Umfrage in Macau: Zwei Drittel der Casino-Mitarbeiter in unbezahlten Urlaub geschickt

Veröffentlicht am: 9. November 2020, 02:44 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. November 2020, 02:45 Uhr.

Zwei Drittel der Angestellten des Casino-Sektors in Macau sind seit Beginn der Corona-Krise zeitweise unbezahlt freigestellt worden. Wie die Nachrichtenplattform GGRAsia [Seite auf Englisch] am Freitag berichtet hat, gehe dies aus einer Umfrage der Macau Federation of Trade Unions unter Casino-Mitarbeitern hervor.

Macau
Viele Casino-Mitarbeiter in Macau wurden während der Corona-Krise unbezahlt freigestellt. (Flickr: „Macau“ by Hwan Hyeok Kim, licensed under CC BY 2.0)

Die Umfrage mit 611 Beteiligten habe die Macau Gaming Enterprises Staff’s Association, Partner des Gewerkschaftsverbands Macau Federation of Trade Unions, im August über ein Online-Formular sowie in Form von Interviews durchgeführt.

Rund die Hälfte der Befragten hätten angegeben, entweder für den Casino-Betreiber Sands China Ltd oder für die Galaxy Entertainment Group Ltd tätig zu sein. 72 % seien zwischen 35 und 54 Jahre alt. Rund 60 % verfügten über ein monatliches Einkommen zwischen 15.000 und 25.000 MOP (1.583 und 2.639 Euro).

„Freiwilliger“ Gehaltsverzicht

59,6 % der Befragten hätten demnach angegeben, seit Beginn der Krise zeitweise in unbezahlten Urlaub geschickt worden zu sein. Die Mehrheit der betroffenen Angestellten (90,7 %) habe dabei das sogenannte „Care Leave“-Programm im Anspruch genommen.

Dem Wissenschaftler Ryan Ho Hong Wai des Macao Polytechnic Institutes zufolge handle es sich dabei um eine von mehreren Optionen, welche die Casino-Betreiber ihren Mitarbeitern angeboten hätten.

Im Rahmen der „Care Leave“-Option hätten die Mitarbeiter für jeden unbezahlten Urlaubstag Anspruch auf einen vergüteten Urlaubstag. Die Casino-Betreiber hätten ihre Angestellten demnach zu dieser Option geraten, die als „freiwillige Maßnahme“ dazu beitrage, die Kosten zu senken.

Ausländische Mitarbeiter entlassen

Zu Beginn der Corona-Krise in Macau im Februar hatte Macaus Regierungschef Ho Iat Seng die sechs Casino-Betreiber der Sonderverwaltungszone Medienberichten zufolge dazu aufgefordert, trotz Zwangsschließungen der Casinos ihre „soziale Verantwortung“ wahrzunehmen. Dabei hatte er die Betreiber angehalten, Mitarbeiter weder zu entlassen noch Gehaltszahlungen auszusetzen.

Rund ein Drittel der Befragten hätten hingegen angegeben, dass ihr Arbeitgeber eine Reihe von Mitarbeitern entlassen habe. Dabei habe es sich mehrheitlich um ausländische Angestellte gehandelt, die sich mit einer sogenannten „blue card“, einer Arbeitserlaubnis für Ausländer, in Macau aufgehalten hätten.

Im Februar waren die Casinos in Macau zunächst für 15 Tage geschlossen worden. In den Folgemonaten hatten die Casinos zudem unter strengen Einreisebestimmungen gelitten. Erst im August hatte die Metropole wieder begonnen, Touristenvisa auszustellen. Nach hohen Verlusten im Frühjahr erwarteten Analysten auch für das dritte Quartal hohe Verluste in Höhe von 823 Millionen US-Dollar.

80 % der Umfrage-Teilnehmer hätten Sorge über ihre zukünftige Beschäftigung zum Ausdruck gebracht. Lediglich 8 % hätten jedoch Pläne, ihren Job oder den Sektor innerhalb eines Jahres zu wechseln.