Das chinesische Glücksspiel-Mekka Macau kann sich angesichts des chinesischen Neujahrsfestes über einen Touristenzuwachs und Besucherströme in die Casinos freuen. Die meisten Spiele werden jedoch im Kreise der Familie gespielt und sind stark vom Aberglauben der chinesischen Kultur geprägt.

Skyline von Macau

Macau ist für seine Casinos bekannt. (Bild: pinterest.com)

Touristenzahlen nehmen zu

Die Tourismusbehörde Macaus nannte dieser Tage erste offizielle Zahlen hinsichtlich der Besucher während der Feiertage. Demnach hat sich die Anzahl an Touristen innerhalb der ersten beiden Tage des neuen Jahres um 10 % im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Dieser Zuwachs übertrifft den prognostizierten Anstieg von 2-3 % um ein Vielfaches. Insgesamt besuchten über 500.000 Menschen das Inselgebiet. Dabei handelt es sich bei der Mehrheit von 71 % um Festlandschinesen, deren Anzahl mit jedem Jahr zunimmt.

Im Vordergrund eines Besuchs in Macau zum Chinesischen Neujahr steht jedoch stets die Familie. Aus diesem Grund suchen weniger Touristen die Spielcasinos der Insel auf, sondern verbringen hauptsächlich eine ruhige Zeit mit der Familie oder spielen im kleinen Kreis privat.

Casinos und Hotels schon lange ausgebucht

Zum neuen Jahr profitieren vor allem das Gast- und Unterhaltungsgewerbe Macaus von erhöhten Besucherzahlen. Hotels und Casinoresorts sollen teilweise bereits mehrere Monate im Voraus ausgebucht gewesen sein, darunter unter anderem das erst am 13. Februar neu eröffnete MGM Cotai Resort. Diese Entwicklung kommt als willkommener Aufschwung nachdem die Spielerstadt in den vergangenen Jahren unter dem harten Kurs der chinesischen Regierung gegen Glücksspiel gelitten und dabei Besucher sowie Umsätze eingebüßt hatte.

Dieses Jahr fiel das große Fest auf den 16. Februar mit dem darauffolgenden Wochenende als Hauptfeierzeit. Dennoch wird insgesamt stolze 15 Tage lang gefeiert.

Glücksspiel zu Weihnachten

Innerhalb der chinesischen Bevölkerung auf der ganzen Welt ist es üblich, das Neujahrsfest, ähnlich wie Weihnachten in der westlichen Welt, im Kreise der Familie zu feiern. Dabei gilt das „Open House“-Prinzip, bei dem Familienangehörige, Bekannte und Freunde einander besuchen und gemeinsam essen.

Ein wichtiger Bestandteil ist neben den Speisen und Getränken auch das Glücksspiel. Zum Chinese New Year wird bei chinesischen Familien gezockt, was das Zeug hält. Nicht weniger beliebt sind außerdem Trinkspiele unter Freunden.

Kartenspiele, Tierkreiszeichen und bis zu 400 Euro am Abend

Gespielt werden zu Chinese New Year vor allem Klassiker wie Blackjack, Baccarat oder andere Spiele, die einfachen Regeln folgen und fast ausschließlich auf Glück basieren. Gespielt wird fast immer mit einem Dealer, dessen Aufgabe es auch ist, die Spieler zu verwirren und zu manipulieren, was zum Unterhaltungswert eines Spieleabends beiträgt. Die Einsätze beginnen bei umgerechnet ca. 2 Euro und können bis zu 20 Euro erreichen. Spaß und Unterhaltung stehen zwar im Vordergrund, doch Spieler können an einem Abend bis zu 400 Euro setzen und potenziell verlieren.

Auf dem Land werden neben Kartenspielen auch häufig roulette- oder glücksradähnliche Spiele unter Einbeziehung der zwölf chinesischen Tierkreiszeichen gespielt. Bei einer Variante befinden sich die zwölf Tierfiguren in einem Beutel, aus dem der Dealer eine Figur zieht. Gewettet wird darauf, um welches Zeichen es sich handelt. Bei einer anderen Variante, die Casinobesucher sogar im berühmten Marina Bay Sands in Singapur antreffen können, wird mit einer Art Glücksrad auf das Erscheinen verschiedener Tiere, darunter Fische, Krebse und Shrimps, getippt.

4 ist Unglückszahl in China, 8 bringt Reichtum

Die chinesische Kultur ist für ihren Aberglauben bekannt und so gilt beispielsweise die Zahl 4 als Unglückszahl. Der Grund dafür liegt in der Aussprache des Wortes, denn es ist kaum von dem Schriftzeichen für „Tod“ zu unterscheiden. Ein Chinese würde im Casino demnach niemals sein Geld auf die 4 setzen. Hausnummern, Etagen und andere Nummerierungen verzichten zudem ebenfalls auf die 4 und nutzen stattdessen 3A. Andere Unglücksbringer, vor allem an Neujahr, sind der Gebrauch von Scheren sowie das Zusichnehmen von Medikamenten und Haferflocken.

In China gilt die 8 als Glückszahl und steht für Reichtum und Wohlstand. Die Farbe rot ist ebenfalls sehr beliebt und symbolisiert Energie, Wachstum und Freude. Sie soll Böses abhalten und Glück bringen.

Das Schriftzeichen für die Glückszahl 8 reimt sich auf das chinesische Wort für Reichtum und so ist es keine Überraschung, dass Chinesen allen Zahlenkombinationen, die eine 8 enthalten, mehr als aufgeschlossen gegenüberstehen. Aus diesem Grund ist auch die Zahl 28 besonders beliebt, da man sie wörtlich mit „einfach Reichwerden“ übersetzen kann. Nummernschilder, die eine 8 oder gar 28 enthalten, sind in asiatischen Ländern extrem schwer zu bekommen und werden grundsätzlich für einen höheren Preis verkauft als andere.