Deutscher Fußball 2019 – Was dürfen wir erwarten?

Veröffentlicht am: 1. Januar 2019, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 25. Dezember 2018, 03:19 Uhr.

Das Fußballjahr voller Pleiten, Pech und Pannen ist vorüber und das Jahr 2019 hat begonnen. Bald wird der Ball zurück aufs Feld rollen und ein weiteres Jahr voll spannender Events und Begegnungen einläuten. Wichtige Turnier- und Länderspiele stehen ins Haus und bei allem kommt es darauf an, die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen.

Wie sieht der Terminkalender der Mannschaften aus? Kann es wieder aufwärts gehen? Wer wird deutscher Meister? Und warum lohnt es sich, am Ball zu bleiben?

Fußball DFB
Deutscher Fußball 2019 (Bild: Flickr)

Ein terminreiches Jahr beginnt

Für Fans des deutschen Nationalfußballs war das vergangene Jahr ein harter Brocken und beim Gedanken an WM und Nations League hätten viele gern den Kopf in den Sand gesteckt. Doch genug des leidvollen Rückblicks, denn das Jahr ist vorüber, der Silvesterpunsch getrunken und die Vorbereitungen auf den Fußball 2019 gehen los.

Die ungeraden Jahre zwischen den Welt- und Europameisterschaften der Herren sorgen generell für etwas weniger medialen Wirbel um den Fußball, doch echte Fußballfans wissen, dass es immer etwas Spannendes zu schauen gibt, zumal die Verbände UEFA und FIFA den Fußball mit jedem Jahr stärker pushen.

Auch für die deutsche Nationalmannschaft ist der Jahreskalender bereits jetzt gut gefüllt. Da das Team an den Finalspielen der Nations League nicht teilnehmen wird, kann es sich voll und ganz auf die sehr wichtigen Qualifikationsspiele zur EM 2020 konzentrieren.

Seit der Auslosung vom 2. Dezember wissen wir, auf welche vier Gegner sich die deutsche Elf in ihrer Gruppe C einstellen muss. Neben den gefürchteten Niederlanden wurden Estland, Weißrussland und Nordirland in die Gruppe gelost. Die Spiele werden über acht Monate hinweg mit mehreren kürzeren Pausen ausgetragen.

Termine EM2020 Qualifikation Deutschland
Wichtige EM 2020 Qualifikationsspiele stehen an (Bild: Casino.org)

Das Bestehen der Qualifikationsphase ist in diesem Jahr oberste Priorität, doch auch außerhalb dieser werden die Spieler gut beschäftigt. Interessant könnten dabei insbesondere das Testspiel gegen Serbien am 20. März in Wolfsburg sowie ein weiteres am 9. oder 10. Oktober sein.

Zwar stehen für das zweite Spiel weder Gegner noch Austragungsort fest, doch bieten sich dem Trainer zwei gute Chancen, seine Entscheidungen zu Spieleraufstellung und Spieltaktik unter Beweis zu stellen.

Des Weiteren wird das Team zu Zwecken der Wohltätigkeit in die Pflicht genommen. Gemäß dem DFL-Grundlagenvertrag ist ein Benefizspiel im Zwei-Jahres-Rhythmus vorgesehen, und zwar eigentlich in den geraden Jahren. Aus noch größerer terminlicher Not wurde das Spiel jedoch von 2018 auf 2019 verschoben. Ein Datum steht jedoch noch nicht fest.

Bei den Benefizspielen können insgesamt bis zu 450.000 € eingenommen werden, welche dann zu einem Drittel in die DFL-Stiftung und zu zwei Dritteln in die Stiftungen des DFBs fließen.

Umbruch, aber ganz gemächlich

Wenn Fußballfans im letzten Jahr auf eines gewartet hatten, dann war das der große „Umbruch“, der „Neubeginn“, die „Wiedergutmachung“. All das hatten sowohl Löw als auch Oliver Bierhoff immer wieder angekündigt, doch irgendwie ist es nicht so ganz nach Plan gelaufen.

