KSA verwarnt TonyBet wegen ver­botener Jury-bewer­teter Wetten

Posted on: 13/08/2025, 11:09h. 

Last updated on: 13/08/2025, 11:09h.

  • KSA verwarnt TonyBet wegen Wetten auf den Ballon d’Or und die FIFA Klub-WM-Torjäger Wertung.
  • Ergebnisse, die nicht auf messbaren sportlichen Leistungen beruhen, sind verboten.
  • Warnung erfolgt im Rahmen verstärkter Durchsetzungsmaßnahmen der KSA.

Die niederländische Glücksspielaufsicht KSA hat TonyBet offiziell verwarnt, nachdem das Unternehmen Wetten auf den Gewinner des Ballon d’Or und den FIFA-Klub-Weltpokal-Goldenen Schuh angeboten hatte. Solche Märkte sind in den Niederlanden verboten, da sie auf Juryentscheidungen statt auf überprüfbaren sportlichen Leistungen beruhen. TonyBet entfernte die Angebote vor Annahme von Einsätzen und kündigte strengere Kontrollen an.

Symbolbild Ballon d’Or
TonyBet-Verstoß gegen niederländisches Wettrecht (Bild: UEFA)

Die Verwarnung erfolgt in einer Phase intensiverer Durchsetzung, begleitet von höheren Steuern und regulatorischen Anpassungen. Nach niederländischem Recht dürfen lizenzierte Anbieter nur Wetten auf offizielle Sportereignisse anbieten, die von anerkannten nationalen oder internationalen Organisationen ausgerichtet werden.

Deren Ergebnisse müssen auf klaren, überprüfbaren Leistungen basieren. Auszeichnungen wie der Ballon d’Or fallen nicht darunter. Die KSA betonte, dass Lizenznehmer für alle angebotenen Wettmärkte verantwortlich sind, auch wenn diese von Drittanbietern stammen.

TonyBet erklärte, dass keine Einsätze auf die betroffenen Märkte platziert wurden. Außerdem versprach der Casino- und Sportwettenanbieter, interne Prozesse zu verschärfen, um ähnliche Verstöße künftig zu verhindern.

Die KSA beließ es diesmal bei einer Verwarnung, erinnerte jedoch an ihre verschärfte Sanktionspolitik seit dem 1. Januar 2025.

Die neue allgemeine Bußgeldpolitik soll sicherstellen, dass Strafen angemessen sind und sowohl eine strafende als auch eine präventive Wirkung entfalten. Sie soll Verstöße abschrecken und die Einhaltung der Glücksspielvorschriften fördern.

Diese Politik sieht abgestufte Bußgelder von 500 Euro bis zu 2 Millionen Euro vor, abhängig von der Schwere des Verstoßes. Verstöße sollen konsequent sanktioniert und die Befolgung der Vorschriften gestärkt werden.

Regulatorischer Druck auf den Markt

Die Verwarnung fällt in eine Zeit, in der die KSA zunehmenden Druck auf den Markt ausübt. Gleichzeitig warnt die Behörde vor den Folgen der Steuererhöhung von 30,5 % auf 34,2 %, die seit Januar gilt. Eine aktuelle Analyse zeigt sinkende Bruttospielerträge sowohl im Online- als auch im landbasierten Segment, was zu geringeren Steuereinnahmen führt.

KSA-Chef Michel Groothuizen sieht darin eine Gefahr für den Spielerschutz. Er fordert ein Überdenken der Steuerpolitik, vor allem im Hinblick auf die geplante Anhebung auf 37,8 % im nächsten Jahr.

Zudem gab die KSA personelle Verstärkungen im Widerspruchsausschuss bekannt. Marjolein Hoogland, Generalstaatsanwältin am niederländischen Berufungsgericht, und Ingmar Franken, Professor an der Erasmus-Universität, ergänzen das Gremium, das Lizenzinhaber-Beschwerden prüft.

Die Erweiterung erfolgt vor dem Hintergrund neuer Regulierungen wie der KOA-Reformen, verschärfter Marketingvorgaben und erweiterter Spielerschutzmaßnahmen, die voraussichtlich zu mehr Einsprüchen führen werden.