Irlands Politker kritisieren Cheltenham-Besucher wegen Corona-Ansteckungsgefahr

Veröffentlicht am: 12. März 2020, 03:29 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 12. März 2020, 03:29 Uhr.

Seit Dienstag ist das diesjährige Cheltenham Festival 2020 in vollem Gange. Bereits am ersten Tag sollen mehr als 60.000 Besucher in den Prestbury Park geströmt sein, um das berühmte Pferderennen live vor Ort mitverfolgen zu können.

 

Cheltenham Rennstrecke
Kritik an Besuchern des Cheltenham Festivals wegen Ansteckungsgefahr mit Coronavirus (Bild: Flickr/Carine06)

Wie in jedem Jahr sollen sich auch diesmal zahlreiche Iren unter den Pferdesportfans befinden – ein Umstand, der einigen Politikern Irlands große Sorgen bereitet. Das Cheltenham Festival ist nämlich eine der wenigen Großveranstaltungen, die aufgrund des Coronavirus nicht abgesagt worden ist.

Und obwohl die britischen Behörden dem geplanten Ablauf des Festivals grünes Licht gaben, fürchtet Großbritanniens Nachbar Irland, dass sich zahlreiche seiner Bürger mit dem Virus infizieren und damit zurück in die Heimat reisen könnten.

In Irland sind bislang 18 Fälle von Coronavirus-Infektionen bekannt (Stand: 12. März). Am heutigen Tag ist die erste Patientin, eine ältere Frau, dem Virus in einem Dubliner Krankenhaus erlegen.

In der englischen Stadt Cheltenham hingegen, wo das Festival traditionell ausgetragen wird, ist eine Erkrankung bekannt, zwei weitere im umliegenden Gloucestershire.

„Ein Glücksspiel mit dem Leben“

Der irische Parlamentarier Luke Flanagan bezeichnet die Austragung und das Besuchen des Turniers als unverantwortlich. Auf Twitter [Seite des Politikers auf Englisch] ließ er seiner Empörung freien Lauf.

Unter dem Hashtag „coronavirusireland“ teilte er ein Bild von Menschenmassen auf den Zuschauerrängen am ersten Tag des Festivals. Er betitelte das Bild mit der Überschrift „Glücksspiele mit dem Leben“ (gambling with our lives).

Menschen, die das Festival besuchten, erhöhten die Gefahr, „am Coronavirus zu sterben“, dramatisch. Er schloss mit dem Ausruf „Willkommen in Egoisten-Stadt“ (Welcome to Selfishville).

Unterstützung erhielt er auch von der irischen Politikerin Catherine Murphy. Die Sozialdemokratin erklärte gegenüber der Zeitung Irish Daily Mail:

Wir sollten die Ratschläge von den Experten in dem Bereich annehmen. Genau das haben wir in Bezug auf die St Patrick’s Day Parade gemacht. Ich verstehe nicht, warum die Ratschläge bezüglich Cheltenham anders sein sollten. Ich weiß, dass es die Entscheidung der britischen Regierung ist, aber dieselben Gründe, aus denen wir gecancelt haben, sollten auch darauf übertragen werden.

Die Besucherzahlen seien bisher in diesem Jahr um lediglich 10 % im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Angesichts der fortwährenden Panikkäufe in Großbritannien und dem sonstigen Meiden öffentlicher Orte scheint es erstaunlich, dass sich die Fans des Pferdesports und der Pferdewetten nicht von einem Besuch abbringen lassen.