Spielsucht: Direktor stiehlt 61.000 USD von gemeinnütziger Katzenklinik

Veröffentlicht am: 26. Juli 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 24. Juli 2020, 04:14 Uhr.

Als Leiter einer Katzenklinik im US-Bundesstaat Washington soll ein 39-Jähriger Gelder im mittleren fünfstelligen Bereich gestohlen haben. Jason Thompson gestand während der Ermittlungen, die Konten des gemeinnützigen Projekts angezapft zu haben, um damit seine Spielsucht zu finanzieren. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

Katzen auf der Straße Dan Gold
Die gestohlenen Gelder sollten Streunerkatzen zugutekommen. (Quelle: unsplash.com/Dan Gold)

Zweimonatiger Raubzug

Morgen beginnt der Prozess gegen Jason Thompson vor dem Superior Court von Snohomish County. Am 14. Juli hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den ehemaligen Direktor des Feral Cat Spay/Neuter Project in Lynnwood, Washington, erhoben. Der Mann soll sich im Jahr 2018 wiederholt an den Kassenbeständen der Katzenklinik vergriffen haben, so der Ermittlungsbericht:

Aufgrund von Handlungen, Einlassungen und Bankbelegen steht fest, dass Thompson Gelder nahm, deren Verwendung weder in seiner Befugnis noch in seinem Kompetenzbereich lagen. Die Gelder wurden ihm nicht überlassen, er war nicht beauftragt, die Gelder auszugeben und das Geld diente nicht dazu, ihn für erbrachte Dienstleistungen zu bezahlen.

Binnen nur zweier Monate habe er 61.000 USD von Konten der Einrichtung gestohlen, die auf die Kastration und Sterilisation von Streunerkatzen spezialisiert ist. Das Geld habe er ins Glücksspiel investiert.

Fehler der Bank?

Erstmals unter Verdacht geraten sei Thompson im Juni 2018. Damals seien der Buchhaltung der Klinik mysteriöse Fehlbeträge auf den Konten aufgefallen. Auf das Minus in Höhe von mehreren Tausend USD angesprochen, habe der Projektleiter einen Bankenfehler verantwortlich gemacht.

Angeblich habe das Finanzinstitut fälschlich Beträge vom Konto der Organisation statt seinem eigenen abgebucht. Doch auch nachdem Thompson angegeben habe, sein Privatkonto geschlossen zu haben, um weitere Irritationen zu vermeiden, seien weiterhin Gelder verschwunden.

Um den Diebstahl zu verschleiern, soll der 37-Jährige auch gefälschte Quittungen eingereicht haben. Bei der späteren Überprüfung, so die Ermittler, sei deutlich geworden, dass diese auf den ersten Blick erkennbare Unterschiede zu den Originalen aufwiesen.

Am 16. Juli 2018 habe sich der Angeklagte dann zwei Mitarbeitern anvertraut und gestanden, insgesamt 24.000 USD entwendet zu haben, um damit seine Spielsucht zu finanzieren. Dessen ungeachtet habe er die Entnahmen auch nach dem Gespräch nicht eingestellt. Bis zu seiner Kündigung am Ende desselben Monats, und dem damit einhergehenden Ende seines Zugriffs auf die Konten, habe er weitere 19.000 USD gestohlen.

Vor Gericht wird sich Thompson wegen schweren Diebstahls verantworten müssen. Dieser wird in Washington mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe geahndet.