Heute findet die Finalrunde der FIFA eSports-Weltmeisterschaft in London statt. Dabei haben sich zwei Favoriten herauskristallisiert. Das Team von Manchester City eSports ist nach seinem dominanten Auftritt in seiner Gruppe Titelfavorit, doch auch das deutsche Team von KiNG eSports darf sich nach seinem ebenfalls klaren Gruppensieg berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen.

Screenshot FIFA-Game

Die besten acht Teams sind in der Finalrunde (Bild: YouTube)

Mit sechs sicher herausgespielten Siegen waren die beiden eGamer von Manchester City eSports eines der stärksten Teams der Gruppenphase. Deshalb setzten sie sich in ihrer Gruppe klar als Erster durch.

Doch auch das deutsche Team KiNG eSports zeigte eindrucksvoll, warum sie vor dem Turnier zu den Favoriten gezählt worden waren. Dabei war KiNG gestern vergleichsweise schwach ins Turnier gestartet. Von ihren ersten drei Matches konnten sie nur eins gewinnen. Doch am Nachmittag drehte das Team auf, als KiNG-Spieler TekKz sein ganzes Können abrief und zwei wichtige Siege einfuhr, die der Mannschaft den Gruppensieg bescherten.

Damit zeigte das britische Wunderkind TekKz, dass es mit nur 17 Jahren zu den weltbesten FIFA-Spielern gehört. Sollte TekKz nachher auf einem ähnlichen Niveau spielen, dürften die Gegner große Schwierigkeiten bekommen, KiNG zu besiegen.

Eine enttäuschende Leistung lieferten die Weltmeister von Brøndby IF ab. Sie konnte über weite Strecken der Gruppenphase nicht ihre Leistung abrufen und belegten deshalb völlig überraschend nur den dritten Platz in ihrer Gruppe, die von Manchester dominiert wurde. Die Spieler von Brøndby IF mussten deshalb schon nach dem ersten Tag die Heimreise antreten.

Zwei deutsche Teams beim Turnier

Unter die 16 Teilnehmer hatten es neben KiNG eSports auch die Spieler des eSports-Teams vom  VFL Bochum geschafft. Im Gegensatz zu KiNG war das Turnier für das Team vom VFL Bochum, das auch in der Virtuellen Bundesliga antritt,  jedoch relativ schnell vorbei, denn sie verabschiedeten sich bereits nach dem ersten Tag als Gruppenletzter vom virtuellen Spielfeld.

Werder Bremen nachträglich in der Qualifikation gescheitert
Vor Turnierbeginn hatte das FIFA-Team von Werder Bremen, das sich bereits sicher für den eClub World Cup qualifiziert hatte, eine besonders bittere Pille schlucken müssen. Die Mannschaft, die die beiden deutschen Topstars Michael „MegaBit“ Bittner und Mohammed „Mo Auba“ Harkous in ihren Reihen versammelt, hatte sich souverän für die Endrunde in London qualifiziert.

Da ihr Gruppengegner Valencia CF wegen eines Regelverstoßes jedoch disqualifiziert worden war und dessen Spiele nachträglich mit 0:3 gewertet wurden, rutschten die Bremer noch vom ersten Platz ihrer Gruppe, weil ihre Konkurrenten von den zusätzlichen Punkten profitierten. So verloren sie noch ihr sicher gewähntes Ticket für London.

Noch steht es in den Sternen, wer sich letztendlich unter den ursprünglich 16 Teilnehmern des FIFA eClub World Cups durchsetzt und nachher neben dem Titel ein Preisgeld in Höhe von 40.000 US-Dollar erhält. Doch nach ihrem starken Auftritt sind die Teams von Manchester City und KiNG eindeutige Favoriten auf den Titelgewinn.

Geld, Punkte und eine exklusive Einladung zu gewinnen

eSports FIFA-Spieler

FIFA-Spieler in Aktion (Bild: Twitter)

Neben dem Preisgeld bekommen die Spieler des Weltmeisters jeweils 1.500 der wertvollen FIFA-Ranglistenpunkte gutgeschrieben. Darüber hinaus erhalten sie eine exklusive Einladung zu The Best FIFA Football Awards, wo die Weltfußballer des Jahres gekürt werden. Die Spieler bekommen dort die einmalige Chance, die Stars des Fußballs einmal persönlich kennenzulernen.

Doch auch die anderen Finalisten gehen nicht leer aus: Sie erhalten ebenfalls Geldprämien (von 20.000 US-Dollar für den Zweitplatzierten bis 1.500 US-Dollar für Platz 16) und Ranglistenpunkte. Auf ein Treffen mit Ronaldo, Messi oder Neymar bei den FIFA Football Awards müssen sie jedoch verzichten.

Das Feld der 16 Finalrunden-Teilnehmer rekrutierte sich aus 15 Teams, die sich bei Qualifikationsturnieren ein Ticket gesichert hatten, und den Titelverteidigern von Brøndby IF, die automatisch qualifiziert waren. Neben KiNG eSports aus Deutschland zählten die Dänen vor Turnierbeginn zu den Topfavoriten. Doch zumindest die Spieler von Brøndby FC  konnten ihrer Rolle nicht gerecht werden.

Der Turniermodus

Basierend auf der aktuellen FIFA19-Version des eSports-Klassikers von EA Sports tragen die eGamer ihre Matches auf auf PlayStation und Xbox aus. Aus diesem Grund bestehen die Zweierteams der Teilnehmer aus jeweils einem Spezialisten für jede Konsole.

eSports-Arena London

Die Arena des heutigen Finales (Bild: fifa.com)

In den gestrigen Gruppenrunden standen sich in vier Gruppen jeweils vier Teams gegenüber. Dort duellierten sich zuerst die PlayStation- und Xbox-Experten, um danach gemeinsam gegen ihre Konkurrenten auf einer vor dem Turnier festgelegten Konsole zu kämpfen.

Die beiden besten Teams jeder Gruppe qualifizierten sich für die KO-Runde mit den heute ausgespielten Viertel- und Halbfinalmatches. Auch dort kam es zuerst zu den konsoleninternen Kämpfen, denen nur beim Stand von 1:1 das entscheidende konsolenübergreifende Match folgte.

Nachher wird sich zeigen, ob sich die Favoriten von KiNG oder Manchester durchsetzen und sich zum neuen Champion krönen. Doch dieser eCup hat bereits gezeigt, dass sich die Favoriten nie zu sicher sein sollten, denn auch die Underdogs verfügen über schlagkräftige Spieler.