E-Sport-Boom in der Formel 1: Was kommt nach der Corona-Krise?

Veröffentlicht am: 4. April 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 3. April 2020, 12:36 Uhr.

Formel E-Weltmeister und Veloce Esports-Teilhaber Jean-Éric Vergne (30) hat E-Sport-Veranstalter angemahnt, nicht nur von der Corona-Krise zu profitieren, sondern auch für die Zeit danach zu planen.

Ferrari, Rennstrecke
Formel 1-E-Sport boomt während der Corona-Krise (https://www.flickr.com/photos/jiteshjagadish/5178384748, Jitesh Jagadish)

Aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus waren die ersten acht Rennen der diesjährigen Formel 1-Saison abgesagt worden. Die Lücke, die dies für viele F1-Fans hinterlassen hatte, hatte zu einem regelrechten Boom von E-Sport-Events geführt

Vergne: Für die Zeit nach Corona planen

Jean-Éric Vergne hat die Branche nun gewarnt, dass sich die E-Sport-Formel 1 für die Zeit nach dem Boom rüsten müsse:

„Wir können kein Geschäft führen, das nur in einer Krisenzeit wie jetzt wertvoll ist. Wir brauchen ein Modell, das die ganze Zeit funktioniert.“

Mit der Rückkehr der Rennen ins wahre Leben würde auch ein erheblicher Teil des Publikums an die echte Rennstrecke zurückkehren. Lediglich diejenigen Fans, die vornehmlich am Gaming-Aspekt der E-Sport-Formel 1 interessiert seien, würden dem E-Sport nach der Corona-Krise treu bleiben.

Vergne kritisiert, dass viele Unternehmen die Events von Veloce Esports kopierten. Kurzfristig alle Sportveranstaltungen ins Netz zu bringen, führe jedoch zu nichts.

Veloce Esports sei das einzige Unternehmen, das mit der Einbindung verschiedenster Prominenter originelle Produkte schaffe. Nur auf diese Weise könne ihre Arbeit langfristig funktionieren. Weitere Prominente würden in den nächsten Wochen dazustoßen, auch eine Wohltätigkeitsaktion sei geplant.

„Not The AUS GP“, „Not The Bah GP” und “F1 Esports Virtual Grand Prix“

Zu den beliebtesten Online-Formel 1-Rennen zählen die E-Sport-Veranstaltung von Veloce Esports für den Großen Preis von Bahrain sowie „Not The AUS GP“, die als Ersatzevent für den großen Preis von Australien online ausgetragen wurde.

E-Sport-Größen treten dort gegen „echte“ Formel 1-Stars und andere Prominente an, darunter Max Verstappen, Lando Norris und Thibaut Courtois. Dabei wurden in den letzten Wochen hunderttausende Online-Zuschauer gezählt.

Die Veranstalter der Formel 1 hatten ebenfalls auf die abgesagten Events reagiert und ihre Rennen ins Internet verlegt. Der zweite virtuelle Große Preis (Seite auf Englisch) findet an diesem Wochenende statt. Die Formel 1-Stars Charles Leclerc, Alex Albon, George Russell, Lando Norris und Nicholas Latifi haben ihre Teilnahme bestätigt.