Illegales Online-Glücksspiel und Geldwäsche? Ermittlung gegen Juventus-Manager Allegri

Veröffentlicht am: 7. Juni 2021, 02:03 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 7. Juni 2021, 02:03 Uhr.

Der neue Manager des italienischen Top-Fußballclubs Juventus Turin, Massimiliano Allegri, hat am Wochenende für Negativschlagzeilen gesorgt. Gegen den 53-Jährigen soll italienischen Medienberichten zufolge [Seite auf Italienisch] wegen der Teilnahme an illegalen Online-Glücksspielen ermittelt werden.

Flagge Juventus Turin Juve
Juve-Trainer Allegri wird vorgeworfen, eine halbe Million Euro bei illegalen Online-Glücksspiel-Anbietern eingezahlt zu haben. (Bild: Pixabay)

Mehr als 350.000 Euro soll Allegri bei Glücksspiel-Anbietern aus Malta und Slowenien eingezahlt haben, berichtete am Sonntag die Zeitung Il Tempo. Nach heute veröffentlichten Recherchen der Zeitung Il Giornale gehe es sogar um mehr als 500.000 Euro.

Bei der Bank läuteten die Allarmglocken

Auf die ungewöhnlichen Transaktionen aufmerksam geworden sei seine Bank. Deren automatisches Anti-Geldwäsche-Frühwarnsystem habe beim Konto Allegris angeschlagen. So habe Allegri nicht nur hohe Einzahlungen an Glücksspiel-Firmen getätigt, sondern seien von diesen auch mehrmals Beträge im sechsstelligen Bereich auf sein Konto überwiesen worden.

Die Zahlungen sollen zwischen 2018 und 2021 über seine Kreditkarte erfolgt sein. Es sei nicht bekannt, ob der Manager die eingezahlten Beträge für Sportwetten oder Casinospiele, bzw. überhaupt fürs Glücksspiel eingesetzt habe. Sollte er jedoch auf Basis von Insiderwissen Wetten auf Fußballspiele platziert und diese gewonnen haben, sei die Angelegenheit besonders brisant.

Allegri reagierte umgehend auf die ersten Medienberichte über sein mutmaßliches illegales Glücksspiel. Gegenüber dem Fernsehsender Sport Mediaset sagte er:

Bezug nehmend auf die heute über mich veröffentlichten Nachrichten erkläre ich mit absoluter Entschlossenheit, jedweden illegalen oder unregelmäßigen Aktivitäten fern geblieben zu sein und ebenso wenig gegen die geltenden Anti-Geldwäsche-Verordnungen verstoßen zu haben.

Derzeit geht aus den Medienberichten nicht hervor, um welche Online-Glücksspiel-Plattformen es gehen soll. Es stehe aber fest, dass gegen die Anbieter zuvor bereits wegen illegalen Glücksspiels, schweren Betrugs und Verbindungen zur mafiösen Vereinigung ‘Ndrangheta ermittelt worden sei.

Harsche Kritik von Journalisten und Sportfans

Mit den Schlagzeilen über Allegris eventuelle Sportwetten ist auch die allgemeine Diskussion über die Teilnahme von Sportlern an Glücksspielen wieder aufgeflammt. Der bekannte Sportjournalist Maurizio Pistocchi kritisierte das Verhalten Allegris heute in einem Twitter-Post. Darin schreibt er:

Wetten ist nicht verboten, aber das Glücksspiel ist eine schwere Krankheit, die ein Sportler vermeiden und bekämpfen sollte.

Sein Tweet hat bereits jetzt große Resonanz hervorgerufen. Viele Twitter-Nutzer stimmten Pistocchi zu, dass insbesondere die Teilnahme an nicht lizenzierten Glücksspielen höchst verwerflich sei.

Inwieweit sich die Mutmaßungen tatsächlich bestätigen werden, bleibt jedoch vorerst abzuwarten. Die Ermittlungen liefen den Medien zufolge jedoch auf Hochtouren.