Sportwetten: Rückkehr von traditionellen Sportevents bremst E-Sport-Boom

Veröffentlicht am: 26. Juli 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 24. Juli 2020, 12:12 Uhr.

Nach der weltweiten Lockerung von Corona-Lockdowns haben zahlreiche Sportligen in den vergangenen Wochen ihren Betrieb wieder aufgenommen. Für Sportwetten-Fans und Buchmacher waren dies gute Nachrichten, denn während des Lockdowns konnten fast nur auf eine Sportart Wetten angeboten werden: den E-Sport.

NBA 2K E-Sport Screenshot
FIFA und NBA 2K sorgten im Mai für 80 % der E-Sport-Wetteinnahmen. (Bild: Flickr/steamXO/Public Domain Mark 1.0)

Doch welchen Stellenwert wird der E-Sport künftig bei Buchmachern und Sportfans haben? Das Branchenmagazin Esports Insider [Seite auf Englisch] hat dazu mit verschiedenen Sportwettenanbietern gesprochen.

Diese hätten bestätigt, dass der Anteil der platzierten Wetten auf E-Sport-Events in den letzten Wochen stark eingebrochen sei. Dies sei nicht anders zu erwarten gewesen und keineswegs das Aus für die E-Sport-Wetten.

Mit Wegfall der meisten traditionellen Sportveranstaltungen in den Monaten März und April haben die Buchmacher weltweit einen beträchtlichen Anstieg der E-Sport-Wetten verzeichnet. E-Sport-Wetten-Anbieter Luckbox berichtete im März von einer 54%-igen Zunahme von Neuanmeldungen. Bis Juni hätten sich die Einnahmen dann um 500 % gesteigert.

Auch der B2B-Spielehersteller EveryMatrix hat diesen Trend bestätigt. Laut einem Bericht des Unternehmens habe sich der E-Sportwetten-Markt im Mai dieses Jahres um das Vierzigfache vergrößert. 80 % des Wettvolumens sei den Spielen FIFA und NBA 2K zu verdanken gewesen.

E-Sport und E-Sport-Wetten bekannter als je zuvor

Insgesamt habe der E-Sport in den letzten Monaten einen nie zuvor gesehenen Bekanntheitsgrad erreicht. Viele Sportbegeisterte hätten erstmals erfahren, dass es überhaupt Plattformen für E-Sport-Wetten gebe. Auch das Interesse von Sponsoren habe sich während der Pandemie stark erhöht.

Kevin Winner, der Marketing-Leiter von Rivalry, erklärte:

Wenn wir den Februar etwa mit dem September vergleichen, glauben wir, dass E-Sport-Wetten im September deutlich besser dastehen werden, als es ohne die Pandemie der Fall gewesen wäre.

Phill Adams, der CEO des E-Sport-Wetten-Unternehmens RPGG Media, hingegen habe erklärt, dass die Pandemie vielen Buchmachern vor Augen geführt habe, wie wichtig es sei, „ein Ass im Ärmel“ zu haben.

Der E-Sport sei genau dieses „Ass“, auf das die Unternehmen im Falle ähnlicher Ausnahmesituationen zurückgreifen könnten.

Dem habe auch der Leiter der Handelsabteilung von Pinnacle, Marco Blume, zugestimmt. Er sei sicher, dass in naher Zukunft 100 % aller Wettanbieter auch eine E-Sport-Sparte haben werden.