FIFAs eNations Cup wird das erste eSports-Turnier für National-Teams

Veröffentlicht am: 3. März 2019, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. Juni 2019, 05:28 Uhr.

Die FIFA möchte der wachsenden Bedeutung des eSports weiter Rechnung tragen: Nachdem der Fußballweltverband in dem Bereich bereits hochklassige Team-Wettbewerbe wie den eClub World Cup durchgeführt hat, stellt er jetzt mit dem “eNations Cup” das erste Turnierformat für Nationalmannschaften vor. Losgehen soll es schon am 13. April.

FIFA-eSports-Event
Der eNations Cup wird nur für Nationalteams sein (Bild: fifa.com)

Die FIFA-Pläne für das eSports-Pendant zu einer Fußballweltmeisterschaft nehmen damit ganz konkrete Formen an, denn der Verband lud Mitte letzter Woche Staaten aus sechs FIFA-Kontinentalverbänden ein, an dem “eNations Cup” getauften Turnier teilzunehmen. Da die Debütveranstaltung von der FIFA als Show-Event konzipiert wurde, dürfen an diesem Wettbewerb nur 16 speziell von der FIFA eingeladene und noch nicht bekannte Nationalmannschaften teilnehmen.

FIFA setzt auf eSports-Formate

Wie bei den bereits etablierten eSports-Turnieren der FIFA wird das FIFA19-Game des Spielherstellers Electronic Arts (EA Sports) die Basis des Wettbewerbs bilden. Dort sollen die Staaten analog zum vor drei Wochen in London ausgetragenen eClub World Cup 2019 in Zweierteams antreten und den eSports-Weltmeister von FIFA19 ermitteln.

Luis Vicente, Leitender Beauftragter für Digitale Transformation und Innovation der FIFA, sagte zu dem Wettbewerb:

“Die Einbeziehung unserer Mitgliedsverbände mit einem gesonderten Nationenturnier ist ein weiterer wichtiger und aufregender Schritt für die FIFA und die Entwicklung des globalen eFootball. Nach der erfolgreichen Einführung und Etablierung des FIFA eClub World Cup in den vergangenen Jahren freuen wir uns sehr darauf, nun diesen neuen Wettbewerb zwischen Nationen in unser eFootball-Portfolio zu integrieren.“

Um die nationalen Zweierteams zu ermitteln, rief die FIFA die Landesverbände dazu auf, nationale eFootball-Meisterschaften auszurichten und das jeweils siegreiche Gespann für den eNations Cup zu melden.

Deutsche Chancen auf den Titel?

Die Nationen-Regelung ist ein Novum in der eSports-Szene, in der ansonsten bei internationalen Wettkämpfen meist multinationale Teams dominieren. Doch sie könnte zu einem Vorteil für die deutschen Spieler werden, die in den beiden FIFA-Weltranglisten für PlayStation und Xbox gut vertreten sind. So stellen Vertreter aus Deutschland in beiden Tabellen unter den Top-10 derzeit jeweils drei Spieler.

eSports Werder Bremen
Die beiden Werder-Stars (Bild: meinwerder)

Da die Bildung einer schier unbesiegbaren Mannschaft wie dem eClub World Cup-Champion KiNG eSports, der die beiden mit großem Abstand Führenden beider Tabellen in einem Team vereinigte, aufgrund ihrer unterschiedlichen Nationalitäten nicht erlaubt ist, dürfen sich deutsche eGamer gute Chancen ausrechnen.

Allen voran dürften hierzulande die Namen der Topstars Michael “MegaBit” Bittner (3. der Xbox-Tabelle) und Mohammed “MoAuba” Harkous (5. der PlayStation-Tabelle) fallen. Die beiden haben neben ihren sehr guten Platzierungen einen weiteren gewichtigen Vorteil: Sie spielen beide bereits im Team der eSports-Abteilung von Werder Bremen und können deshalb auf wertvolle gemeinsame Erfahrungen und die Routine aus vielen Wettkämpfen bauen.

Virtual Bundesliga
Deutschland gehört zu den ersten Ländern der Welt, in der es eine eigenständige FIFA-Liga gibt: In der seit dieser Saison existierenden Virtual Bundesliga sind die eSports-Abteilungen von 22 Club der 1. und 2. Bundesliga vertreten. An 21 Spieltagen werden dort die Teilnehmer der Playoffs ermittelt, bei denen es dann im März um den Sieger der ersten FIFA-Meisterschaft geht. Neben dem VFB Stuttgart und Borussia Mönchengladbach liegt aktuell Werder Bremen in der Tabelle mit an der Spitze.

Die Virtual Bundesliga – in der die Top Clubs Borussia Dortmund und Bayern München noch nicht vertreten sind – ist einer der internationalen Vorreiter im eSports und diente unter anderem der britischen Premier League als Vorbild bei der Bildung einer eigenen Liga.

Allerdings steht noch gar nicht fest, wer an dem Turnier teilnehmen darf, denn die FIFA teilte bisher nicht mit, welche Nationen sie zu dem Event eingeladen hat. Sollte sie sich bei der Auswahl an den eigenen Rankings orientiert haben, dürfte jedoch kein Weg an der Nominierung eines deutschen Teams vorbeiführen.

FIFA 19 Global Series bekommt Zuwachs

Die Premiere des neuen Formats findet am 13. und 14. April 2019 statt. Weitere Details zu Modus, Teilnehmern und Austragungsort will die FIFA in Kürze bekanntgeben. Sicher ist bereits, dass der eNations Cup fester Bestandteil der offiziellen FIFA 19 Global Series-Turnierreihe werden soll, die sich aus acht Major-Veranstaltungen zusammensetzt.

Drei dieser Wettbewerbe werden von der FIFA selbst veranstaltet. Neben dem eNations Cup gehören dazu der eClub World Cup sowie mit dem FIFA eWorld Cup der Höhepunkt des FIFA eSports-Kalenders. Dieser krönende Abschluss der FIFA Global Series, bei dem der beste Spieler der Welt ermittelt wird, soll Anfang August 2019 stattfinden.

Neben dem Weltmeistertitel winkt dem Sieger im August ein lukratives Preisgeld. So sicherte sich der amtierende Titelträger Mosaad Aldossary aus Saudi-Arabien im letzten Jahr eine Viertelmillion US-Dollar. Aber auch die übrigen Finalteilnehmer gingen nicht leer aus, denn insgesamt wurden 400.000 US-Dollar unter den Spielern verteilt.