Jamaika: Britische Gewinnerin von 300.000 Pfund-Jackpot brutal ermordet

Veröffentlicht am: 18. Februar 2020, 01:24 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 18. Februar 2020, 01:24 Uhr.

Nach dem Gewinn eines Jackpots in Höhe von rund 300.000 GBP entschied sich eine Britin zur dauerhaften Rückkehr in ihr Heimatland Jamaika. Nun ist Evadney Gayle (†67) tot. Angaben britischer Medien zufolge wurde die mehrfache Großmutter bereits im November brutal erschlagen in ihrem Haus auf der Karibikinsel aufgefunden.

Karibischer Strand mit Handtuchverkauf
Die Rückkehr nach Jamaika endete für eine Jackpot-Gewinnerin mit dem Tod (Quelle:pixabay.com/Peggy_Marco)

Jackpot-Gewinn mit nur 1 GBP Einsatz

Nach Jahrzehnten als Betreiberin mehrerer Geschäfte für karibische Waren im englischen Birmingham gelang Evadney Gayle im Jahr 2003 der große Wurf:

Mit einer Einzahlung von nur 1 GBP knackte Gayle einen nationalen Casino-Jackpot in Höhe von 290.684 GBP. Damit erzielte die gebürtige Jamaikanerin den bis dato landesweit höchsten Gewinn mit einem so niedrigen Einsatz.

Mit dem Geld, so berichten Freunde britischen Medien gegenüber (Seite auf Englisch), habe sich die vierfache Mutter den Traum von einem Haus auf Jamaika erfüllen wollen. Doch nur drei Wochen nach ihrem Einzug im Oktober 2019 kam es zur Katastrophe:

Angehörige entdeckten die brutal zugerichtete Leiche der 67-Jährigen auf ihrem Anwesen. Evadney Gayle war der Schädel eingeschlagen worden.

Die Kriminalitätsrate auf Jamaika gehört zu den höchsten der Welt. Das Auswärtige Amt warnt Touristen insbesondere vor Diebstahl und bewaffnetem Raub und rät, bei Überfällen keinesfalls Widerstand zu leisten.

Warnung an potenzielle Rückkehrer

Ihr gewaltsamer Tod sichert Gayle einen Platz auf einer unrühmlichen Liste:

Seit dem Jahr 2000, so berichtet es Percival LaTouche, der Präsident der Jamaica Association for the Resettlement of Returning Residents, seien über 200 Rückkehrer auf der Insel ermordet worden. Allein im vergangenen Jahr seien 25 ehemals im Ausland lebende Jamaikaner getötet worden.

Deshalb fordere er jeden, der wieder dauerhaft auf Jamaika leben wolle, auf, diese Entscheidung gründlich zu überdenken, LaTouche hierzu:

Jamaika ist zu einem fruchtbaren Hort für Morde geworden. Die Form der Morde, das Barbarische, das Brutale, die Art, wie die Menschen getötet werden… Ich empfehle niemandem, zurückzukommen, um hier zu leben.

Beobachter gehen davon aus, dass der Gewalt gegen Rückkehrer oft innerfamiliäre und lokale Streitigkeiten um Geld und Grundbesitz vorausgehen. Offiziell unbestätigten Angaben zufolge nahmen die Behörden im Mordfall Evadney Gayle mittlerweile einen Verdächtigen fest. Details zur Identität des Mannes, bei dem es sich um einen Bekannten der 67-Jährige handeln soll, wurden nicht veröffentlicht.