Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel: Malaysia löscht über 500.000 Posts

Posted on: 11/08/2025, 03:17h. 

Last updated on: 10/08/2025, 05:29h.

  • Über 500.000 illegale Online-Inhalte in Malaysia seit 2022 entfernt, Mehrheit betraf illegales Glücksspiel und Online-Betrug.
  • Einsatz neuer Technologien wie KI-Chatbot AIFA zur Bekämpfung schädlicher Inhalte.
  • Reform der Glücksspielgesetze aus den 1950er-Jahren steht bevor.

Zwischen Januar 2022 und August 2025 wurden in Malaysia mehr als 558.000 illegale Online-Inhalte gelöscht. Der Großteil entfiel auf illegales Online-Glücksspiel und Betrug. Die Malaysian Communications and Multimedia Commission (MCMC) koordinierte diese Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit Polizei, Bankenaufsicht und weiteren Behörden.

Menschen halten malaysische Flaggen
Es wurden mehr als 500.000 Posts entfernt (Bild: Unsplash/Putra Mahirudin)

Illegales Online-Glücksspiel bleibt eine der größten digitalen Bedrohungen. Obwohl Malaysia bestimmte legale Formen wie lizenzierte Lotterien, Pferderennen und ein landbasiertes Casino erlaubt, ist Online-Glücksspiel vollständig verboten.

Laut Vizeministerin Teo Nie Ching betrafen 321.012 Löschungen Glücksspielinhalte und 119.273 Online-Betrug. Der Rest entfiel auf obszöne Inhalte, Cybermobbing, sexuelle Belästigung und Falschinformationen.

Viele Betreiber nutzen jedoch Gesetzeslücken aus, um weiter tätig zu sein. Teo kritisierte zudem die teils langsame Reaktion digitaler Plattformen, wodurch schädliche Inhalte oft zu spät entfernt werden.

Neue Technologien im Einklang mit verschärften Vorschriften

Die Löschungen erfolgten auf Anweisung der MCMC gemäß dem Communications and Multimedia Act 1998. Die Behörde bietet digitale Forensik zur Unterstützung von Ermittlungen und betreibt mit Sebenarnya.my sowie dem KI-Chatbot AIFA Instrumente zur Bekämpfung schädlicher Online-Inhalte.

Im Januar 2025 wurde das KI-gestützte Chatbot-System AIFA eingeführt, das Inhalte schneller auf Echtheit prüft. Social-Media-Plattformen müssen seit 2025 über eine ASP(C)-Lizenz verfügen, um für geteilte Inhalte stärker zur Verantwortung gezogen zu werden. Eine neue Verhaltensrichtlinie soll Kinder besser schützen. Flankiert von der Safe Internet Campaign, klärt diese über Risiken wie Cybermobbing auf.

Die veralteten Glücksspielgesetze aus den 1950er-Jahren enthalten keine Regelungen zum Online-Glücksspiel. Zwischen 2021 und Mai 2025 beantragte die Polizei die Sperrung von 4.234 Webseiten, 2023 stieg die Zahl der Anträge sprunghaft an. 2024 wurden zudem 28 Ermittlungen gegen Influencer eingeleitet, die Glücksspielseiten beworben haben, was zu mehreren Festnahmen führte.

Malaysias Polizeibehörde CCID schlägt 12 Gesetzesänderungen vor, um „Remote Gambling“ explizit zu verbieten und härter zu bestrafen. Spieler könnten künftig Geldstrafen von bis zu 100.000 RM und sechs Monate Haft erhalten. Betreiber sogar bis zu 1 Million RM (etwa 197.000 Euro) und zwölf Monate Gefängnis. Weitere Maßnahmen umfassen die Sperrung von Webseiten, das Einfrieren verbundener Bankkonten und die Anerkennung elektronischer Beweise vor Gericht.

Trotz über 42.000 Razzien und fast 60.000 Festnahmen zwischen 2019 und Mai 2025 gilt die fehlende Modernisierung der Gesetze als Hauptproblem. Neben den rechtlichen Lücken warnen Experten auch vor gesundheitlichen Folgen wie Spielsucht und der Verbindung zu Geldwäsche. Viele illegale Plattformen operieren aus dem Ausland, bieten ihre Dienste auf Malaiisch an und nutzen Kryptowährungen, um Ermittlungen zu erschweren.