der Täter dem Opfer geschuldet habe.

Robert Pulvermacher Mugshot
Robert Pulvermacher (70) wird voraussichtlich den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen (Quelle:Sauk County Sheriff´s Office)

„Eine sinnlose Tat“

Robert Pulvermacher wurde wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe ohne Aussicht auf Bewährung verurteilt. Zuvor hatte er vor dem Sauk County Circuit Court, einen Plea of no contest eingereicht.

Die Hoffnung der Verteidigung auf Milde hatte der zuständige Richter nicht erfüllt. Die Tat sei von einer solchen Sinnlosigkeit geprägt gewesen, dass kein Urteil außer der lebenslangen Haft in Frage gekommen sei:

Mr. Pulvermacher hat es selbst gesagt und ich denke, dass jeder hier im Raum zustimmen würde, dass das, was Mr. Johnson zugestoßen ist, keinen Sinn ergibt. Es ist unmöglich, einen Sinn in dem Leid, das Mr. Johnson erdulden musste, zu erkennen.

Nach dem Mord an den Spieltisch

Der 88-jährige Johnson war am Morgen des 14. Januar 2019 erstochen in seinem Auto auf dem Parkplatz des Ho-Chunk Casinos aufgefunden worden. Schnell fiel der Verdacht auf  Robert Pulvermacher, mit dem Johnson vor seinem Tod verabredet gewesen war.

Auf Überwachungsvideos des Casinos war zu sehen gewesen, wie die beiden Männer am Vorabend gemeinsam in Johnsons Auto gestiegen waren. Kurz darauf war der nun Verurteilte dabei gefilmt worden, wie er das Casino allein wieder betreten hatte.

Nach dem Mord, so die Rekonstruktion, hatte Pulvermacher zunächst die Toilettenräume des Ho-Chunk aufgesucht und dann sieben weitere Stunden an den Blackjack -Tischen des Casinos verbracht.

Das Ho-Chunk Gaming – Wisconsin Dells wird vom Stamm der Ho-Chunk Nation of Wisconsin betrieben. Das 300-Zimmer-Resort lockt in Nicht-Corona-Zeiten mit diversen gastronomischen Angeboten und Musikveranstaltungen. Der Glücksspielbereich bietet eine Vielzahl von Tisch- und Automatenspielen sowie Bingo und Off-Track-Pferdewetten.

Hintergrund für den Mord sollen 100 USD gewesen sein, die sich der heute 70-Jährige einige Wochen zuvor von seinem späteren Opfer geliehen und zunächst nicht zurückgezahlt habe.

Vor Gericht hatte Robert Pulvermacher, der seit Anfang der 1990er Jahre schwer spielsüchtig sein soll, mehrfach seine Reue betont. Seine Bitte um Entschuldigung akzeptierten die Hinterbliebenen jedoch nicht. Vielmehr wünschten sie dem Verurteilten in ihren Opfer-Statements vor Gericht unter anderem, dass er bis zum Ende seiner Tage nichts als Schmerz verspüre und danach in der Hölle schmore.