Casino-Träume geplatzt: Keine vorzeitigen Glücksspiel­lizenzen für New York City

Veröffentlicht am: 3. Juni 2021, 02:45 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 3. Juni 2021, 02:45 Uhr.

Die Pläne des Gouverneurs des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, zeitnah einen Casino-Tempel im Herzen des Big Apples zu errichten, stoßen auf breiten politischen Widerstand. Medienberichten zufolge hätten die Verantwortlichen der Idee, die für 2023 geplante Vergabe dreier Casino-Lizenzen bereits in diesem Jahr zu vollziehen, eine deutliche Absage erteilt.

Times Square New York
Vorerst bleibt New York City ohne Casino-Tempel (Quelle:unsplash.com/Luca Bravo)

Casino-Giganten bringen sich in Stellung

Wie die New York Post berichtet, soll das zähe Ringen um die vorzeitige Vergabe dreier Casino-Lizenzen mit der Niederlage von Gouverneur Cuomo zumindest vorerst beendet sein.

Der Demokrat, der in den vergangenen Wochen aufgrund mehrerer Skandale stetig an Rückhalt verliert, habe sich insbesondere dem massiven Widerstand aus Manhattan beugen müssen.

Erstmals hatte die New York Post im März darüber berichtet, dass hinter verschlossenen Türen darüber verhandelt werde, die Vergabe dreier Casino-Lizenzen für Downstate New York von 2023 auf 2021 vorzuverlegen.

Im Jahr 2013 entschied der Bundesstaat New York, Casinospiele künftig zuzulassen. Die Verantwortlichen einigten sich auf die Vergabe von sieben Lizenzen. Vier davon wurden umgehend für Upstate New York vergeben. Im Rahmen eines Moratoriums wurde festgelegt, dass die übrigen drei Lizenzen für Downstate New York, also auch New York City, erst ab 2023 vergeben werden dürfen.

Internen Quellen zufolge sei davon auszugehen, dass zwei der Betriebserlaubnisse an das Resorts World Aqueduct Racino in Queens und das MGM Resorts-eigene Empire City Casino in Yonkers gingen, die bereits jetzt Lizenzen zum Betrieb von Spielautomaten besitzen.

Im Rennen um die hochbegehrte dritte Lizenz hätten sich die Glücksspielriesen Wynn Resorts, Bally’s Corp. und Las Vegas Sands in Position gebracht. Abgesehen von Sands-Vorstand Robert Goldstein hatten sich die mutmaßlich an den Verhandlungen Beteiligten aus Politik und Wirtschaft nicht zu den Gerüchten geäußert.

Goldstein jedoch hatte durchscheinen lassen, insbesondere nach dem milliardenschweren Verkauf des Venetian in Las Vegas, äußerst interessiert an einem New Yorker Projekt zu sein. Dieses könne unter anderem durch die Schaffung Tausender Arbeitsplätze die verheerenden Folgen der Pandemie abfedern.

Widerstand aus Manhattan

Laut New York Post [Seite auf Englisch] seien insbesondere mehrere Politiker aus Manhattan für das Scheitern der Lizenzpläne Cuomos verantwortlich. Der Bezirk gilt als wahrscheinlichster Standort, sollte es in New York zum Bau eines Casino Resorts kommen.

Unter anderem hatte sich der Abgeordnete Richard Gottfried, der die Upper West Side vertritt, gegen ein entsprechendes Vorgehen starkgemacht. Gegenüber der Zeitung erklärte Gottfried:

Ich bin strikt gegen ein Casino in Manhattan. Ich glaube, es würde der Wohn- und Geschäftsqualität von Manhattan ernsthaft schaden.

Internen Quellen zufolge habe die New Yorker Legislative in den vergangenen Monaten noch unter Hochdruck versucht, zwischen den Parteien zu vermitteln. Ein Entwurf habe vorgesehen, die Lizenzvergabe entsprechend der Wünsche Cuomos vorzuziehen, Manhattan jedoch mit Sonderrechten zu versorgen, die den Verantwortlichen erlaubten, selbst über Lizenzanträge zu entscheiden, die ihr Gebiet beträfen.

Dieser Vorschlag sei am Widerstand des Gouverneurs gescheitert, der den ohnehin bereits mächtigen Bezirk nicht mit noch mehr Befugnissen habe ausstatten wollen.