Gamble­Aware: Wie In­flu­encer-Glücks­spiel­werbung Ju­gend­liche beeinflusst

Posted on: 03/09/2025, 04:02h. 

Last updated on: 03/09/2025, 08:13h.

  • Influencer-Glücksspielwerbung hat großen Einfluss auf Jugendliche.
  • GambleAware-Studie zur Wirkung von Social-Media-Marketing auf Heranwachsende.
  • 87 % berichten vom Erhalt von Werbeinhalten aus der Glücksspielbranche.

Social-Media-Marketing hat in den vergangenen Jahren weltweit einen massiven Aufschwung erlebt. Die Zielgruppe der Werbung ist vielfach minderjährig, weshalb Kritiker eine strengere Regulierung fordern. Wie groß die Auswirkungen von Influencer-Glücksspielwerbung auf Jugendliche ist, hat nun die Spielerschutz-Organisation GambleAware untersucht.

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Jugendliche sind Zielgruppe der Influencer (Bild: GambleAware)

Nach Angaben der Spielerschützer sind Kinder und Jugendliche in Großbritannien in einem bisher nicht gekannten Ausmaß den Glücksspielinhalten ausgesetzt. Demnach erklärten 87 % der befragten Minderjährigen, dass sie bereits mit Online-Werbeinhalten aus dem Bereich Glücksspiel in Berührung gekommen sind.

Erschwerend kommt hinzu, dass die junge Zielgruppe häufig durch Prominente und Influencer auf beliebten Social-Media-Plattformen mit dem Glücksspiel vertraut gemacht wird. 16 % gaben zudem an, dass die jeweiligen Content-Ersteller selbst für das Glücksspiel warben.

Wie groß die Wirkung der Werbung auf die Heranwachsenden ist, zeigt sich an einer anderen Kennzahl. Laut GambleAware erklärten 25 % aller befragten unter 18-Jährigen, dass sie nach dem Ansehen der Glücksspielwerbung selbst versucht waren, Geld für Online-Glücksspiele auszugeben. Über ein Drittel der 16- bis 17-jährigen Jungen gab sogar zu, nach der Werbung durch Prominente selbst an Glücksspielen teilgenommen zu haben.

Es zeigte sich bei den Jugendlichen zudem ein Gefühl des Ausgeliefertseins. So berichtete mehr als die Hälfte von dem Gefühl, keine Kontrolle über die Menge an online gesehenen Glücksspielinhalten zu haben.

Demgegenüber betonten 78 % der Kinder ihre Meinung, dass „niemand unter 18 Jahren mit Inhalten und Werbung zum Thema Glücksspiel konfrontiert werden sollte”. Ein jugendlicher Teilnehmer habe zur gegebenen Praxis erklärt, dass er diese Werbeinhalte „normalerweise täglich“ sehe.

Spielerschützer fordern aktives Handeln

GambleAware verbindet die Präsentation dieser Ergebnisse mit einer Aufforderung an die britischen Regulierungsbehörden. Diese müssten sich intensiver mit den wachsenden Auswirkungen von Influencer-Marketing auf die Förderung des Glücksspiels bei jungen Zielgruppen befassen.

GambleAware-CEO Zoë Osmond sagte:

Es ist inakzeptabel, dass die Umgebung von Kindern weiterhin mit altersbeschränkten Inhalten überflutet wird. Die ständige Konfrontation mit von Influencern verbreiteten Glücksspielinhalten trägt zur Normalisierung des Glücksspiels unter Kindern im schulpflichtigen Alter bei. Dabei wissen wir, dass eine frühe Konfrontation mit Glücksspielen in jüngeren Jahren dazu führen kann, dass junge Menschen später im Leben einem höheren Risiko ausgesetzt sind, durch Glücksspiele Schaden zu nehmen.

Die Untersuchung zeige, dass Kinder frei von Glücksspielinhalten im Internet sein möchten. Die Regierung müsse deshalb Maßnahmen ergreifen, um mit dem digitalen Zeitalter Schritt zu halten.

So könnten die Behörden die Regeln für Influencer-Glücksspielmarketing weiter verschärfen, während umfassendere Vorschriften geplant und eingeführt werden. Außerdem könnte die Werbeaufsicht ihre Richtlinien zur Beteiligung von Prominenten an Glücksspielwerbung überarbeiten. Das gelte insbesondere für Inhalte, die für Kinder und Jugendliche attraktiv sind.