An Wortwahl und Semantik hat sich im Hinblick auf die Pläne fürs neue Jahr nichts geändert. Der Umbruch soll passieren, aber ganz vorsichtig und in Babyschritten. So möchte Löw zwar (mal wieder) vermehrt auf junge Spieler setzen, jedoch nicht zu viel riskieren oder gar auf die Erfahrung der älteren Stammspieler verzichten. Löw dazu:

Die beiden übergeordneten Ziele für das Jahr 2019 sind klar: einerseits junge Spieler an die Nationalmannschaft heranzuführen und ihnen mehr Verantwortung zu geben. Gleichzeitig wissen wir, dass wir die Ergebnisse brauchen, um uns direkt für die EM 2020 zu qualifizieren. Wir wollen der Mannschaft sukzessive ein anderes Gesicht geben. Das ist ein Prozess, bei dem wir auch Geduld brauchen und gerade den jungen Spielern auch Zeit geben müssen zu reifen.

Im Fokus stehen dabei insbesondere Leroy Sane (22), Niklas Süle (23), Timo Werner (22), Julian Brandt (22), Joshua Kimmich (23) und Leon Goretzka (23).  Diese und weitere junge Talente sollen, so Löw, bis spätestens zur nächsten Weltmeisterstaft eine starke „titelreife Achse“ bilden.

An einigen WM-Helden von 2014 möchte Löw aber unbedingt festhalten und besonders Torwart Manuel Neuer (32) genoss kürzlich ausschweifende Lobeshymnen. Neuer sei als Kapitän äußerst wichtig für die Spiele und daher bis 2020 fest als Nummer 1 eingeplant. Ersatzmann Marc-André ter Stegen (26) muss sich also weiterhin gedulden, soll aber, so Löw, dennoch seine Chance bekommen.

Löw sitzt fest im Sattel

An Löws Position als Cheftrainer bestehen ebenfalls fürs erste keinerlei Zweifel. Kurz vor der WM verlängerte der DFB seinen Vertrag um weitere drei Jahre und wie DFB-Vizepräsident Rainer Koch (60) im Dezember betonte, habe man sich diese Entscheidung gut überlegt.

Immer wieder war seit der WM die Rede von einem möglichen Rücktritt des 58-Jährigen, doch trotz allem stand der gesamte Fußballbund geschlossen hinter ihm. Auch Präsident Reinhard Grindel (57) betonte in dem Zusammenhang, dass Löw vorerst alternativlos bleibe:

Es gab nie einen Plan B. Wir haben vor und nach der WM im gesamten Präsidium gesagt, dass niemand so geeignet ist, einen Umbruch zu gestalten, wie Jogi Löw.

Bereits vor der Weltmeisterschaft habe man sich, komme, was wolle, fest für Löw und auch Oliver Bierhoff entschieden. Dabei habe der DFB alle potentiellen WM-Szenarien, inklusive eines frühen Ausscheidens, bedacht.

Koch sprach des Weiteren von Hoffnung und Mut und zeigte sich überzeugt, dass die verjüngte Mannschaft im nächsten Jahr sehr erfolgreich sein würde. Besonders wünsche er sich einen klaren Sieg im Auftaktspiel der EM-Qualifikation gegen die Niederlande.

Bei so viel Vorfreude und Zuversicht können also auch die deutschen Fußballfans erstmal positiv in die Zukunft schauen. Was die Mannschaft daraus macht, werden wir ab spätestens März sehen.

Wer wird Deutscher Meister?

Anders als die deutsche Fußballnationalelf haben einige Teams der Bundesliga in dieser Saison definitiv ihren Lauf. Zu den Spitzenteams zählt derzeit mit XY Punkten Borussia Dortmund. Viele treue BVB-Fans glauben daher in diesem Jahr fest an den Titelsieg ihres Vereins. Und auch die Buchmacher scheinen damit zu rechnen, wie ein Blick in die aktuellen Wettquoten von circa 1,75 belegen.

