Fiebermessen vorm Casino: Macau besorgt über das tödliche Wuhan-Virus

Veröffentlicht am: 22. Januar 2020, 02:50 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. Januar 2020, 02:50 Uhr.

Am Dienstag ist in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau der erste Fall der aktuell in Ostasien grassierenden Coronavirus-Erkrankung gemeldet worden. Betroffen sei Berichten zufolge eine 52-jährige chinesische Geschäftsfrau, die per Shuttle-Bus in das Land gereist sei und in einem Casino gespielt habe.

Drei Chinesen mit Mundschutz
Angst vor Ausbreitung des Coronavirus in Macau (Bild: Flickr/David Woo)

Aus Angst vor einer Ausbreitung des tödlichen Virus werden jetzt die Sicherheitsvorkehrungen in Macau, insbesondere in den Casinos, drastisch erhöht. Dazu zählt auch das obligatorische Fiebermessen an der Eingangstür.

Macau wappnet sich

Eine neue Form des Coronavirus hat in China bereits neun Menschen das Leben gekostet. Insgesamt wird geschätzt, dass weltweit bereits mehr als 440 Menschen an dem lebensgefährlichen Virus erkrankt sind, der Großteil davon in Festlandchina.

Doch das Virus, dessen Ursprung auf einen Markt für Fleisch von Wildtieren und Fischen in der chinesischen Stadt Wuhan zurückgeführt worden ist, scheint sich rasant zu verbreiten.

Erste Fälle sind bereits auch in Taiwan, Japan, Südkorea, Thailand und den USA gemeldet worden.

Coronaviren können von Tier zu Mensch und von Mensch zu Mensch übertragen werden und befallen vorrangig die Atemwege und den oberen Verdauungstrakt. Behörden schätzen, dass die aktuell grassierende Variante auch über die Luft übertragen wird. Nach einer einwöchigen Inkubationszeit zeigen Betroffene grippeähnliche Symptome, die in einer schwerwiegenden Lungenentzündung gipfeln können.

Als Reaktion auf den ersten Corona-Fall in Macau treffen Macaus berühmte Casinos jetzt spezielle Sicherheitsvorkehrungen, die auch bereits an den Flughäfen, Häfen und Fernreisebahnhöfen in China, Hong Kong und Macau eingeführt wurden.

Macaus Minister für Soziales und Kultur, Ao Leong Lu, hat die Casinos des Landes dazu aufgefordert, bei jedem Besucher ausnahmslos eine Temperaturmessung durchzuführen. Alle Angestellten müssen des Weiteren permanent einen Mundschutz tragen und sich täglich untersuchen lassen.

Casino-Aktienkurse fallen

Auch die weltweiten Aktienmärkte haben rasch auf den Krankheitsausbruch in China und Macau reagiert.

Berichten zufolge sollen am Dienstag die Kurse für Luftfahrt sowie für Macau Casinos merklich gefallen sein.

Für viele Glücksspielunternehmen, die einen Großteil ihrer Gesamteinnahmen aus den Geschäften in Macau erzielen, könnte eine schwierige finanzielle Periode folgen.

Die Aktien von Wynn Resorts seien bereits um 5 % gefallen, Las Vegas Sands um 4,3 % und MGM Resorts International um 3,4 %. Wie sehr sich die befürchtete Epidemie auf den Glücksspieltourismus auswirken wird, bleibt abzuwarten.