DAK und Deutsches Zentrum für Suchtfragen gegen Online-Glücksspiele in Deutschland

Veröffentlicht am: 6. März 2020, 12:19 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 6. März 2020, 12:19 Uhr.

Die Krankenkasse DAK-Gesundheit und das Deutsche Zentrum für Suchtfragen haben sich Mitte dieser Woche ausdrücklich gegen die Legalisierung des Online-Glücksspiels in Deutschland ausgesprochen.

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Krankenkasse DAK-Gesundheit gegen das Online-Glücksspiel in Deutschland (Bild: DAK-Gesundheit)

Beide Einrichtungen sind der Ansicht, dass die Zulassung von Online-Casinospielen für einen insgesamten Anstieg des Spielsuchtproblems in der Bundesrepublik sorgen werde.

Jugendschutz in Gefahr

Auch sei es nahezu unmöglich, bei Glücksspielen im Internet die Einhaltung eines Mindestalters der Spieler zu garantieren. Der Jugendschutz sei daher in konkreter Gefahr.

Andreas Storm, der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit, fordert daher eine klare Beibehaltung des Verbotes von Online-Glücksspielen:

Aufgrund der hohen Risiken muss das Online-Glücksspiel verboten bleiben. Dies ist mit Blick auf den Jugendschutz besonders wichtig.

Ein Problem liege vor allem in der Glücksspiel-Werbung. Diese werde besonders von jungen Menschen wahrgenommen und trage daher maßgeblich dazu bei, dass bereits Minderjährige mit Glücksspielproblemen zu kämpfen hätten.

Jugendliche, die an Glücksspielen teilnähmen, entwickelten häufig ein Schuldenproblem, vernachlässigten schulische Pflichten und litten unter Leistungsstörungen und Depressionen.

Geplanter Staatsvertrag zu locker formuliert

Der geplante Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag sei insgesamt nicht streng genug gefasst.

Prof. Dr. Rainer Thomasius, der Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, kritisiert vor allem das im Vertrag vorgesehene Einsatzlimit von 1.000 Euro pro Monat. Diese Summe sei deutlich zu hoch angesetzt und müsse „drastisch reduziert werden“.

Thomasius steht mit seiner Meinung nicht allein da. Auch die Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie plädiert nach wie vor für ein Verbot des Online-Glücksspiels.

Dort sei hochgerechnet worden, dass der Anteil von Problemspielern in Deutschland durch die Eröffnung des Online-Marktes um zwischen 8,8 bis 12,6 % ansteigen könnte.

Prävention seitens der Krankenkassen

Die DAK-Gesundheit setzt sich schon länger mit dem Thema der Glücksspielsucht auseinander. Erst im Frühjahr letzten Jahres forderte sie ein Verbot von Computerspielen, die Glücksspielelemente (bspw. Lootboxen) beinhalten.

Angesichts der zu erwartenden Liberalisierung des Online-Glücksspiels startete die Krankenkasse auch intensive Präventions- und Aufklärungsprojekte. Jugendliche, Eltern und Schulen erhielten Broschüren, die auf die Risiken von Online-Spielen hinweisen sollten.

In Zukunft scheint der Fokus vermehrt auf das Online-Glücksspiel gelegt zu werden. Da es mittlerweile eher unwahrscheinlich scheint, dass sich an den Liberalisierungs-Plänen etwas Grundsätzliches ändern wird, bereiten sich Krankenkassen und Suchthilfestellen daher immer mehr auf die mit ihnen einhergehenden Herausforderungen vor.