BVB Heißluftballon
Wird Dortmund deutscher Meister? (Bild: Flickr)

Die seit fünf Jahren ungeschlagenen Bayern haben dafür ihre Spitzenposition hinter sich gelassen und waren kurzzeitig sogar auf Platz 6 der Tabelle abgerutscht. Eher aufgrund von Glück als Geschick konnten sich die Bayern kurz vor Weihnachten dann jedoch auf Platz 2 hochspielen.

Auch Schalke hat sich verabschiedet und die Überraschungs-Zweitplatzierung von 2017/18 scheint sich so schnell nicht zu wiederholen. Der zuvor drittplatzierte TSG Hoffenheim wiederum hat in dieser Saison auch zu kämpfen und steckt auf den mittleren Rängen fest.

Wacker schlagen sich bislang auch die Teams Bayer Leverkusen und RB Leipzig. Bereits im Vorjahr sicherten sich die beiden durch die Positionen 5 und 6 in der Bundesliga ihre Plätze in der Europa League Gruppenphase und in diesem Jahr lassen sich durchaus Chancen auf eine Teilnahme an der nächsten Champions League wittern.

Am 18. Januar geht es nach der Winterpause auch endlich mit dem 18. Spieltag weiter und Hoffenheim eröffnet gegen den FC Bayern die zweite Hälfte der Saison. Bis zum Saisonende dürfen Fans sich dann auf vier weitere Monate interessanter Spiele freuen.

Die Termine für die Bundesligasaison 2019/20 stehen im Übrigen auch schon fest. Der erste Spieltag der neuen Saison wird vom 16. bis 18. August stattfinden, nur eine Woche nachdem auch der DFB-Pokal startet.

Champions League & Europa League

Einige der Spitzenreiter der Bundesligasaison 2017/18 werden im Jahr 2019 auch noch bei den internationalen Turnieren der Champions League und Europa League dabei sein. Von den vier deutschen Teams, die sich im vergangenen Jahr durch die Champions League Gruppenphase kämpften, haben es der FC Bayern, der BVB und Schalke bis ins Achtelfinale geschafft.

Doch leicht werden die Spiele ganz und gar nicht, denn bei der Auslosung der Teams wurden drei starke britische Gegner festgelegt. Bayern wird sich gegen den in Großbritannien ungeschlagenen FC Liverpool behaupten müssen, Dortmund gegen Tottenham (Tabellenplatz 3) und Schalke gegen Manchester City (Tabellenplatz 2).

Estadio Metropolitano de Madrid
Champions League Finale 2019 in Madrid (Bild: Wikipedia)

Die erste Runde des Achtelfinales wird am 12. und 13. sowie 19. und 20. Februar stattfinden, die zweite Runde dann am 5. und 6. sowie 12. und 13. März. Das Champions League Finale wird schließlich am 1. Juni 2019 im Estadio Metropolitano Madrid ausgetragen.

Zur selben Zeit wie das Champions League Achtelfinale beginnen auch die Europa League Spiele der letzten 32. Von den deutschen Bundesligateams hat es Bayer 04 Leverkusen durch die Gruppenphase geschafft. Das Team wird am 14. und 21. Februar gegen den russischen Verein FK Krasnodar auf dem Platz stehen. Ob es die Werkself jedoch bis ins Finale am 29. Mai in Baku schafft, wird sich zeigen.

Das Fußballjahr 2019 hat also in der Tat viel zu bieten und wir werden mit Spannung die Spiele der Nationalmannschaft sowie die der deutschen Bundesligaclubs verfolgen. Und sollte es endlich wieder besser laufen, können wir mit umso mehr Vorfreude auf eine hoffentlich erfolgreiche Europameisterschaft im nächsten Jahr schauen. Doch bis dahin, ein frohes Neues Jahr 2019!