eSports könnten bald zum Programm der Olympiade 2024 gehören. Tony Estanguet, Co-Präsident des Pariser Bewerbungskomitees, hat bestätigt, dass er mit den Vertretern des Internationalen Olympischen Komitees über die Einbeziehung von Videospielen sprechen werde.

Thomas Bach und die Olympiade 2024

Thomas Bach, der Präsident des internationalen olympischen Komitees, ist offen für Diskussionen über die Teilnahme des eSports an der Olympiade 2024. (Bildquelle: tagesspiegel.de)

Bereits 2017 hat Estanguet angekündigt, dass es mit einigen eSports Veranstaltern Gespräche geben werde. Man habe die Absicht, die Möglichkeiten zu eruieren, eSports als olympische Disziplin und somit ins Programm der Olympiade 2024 aufzunehmen.

Dazu sagt er:

„Wir müssen alles genau betrachten, denn wir können noch nichts Konkretes dazu sagen. Es geht hier nicht um uns und auch nicht um Olympia. Die Jugend, ja, sie interessiert sich für eSports. Lasst es uns anschauen, lasst uns sie treffen und wir versuchen, Brücken zu bauen.

Ich möchte auch nicht von Anfang an ´Nein´ sagen. Ich denke, es ist interessant, der eSports Familie zu begegnen, um besser zu verstehen, was diese Disziplin so erfolgreich macht.“

Paris wird als Austragungsort der Olympiade 2024 bestätigt, wenn das IOC im kommenden Monat in Peru zusammenkommt. Das ist das Ergebnis eines Abkommens mit dem einzigen Konkurrenten Los Angeles, der sich bereit erklärt, die Spiele des Jahres 2028 zu organisieren.

eSports in die Olympiade 2024 – keine neue Idee

Auch Thomas Bach, der Präsident des internationalen olympischen Komitees, unterstützt diese Idee, denn er hofft, mit eSports ein jüngeres Publikum für die olympischen Spiele begeistern zu können. Aber er äußert auch Skepsis:

“Wir sind uns noch nicht zu 100 % im Klaren darüber, ob eSport wirklich Sport ist, in Bezug auf körperliche Aktivität und was es braucht, um Sport zu sein.”

Bereits im vergangenen Jahr wurde das Thema eSports als olympische Disziplin diskutiert. Allerdings hat Bach einige Vorbehalte. So sollen gewalthaltige Spiele wie Dota 2 und Counter Strike nicht unterstützt werden.

Vielmehr unterstütze er den Gedanken, Sport Simulationsspiele wie FIFA ins Programm aufzunehmen. Allerdings äußerte Bach auch Bedenken, da es in der eSports Branche noch keine einheitlichen Regeln und Normen gibt.

Dazu gehören unter anderem Doping Kontrollen, mögliche technische Manipulationen sowie Regeln, was den Umgang der Spieler untereinander betreffe.

Das olympische Programm für die Olympiade 2024 wird 2019 Gestalt annehmen. Endgültige Entscheidungen werden erst nach der Austragung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio getroffen.

eSport ist bereits Inhalt des Programms der Asian Games 2022

Die vom IOC anerkannten Asian Games sind nach den Olympischen Spielen die zweitgrößte Multi Sport Veranstaltung der Welt. 45 nationale Delegationen und rund 10.000 Athleten nahmen an den letzten Asian Games vor drei Jahren in Südkorea teil.

Der olympische Rat in Asien (OCA) hat eSports in das offizielle Sportprogramm der Asienspiele 2022 in Hangzhou, China, aufgenommen. Der OCA sagte, dass man die schnelle Entwicklung und die Popularität dieser neuen Sportart reflektieren wolle.

Offiziell wurden Details über die Titel der Spiele noch nicht bekannt gegeben. Allerdings wurde die Teilnahme der Spiele Fifa 2017, Moba (Multiplayer Online Battle Arena) und RTA (Real Time Attack) bereits bestätigt.

Der wirtschaftliche Faktor

Die Popularität des eSports hat seinen Ursprung in den asiatischen Ländern. 2014 verfolgten mehr als 40.000 Menschen die League of Legends-Weltmeisterschaft 2014 in Seoul.

Jetzt zieht das Competitive Gaming bereits Millionen von Zuschauer an, sowohl auf Online Plattformen als auch an Live Orten wie dem New Yorker Madison Square Garden, dem Staples Center in Los Angeles und der MGM Grand Garden Arena am Las Vegas Strip.

Im Jahre 2016 erwirtschaftete eSports einen Umsatz von 493 Millionen US Dollar mit einem weltweiten Publikum von mehr als 320 Millionen Menschen. Zehntausende Fans pilgern zu den Austragungsstätten, wenn große Events veranstaltet werden.

Das eSports Turnier Dota 2, das ebenfalls 2016 ausgetragen wurde, schüttete ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 20 Millionen US Dollar an. Der Sieger, das Wings Team aus China, gewann mehr als 9,1 Millionen US Dollar. Der Preispool des Dota 2 Turniers 2017 wuchs bereits auf knapp 24 Millionen US Dollar an.