Großbritannien: GamCare warnt vor erhöhten Glücks­spiel-Risiken bei Jugendlichen

Veröffentlicht am: 11. Mai 2021, 01:00 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. Mai 2021, 02:55 Uhr.

Die britische Spielerschutzorganisation GamCare warnt aktuell vor den Risiken, die das Glücksspiel bei Jugendlichen auslösen kann. Grund für die Besorgnis ist eine neue Studie über das Anruf- und Chat-Aufkommen bei GamCare. Dieser zufolge hat sich der Anteil der Minderjährigen mit problematischem Glücksspielverhalten in den letzten Jahren erhöht.

Jugendlicher Smartphone
Jugendliche melden sich verstärkt bei GamCare (Symbolbild: Pxhere)

Für die Untersuchung analysierte GamCare die Anrufe und Chat-Kontakte der vergangenen drei Jahre. In der Zeit hätten 71 % der Jugendlichen von Problemen mit dem eigenen Glücksspiel berichtet. Bei 8,5 % der minderjährigen Hilfesuchenden gehe die Organisation davon aus, dass das Risiko einer Spielsucht bestehe.

Während sich ein Großteil der Kontaktsuchenden aufgrund eigener Probleme melde, berichtet GamCare auch von Anrufen wegen Bedenken zum Glücksspielverhalten von Nahestehenden. Demnach meldeten sich rund 20 % der Anrufer bei der Hotline, weil sie sich um die Gesundheit von Familienmitgliedern oder Freunden Sorgen machten.

Wie groß der Bedarf an Hilfestellung sei, zeige die Zahl der Kontakte. Allein im vergangenen Jahr hätten 353 junge Menschen via Telefon und Live-Chat bei GamCare Unterstützung angefordert.

Spezielles Beratungsangebot für Jugendliche

Im Verlauf der Gespräche habe sich gezeigt, dass ein Großteil der unter 18-Jährigen über den E-Sport mit Glücksspiel in Kontakt käme. So hätten 77 % berichtet, im E-Sport oder Social Gaming glücksspielähnliche Angebote wie Wetten oder Lootboxen zu nutzen.

Um junge Menschen besser betreuen zu können, hat GamCare mit der Webseite  BigDeal [Seite auf Englisch] ein speziell auf die Zielgruppe ausgerichtetes Beratungsangebot entwickelt. Neben Minderjährigen finden dort auch Eltern, die wegen des Glücksspielverhaltens ihrer Kinder besorgt sind, Hilfe.

GamCare-CEO Anna Hemmings erklärte:

Seit dem Lockdown haben wir in unserer Hotline nicht nur Geschichten gehört, aus denen hervorgeht, dass junge Menschen verstärkt ein zunehmendes Glücksspiel bei ihren Eltern erleben. Dazu gibt es die wachsende Sorge über mögliche Schäden für junge Menschen, die selbst spielen.

Sie hoffe, sagte die GamCare-Chefin, dass BigDeal die richtige Sprache spreche, um junge Menschen zu erreichen. Schließlich biete das Angebot die entsprechenden Ressourcen, um den Kontaktsuchenden wirksam zu helfen.

Um das Problem des Glücksspiels bei Jugendlichen grundsätzlich anzugehen, müssten weitergehende Schritte erfolgen. Deshalb fordert GamCare unter anderem, dass das Thema Glücksspiel verpflichtend in den Lehrplan von Schulen aufgenommen wird.