Plus 37 %: Zahl bel­gi­scher Spieler rasant gewachsen

Posted on: 21/10/2025, 09:19h. 

Last updated on: 22/10/2025, 11:18h.

  • In Belgien wurde das Glücksspiel 2024 von erheblich mehr Spielern genutzt.
  • Zahl der täglichen Konsumenten auf gut 155.000 Personen gestiegen.
  • Knapp 90 % davon sind bei Online-Slots und -Sportwetten aktiv.

In Belgien wurde das Glücksspiel 2024 deutlich stärker genutzt als noch im Jahr 2020. Das geht aus der neuesten Statistik der Glücksspielbehörde hervor. Den am Montag vorgelegten Zahlen zufolge stieg die Zahl der täglichen Nutzer gegenüber 2020 um 37,4 %.

Titelbild Kansspelcommissie-Bericht
Für 2024 wachsende Zahlen berichtet (Bild: Kansspelcommissie)

Nach Angaben der Kansspelcommissie waren 2024 täglich im Durchschnitt 155.643 Spieler aktiv. Im Jahr 2020 hatte deren Zahl noch bei 113.302 Nutzern gelegen.

Als wichtigsten Faktor für die Entwicklung hat die Behörde das Online-Glücksspiel ausgemacht. Dieses ist für annähernd 90 % aller Aktivitäten im Glücksspielsektor verantwortlich.

Im Vergleich zu den Gesamtzahlen erscheint die Zahl der täglichen Besucher von Spielhallen und Casinos sehr überschaubar. Doch auch dort vermeldetet die Glücksspielbehörde einen wachsenden Trend. Hatte sie 2020 noch 11.167 tägliche Nutzer gezählt, stieg deren Zahl 2024 auf 15.937 und damit ebenfalls um rund ein Drittel.

Zurückzuführen sein dürfte das deutliche Plus bei den rasant zunehmenden Registrierungen, die vor allem den Online-Sektor betreffen. Hier vermeldet die Behörde allein für das vergangene Jahr 193.342 neue Nutzer. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 15 %.

Deutlich mehr gesperrte Spieler

Parallel zu den wachsenden Nutzerzahlen nahmen Selbstsperren in Belgien ebenfalls zu. Ende 2024 lag deren Zahl bei 55.458 Personen, von denen gut 62 % männlich waren.

Knapp ein Drittel der in dem Sperrsystem EPSI registrierten Personen befand sich dort auf eigenen Wunsch. Die übrigen Spieler wurden aus präventiven Gründen registriert. Davon waren jeweils die Hälfte aufgrund anhängiger Gerichtsverfahren und zu hoher Schulden erfasst.

Angesichts der wachsenden Herausforderungen mahnt die Behörde die baldige Umsetzung von angekündigten Reformen an. Kansspelcommissie-Direktorin Magali Clavie erklärte:

Möge diese Reform in die erwartete Richtung gehen und möge sie es der Kommission ermöglichen, zu wachsen und sich an den Markt, den sie reguliert, auf moderne Weise anzupassen, so wie es ihre europäischen Kollegen tun.

Dabei dürfte es sich insbesondere um eine strengere Regulierung des boomenden Online-Glücksspiel handeln. Allein 2024 identifizierte die Behörde weit über 100 illegale Anbieter im Land. Insgesamt wurden in dem Jahr 105 Netzsperren verhängt.

Die hohe Anzahl der nicht lizenzierten Anbieter schlägt wich auch in wachsenden Strafzahlungen nieder. Im vergangenen Jahr verhängte die Behörde Geldbußen in Höhe von insgesamt 5,4 Mio. Euro. Gegenüber 2023 wuchs der Betrag um annähernd das Vierfache.