British Colum­bia: 34 % der 12-18-Jäh­rigen setzen Geld beim Glücks­spiel

Posted on: 04/09/2025, 03:40h. 

Last updated on: 04/09/2025, 11:21h.

  • In British Columbia ist der Konsum von Glücksspiel unter Minderjährigen weit verbreitet.
  • Einer neuen Studie zufolge spielt über ein Drittel der 12 bis 18-Jährigen um Geld.
  • Korrelation zwischen früher Exposition und späterem Problemspiel.

Im Westen Kanadas ist das Spiel um Geld eigentlich erst ab einem Alter von 19 Jahren erlaubt. Diese Grenze wird in der Praxis jedoch vielfach unterlaufen, so das Ergebnis einer medizinischen Studie. Demnach setzten im vergangenen Jahr 34 % der der 12-18-Jährigen in der Provinz British Columbia mindestens einmal Geld beim Glücksspiel.

Titel von Gaming-Studie
Glücksspiel ist in British Columbia weit verbreitet (Bild: McCreary Centre)

Die Forscher des McCreary Centre Society befragten für ihre 2023 BC Adolescent Health Survey gut 37.000 Heranwachsende von 12 bis 18 Jahren. Dabei förderten sie zutage, dass das gute Drittel der Befragten 2023 bis 2024 mindestens eine von acht Glücksspiel- oder Gaming-Aktivitäten um Geld ausgeübt hatte.

Die Studienautoren hatten zuvor Arten von spielbezogenen Gaming-Aktivitäten definiert. Dazu gehören In-App-Käufe von Gegenständen wie Lootboxen, Teilnahmen an Gaming-Turnieren oder das Streaming von Videospielinhalten.

Hinzukommen fünf Arten von Glücksspiel. Neben dem Kauf von Lotterie- und Rubbellosen zählten die Forscher dazu die Teilnahme an Karten- und Würfelspielen sowie der Einsatz von Geld bei Sportwetten.

Männliche Jugendliche waren demnach stärker am Glücksspiel um Geld beteiligt. Ihr Anteil liegt bei 47 %, wohingegen weibliche Teilnehmer nur zu gut 20 % an den Aktivitäten teilnahmen.

Als beliebteste Form erwies sich laut Studie der Kauf von Gaming-Inhalten. So wurden Lootboxen und Co. von 20 % der Jugendlichen erworben.

Sportwetten immer populärer

Im Ranking folgen auf die In-Game-Käufe Karten- und Würfelspiele (8 %) sowie Lotterien und Rubbellose (7 %). Beide Bereiche sanken jedoch leicht.

Anders sieht dies bei Buchmachern aus. Obwohl die Beteiligung an Online-Sportwetten mit 4 % den geringsten Nutzeranteil besitzt, wächst der Sektor am stärksten. Gegenüber der letzten Umfrage vor fünf Jahren verdoppelte sich die Zahl der jugendlichen Kunden.

Das Risiko der Wetten zeigt sich laut Studie an dem hohen Engagement der jungen Nutzer. So gaben 13 % der Wettenden an, dies täglich zu tun. Damit liegt der Anteil dreimal so hoch wie bei Lotterien, In-Game-Käufen oder Kartenspielen.

Die Forscher führen auch die negativen Auswirkungen von Glücksspiel auf Minderjährige in British Columbia auf. Dazu zählen Schlaf- und Essprobleme sowie eine verringerte schulische Aufmerksamkeit.

Darüber hinaus berichten 14 % davon, aufgrund ihrer Spielgewohnheiten externe Hilfe zu benötigen. Laut Studie besteht zudem ein deutlich erhöhtes Risiko der Entwicklung eines späteren Problemspiels bei den jungen Nutzern.