Bruder von US-Football-Legende wegen illegaler Glücksspiel-Geschäfte angeklagt

Veröffentlicht am: 21. Februar 2020, 11:16 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. Februar 2020, 01:57 Uhr.

Casey Urlacher (40), Bruder der American Football-Legende Brian Urlacher (41), wird vor einem US-Bundesgericht wegen illegaler Glücksspiel-Geschäfte angeklagt. Wie aus am Mittwoch veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht, wirft die Staatsanwaltschaft Urlacher und neun Mitangeklagten die Beteiligung an einem illegalen Online-Sportwetten-Ring in Costa Rica vor.

Die Justitia auf einem Gebäude
Casey Urlacher muss sich bald vor Gericht verantworten. (Quelle: Pixabay)

Über eine Webseite namens unclemicksports, so der Verdacht, habe die Gruppe unter Führung des Geschäftsmannes Vincent Delgiudice (54) von 2016 bis 2019 illegale Sportwetten auf Amateur- und Profispiele vermittelt. Bis zu 1.000 Spieler seien auf der Seite aktiv gewesen, so die US-Staatsanwaltschaft (Link auf Englisch).

Um welche Anklagepunkte geht es genau?

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten unter anderem Verschwörung zum illegalen Glücksspiel, Verschwörung zur Geldwäsche und Geldwäsche vor. Delikte dieser Art verfolgt in den USA die „FBI Integrity in Sport and Gaming Initiative (ISG)“, deren Aufgabe es ist, illegales Glücksspiel zu ermitteln und dem gesellschaftlichen Einfluss krimineller Organisationen vorzubeugen.

Urlacher als Mittelsmann für illegales Glücksspiel?

Laut Staatsanwaltschaft habe Delgiudice (alias „Uncle Mick“) für den Betrieb seiner illegalen Sportwetten-Seite ein puerto-ricanisches Unternehmen angeheuert, welches für 10.000 US-Dollar im Monat die Infrastruktur für die Operation bereitgestellt habe.

Um Spieler auf die Seite zu locken, habe Delgiudice unter anderem Casey Urlacher als Vermittler engagiert, der derzeit als Bürgermeister in der Gemeinde Mettawa, Illinois, tätig ist.

Er sollte im Gegenzug für eine Provision Neukunden für die Online-Glücksspiel-Seite werben und weitere Vertreter für die Seite anheuern, so die Behörden:

„Die beklagten Mittelsmänner und andere Vermittler rekrutierten ihrerseits Mittelsmänner und zusätzliche Spieler für das illegale Glücksspielgeschäft und überwachten und kommunizierten regelmäßig mit ihren jeweiligen Mittelsmännern und Spielern, die sie rekrutiert haben“

Urlacher habe zudem die Eröffnung illegaler Online-Glücksspiel-Konten angewiesen und Spielschulden in Form von Bargeldbeträgen an Vincent Delgiudice überreicht.

Ein teures Spiel

Sollten Urlacher und seine Mitangeklagten tatsächlich für die illegale Online-Glücksspiel-Operation bestraft werden, könnte sie dies teuer zu stehen kommen.

Die Teilnahme an der Organisation illegalen Glücksspiels kann in den USA mit einer Höchststrafe von 5 Jahren geahndet werden. Das gleiche Strafmaß gilt für den Betrieb eines illegalen Glücksspiel-Geschäfts.

Im Falle einer Verurteilung wegen Geldwäsche droht sogar eine Strafe von bis zu 20 Jahren.