Japan: Bankerin stiehlt Gold wegen Spielschulden
Posted on: 09/10/2025, 04:18h.
Last updated on: 09/10/2025, 09:42h.
- In Japan stand eine Bankangestellte vor Gericht, weil sie wegen ihrer Spielschulden Gold gestohlen hat.
- Die Spielsüchtige entwendete Goldbarren im Millionenwert.
- Gesamtschaden von 2,2 Mio. USD und annähernd 70 Opfer.
Hohe Spielschulden können bei Betroffenen zu Kurzschlussreaktionen und kriminellen Aktionen führen. Das zeigte sich diese Woche in Japan, wo eine Bankangestellte wegen ihrer Spielschulden Gold in Millionenhöhe gestohlen hat. Die Gelder verwendete sie zur Begleichung ihrer immensen Verluste, weshalb sie von einem Gericht nun verurteilt wurde.

Die verurteilte Yukari Yamazaki ist eine frühere Mitarbeiterin der japanischen Mitsubishi UFJ, einer der größten Banken des Landes. Der 47-Jährigen wurde von den Ermittlern vorgeworfen, Goldbarren im Millionenwert entwendet zu haben.
Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte Yamazaki die Bankschließfächer zahlloser Kunden geplündert, um an das dort gelagerte Gold zu gelangen. Dabei soll ihr Edelmetall im Wert von über 330 Mio. Yen (1,86 Mio. Euro) in die Hände gefallen sein.
Als Grund für die Diebstähle gab die Angeklagte ihre Spielsucht an. Sie erklärte, hohe Summen bei Pferdewetten gesetzt und verloren zu haben. Dazu habe sie beim Handel mit Finanzderivaten ebenfalls beträchtliche Verluste angehäuft.
Laut Polizei brachte die Ex-Angestellte über 70 Bankkunden um ihr Geld. Bei ihren Raubzügen stahl sie insgesamt 29 der wertvollen Goldbarren. Darüber hinaus entwendete sie aus den Safes Bargeld und Reiseschecks in sechsstelliger Eurohöhe.
Die Diebstähle ereigneten sich zwischen 2023 und 2024. Die Täterin flog erst auf, nachdem ein Kunde den Diebstahl bemerkt und bei der Bank angezeigt hatte.
Lange Haftstrafe
Vor Gericht gab die umfassend Geständige zu, die Schließfächer geöffnet und die Wertsachen entnommen zu haben. Dabei kam Yamazaki ihre Rolle zupass, denn seit 2020 war sie für die kleinen Kundentresore verantwortlich.
In dieser Zeit sollen auch ihre Verluste bei Glücksspiel und Spekulation in die Höhe geschossen sein. Nach Aussage ihres Verteidigers habe sie sich nicht anders zu helfen gewusst, als die Wertgegenstände zu stehlen.
Die Ankläger wollten dies allerdings nicht gelten lassen. Vor Gericht betonten sie:
Dies ist ein beispielloses Verbrechen. Sie hat das Vertrauen der Kunden auf äußerst böswillige Weise missbraucht.
Aufgrund der Schwere der Delikte forderten die Staatsanwälte eine zwölfjährige Haftstrafe. Das Gericht ließ jedoch Gnade walten. Aufgrund der besonderen Umstände und der Kooperation der Angeklagten verurteilten die Richter Yamazaki zu neun Jahren Gefängnis. Damit blieben sie unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft und über dem Strafmaß der Verteilung, die auf fünf Jahre plädiert hatte.
Die Taten der Bankerin und eine Serie ähnlicher Vergehen führten bereits zu weitreichenden Änderungen der japanischen Banken. Seit Juni 2025 darf kein Bargeld mehr in Bankschließfächern eingelagert werden.
No comments yet