Japan: Erneute Verzögerung der Casino-Projekte

Veröffentlicht am: 12. Dezember 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. Dezember 2020, 04:10 Uhr.

Die japanische Regierung hat ihren Zeitplan für die Eröffnung des ersten integrierten Resorts & Casinos (IR) erneut überarbeitet. In einer Sitzung des Unterausschusses am Mittwoch sei die Verlegung der Antragsfrist zur Entwicklung eines Resorts um neun Monate auf den 1. Oktober 2021 beschlossen worden, berichteten Branchenmedien.

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Eröffnung der Casino-Resorts in Japan verzögert sich weiter. (Bild: pixabay.com, uihere.com, casino.org)

Ursprünglich sei geplant gewesen, dass das erste IR im Jahre 2025 die ersten Gäste begrüßen werde. Die regierende Liberaldemokratischen Partei (LDP) gehe nun davon aus, dass die Eröffnung des IR erst am Ende der 2020er Jahre erfolgen werde.

Langjährige Verzögerung der Casino-Pläne

Dies ist nicht die erste Verzögerung, die sich die japanische Regierung eingestehen musste. So war der Start dreier Casino-Resorts im Las Vegas-Stil [Seite auf Englisch] mit Einkaufspassagen und Konferenzzentren bereits für Mitte 2020 vorgesehen. Im Jahre 2015 äußerte die Regierung die Hoffnung, dass die Casinos rechtzeitig zur Ausrichtung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio eröffnet werden könnten.

Skandale und das Coronavirus

Bei der Umsetzung der Casino-Pläne stieß die Regierung auf mehrere Hindernisse. So zwang die Corona-Pandemie Japan, die Olympischen Spiele um mindestens ein Jahr zu verschieben, so dass die Verhandlungen um die Casino-Lizenzen in den Hintergrund rückten.

Darüber hinaus blockierten Korruptionsskandale, in die hochrangige Politiker verwickelt waren, die Abläufe. So sollen einige Politiker unangemessene Kontakte zu potenziellen Casino-Betreiber gepflegt haben, was dazu beitrug, dass die Akzeptanz für die Casino-Projekte in der Bevölkerung sank.

Auch die Anzahl der Unternehmen, die als potenzielle Betreiber der künftigen Resorts gehandelt wurden, ist zurückgegangen. So haben sich Glücksspiel-Giganten wie Caesars Entertainment und Wynn Resorts bereits zurückgezogen, gefolgt von Las Vegas Sands.

Dennoch wollen vier Regionen in Japan an ihrem Vorhaben festhalten und bewerben sich um eine der drei IR-Lizenzen: die Stadt Yokohama, die Präfektur Osaka, die Präfektur Wakayama und Präfektur Nagasaki.

Nagasaki rührt die Werbetrommel

Um den Standort in Nagasaki haben sich bis dato drei Unternehmen beworben: Japans Current Corp, die Casinos Austria International Holdings GmbH und Oshidori International Holdings Ltd.

Der Direktor der IR-Promotion-Abteilung von Nagasaki, Takeshi Komiya, berichtete jedoch am Donnerstag, dass ein viertes Unternehmen Interesse an einer Lizenz bekundet habe.

So zitierte die Zeitung Nagasaki Shimbun:

Es besteht die Möglichkeit, dass auch andere Betreiber an der öffentlichen Ausschreibung teilnehmen. Wir kommunizieren weiterhin mit den Betreibern, um so viele Anträge wie möglich zu erhalten.

Bei dem vierten Interessenten soll es sich um die in Tokio notierte Pixel Companyz handeln. Die Präfektur Nagasaki beabsichtige, den Bewerbungsprozess bereits im Januar 2021 einzuleiten, um bis zum Sommer einen geeigneten Partner auszuwählen.