Italien: Neun Chinesen nach illegalem Mah-Jong-Turnier angezeigt

Veröffentlicht am: 22. April 2020, 02:04 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. April 2020, 05:21 Uhr.

Die italienische Finanzpolizei hat am Dienstag in der Nähe der süditalienischen Stadt Bari neun chinesische Staatsbürger bei einer illegalen Glücksspiel-Zusammenkunft überrascht.

Mah Jong Spielsteine
Polizei entdeckt illegales Mah-Jong-Turnier in Bari (Bild: Flickr/VEAX1971)

Die neun Personen sollen innerhalb eines Freizeitclubs, der aufgrund der Corona-Maßnahmen hätte geschlossen sein müssen, ein Mah-Jong-Turnier veranstaltet haben, bei dem es um große Geldbeträge gegangen sei.

Das Spiel Mah-Jong geht auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück und ist im asiatischen Raum noch heute eines der beliebtesten Gesellschaftsspiele. Das Spiel gilt nicht per se als Glücksspiel, da es neben dem Faktor Glück auch Geschicklichkeits- und Logik-Elemente beinhaltet. Je nach Spielweise und Veranstaltung kann es in manchen Ländern dennoch als illegales Glücksspiel angesehen werden.

Wie die italienische Tageszeitung Il Quotidiano Italiano berichtet [Seite auf Italienisch], hätten die Beteiligten um viele Tausend Euro gespielt. Als die Polizei den Ort gestürmt habe, hätten diese versucht, Geld und Spielsteine zu verstecken.

Der Polizei sei es bei ihrer Durchsuchung dann gelungen, 7.000 Euro in Geldscheinen verschiedener Stückelungen zu finden. Das Geld sei bis auf weiteres beschlagnahmt worden.

Den Mah-Jong-Spielern drohe jetzt nicht nur eine Anzeige wegen illegalen Glücksspiels, sondern auch wegen des Verstoßes gegen die Regierungsauflagen, nach denen sich Menschen, die nicht in einem Haushalt zusammenlebten, nicht gruppieren dürften.

COVID-19 lässt illegales Glücksspiel ansteigen

In diesem Monat haben die italienischen Polizeibehörden bereits mehrmals illegale Glücksspiel-Treffen aufgedeckt. Vor allem im Süden scheint das Problem unverhältnismäßig groß zu sein.

Doch während der illegale Sektor weiterhin zu gedeihen scheint, bleiben legale Spielhallen, Wettbüros und Co bis auf weiteres geschlossen. Wirtschaftsexperten warnen jedoch, dass der verlängerte Corona-Lockdown den Staat insbesondere mit Blick auf den Glücksspielsektor Milliarden kosten könnte.

Den Daten des Marktforschungsinstitutes AGIMEG zufolge seien dem Staat allein in den Monaten März, April und Mai gut 3 Mrd. Euro Steuergelder aus der Branche entgangen. Auch sei nicht abzusehen, wann der Glücksspielsektor sich wieder erholen werde, um die Verluste auszugleichen.

Angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen hatte die Regierung des Landes Anfang des Monates alle gültigen Glücksspiellizenzen des landbasierten Sektors, die am 31. Dezember 2020 auslaufen sollten, um weitere sechs Monate verlängert.

Je mehr Menschen jedoch jetzt auf den illegalen Markt abwanderten, desto schwieriger sei eine Rückkehr zur Normalität.