Der eSport gewinnt immer mehr an Bedeutung, was unter anderem auch die Politik erkannt hat. Nun gründet Frankreich als erstes europäisches Land ein eSports FIFA Nationalteam.

eSports Veranstaltung

Der eSports gewinnt immer größere Bedeutung im Bereich des Sports (Bildquelle: n-tv.de)

Die Stadien, in denen große eSports Events übertragen werden, sind gut gefüllt. Experten der Branche rechnen damit, dass die Anzahl der Zuschauer bis zum Jahre 2025 auf über 850 Millionen anwachsen wird.

In Frankreich hat der Fußballverband Fédération Francaise de Football (FFF) das enorme Potential erkannt und stellt eine FIFA Nationalmannschaft auf, die gegen andere Länder antreten soll.

Am 20. und 21. April wird ein Qualifikationsturnier zwischen 16 Xbox und Playstation Spielern ausgetragen. Die besten vier Spieler sollen dann für die Bleus im Fußballsimulationsspiel FIFA 18 antreten.

Dabei handelt es sich bei der Aufstellung einer Nationalmannschaft keineswegs um eine neue Idee im Bereich des Computersports. Bisher hat allerdings noch kein traditioneller Verband ein Team zusammengestellt.

Frankreich übernimmt Vorreiterrolle im eSport

Die französische Regierung hat 2015 eSports den anderen Sportarten gleichgesetzt. Einige Fußballvereine, unter anderem LOSC Lille und Paris Saint Germain, haben bereits FIFA Spieler verpflichtet.

Da war es bis zur Aufstellung einer eigenen Nationalmannschaft nur noch ein weiterer Schritt. Die Leitung des Teams wird vonFabien ‘Neo’ Devide, dem Inhaber der französischen eSport Organisation Team Vitality, übernommen. Er verfügt über umfangreiches Wissen in die Szene.

Die Rolle des eSports in anderen europäischen Ländern

Auch in Polen hat der eSport eine hohe Bedeutung. Vor einem Jahr hat die polnische Fußballliga Ekstraklasa den ersten Schritt getan und veranstaltete mit großem Erfolg ein FIFA 17 Turnier.

Seitdem befasst sich Ekstraklasa noch intensiver mit dem Thema. Der Präsident des Verwaltungsrates Marcin Animucki sieht enormes Potential in eSports und plant eine optimale Vermarktung einer eigenen FIFA Liga.

Ekstraklasa will gemeinsam mit der Sportagentur Lagadère Sports ein Modell entwickeln, das sich langfristig für die Liga auszahlt. Dabei soll das Projekt in Frankreich als Vorbild dienen.

eSports in Deutschland

Bis dato gab es europaweit noch kein FIFA Nationalteam. Aus diesem Grunde gibt es auch noch kein FIFA Team, mit dem sich die französische eSports Mannschaft messen kann.

Inzwischen sollen Freundschaftsspiele gegen andere Teams ausgetragen werden, bis andere europäische Länder nachziehen, hieß es in einer offiziellen Ankündigung.

In Deutschland allerdings sind die Diskussionen zum Thema eSports kontrovers. Erst kürzlich wurde eine kritische Äußerung des DFB Präsidenten Grindel zum eSport publik.

“Ich halte den Weg, den die Koalition beschlossen hat, eSport gemeinnützig zu machen, für falsch […] eSports ist für mich kein Sport. Die Nutzung von PC, Konsole und Co. eine eine absolute Verarmung.”

Aufgrund der zunehmenden Popularität des eSports ist eine Diskussion zum Thema unumgänglich. Daher will der DOSB Empfehlungen ausarbeiten, wie damit umgegangen werden soll und hat zu diesem Zwecke die AG eSport gegründet.

eSports in der Politik

Als in Deutschland der Koalitionsvertrag der GroKo verabschiedet wurde, fand der virtuelle Sport ebenso seinen Platz. Auch entgegen der Meinung der DOSB will die neue Bundesregierung Gaming als Sport offiziell anerkennen.

Darin heißt es:

“Wir erkennen die wachsende Bedeutung der E-Sport-Landschaft in Deutschland an. Da E-Sport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind, Training und Sportstrukturen erfordert, werden wir E-Sport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen.”

In Deutschland sind Computerspiele sehr populär. Rund 34 Millionen Menschen spielen zumindest ab und zu. Doch auch unter Wettbewerbsbedingungen wird immer mehr gespielt.

Das hat zur Folge, dass die Branche einen großen Aufschwung erlebt und damit auch immer professioneller aufgestellt ist. Am beliebtesten sind Shooter, Strategiespiele und auch Sport Games.

Der wirtschaftliche Faktor

Der eSport hat weltweit rund 400 Millionen Anhänger. Allein in Deutschland konnte die Branche im vergangenen Jahr 50 Millionen Euro Umsatz vermerken. Eine Steigerung auf bis zu 130 Millionen Euro wird bis 2020 erwartet.

Dass das Geschäft sich lohnt, haben auch die Vereine der Bundesliga erkannt und etablieren sich auf dem Markt. So ist der Verein Schalke 04 nun auch im virtuellen Sport aktiv.

Mit dem Engagement im eSport will sich der Verein nach außen hin repräsentieren, auch auf internationaler Ebene. Schalke soll noch größer und bekannter werden.

Doch auch andere deutsche Vereine zeigen Interesse. Wolfsburg, Leipzig und Stuttgart sind ebenso aktiv. Bayern München zeigt sich ebenfalls interessiert.