Corona-Schäden: Australischer Casino-Betreiber verklagt Versicherung

Veröffentlicht am: 10. September 2020, 02:18 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. September 2020, 02:18 Uhr.

Der australische Casino-Betreiber Star Entertainment Group hat die Versicherung Chubb Insurance verklagt, weil diese sich weigert, durch die Corona-Pandemie entstandene Schäden zu erstatten. Wie die Australian Associated Press berichtet [Seite auf Englisch], seien die Parteien am Dienstag vor dem australischen Bundesgericht in Sydney aufeinandergetroffen.

The Star Casino Sydney
Die Casinos der Star Entertainment Group haben während der Corona-Pandemie hohe Verluste erlitten (Flickr: „The Star Casino Sydney“ by Lenny K Photography, licensed under CC BY 2.0)

Umsatzeinbußen wegen Geschäftsschließungen

Die Star Entertainment Group, die Casinos und Hotels in den australischen Bundestaaten New South Wales und Queensland betreibt, habe zuvor die Erstattung von Schäden beantragt, welche die Gruppe in Folge der Corona-Pandemie erlitten habe.

Die Schäden seien entstanden, nachdem die australische Regierung aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus einen Lockdown verhängt habe. Das Unternehmen sei dadurch daran gehindert worden, seine Geschäfte wie gewohnt abzuwickeln.

In der schriftlichen Aussage des Casino-Betreibers heißt es:

The Star hat wirtschaftliche Verluste erlitten und erleidet diese weiterhin, einschließlich einer Verringerung des Umsatzes und der Bruttoeinnahmen sowie erhöhter Betriebskosten.

Die Höhe des entstandenen Schadens sei zunächst nicht beziffert worden.

Versicherung lehnt Ansprüche ab

Anfang Mai habe das Versicherungsunternehmen die Ansprüche zurückgewiesen. In der Begründung heiße es, dass die Schäden nicht von der Police gedeckt seien.

Star Entertainment habe daraufhin Einspruch erhoben und die Hinzuziehung eines Schadensachverständigen gefordert. Der Casino-Betreiber habe argumentiert, dass die Versicherungspolice „spezielle Schäden“ abdecke, einschließlich solcher, die durch eine „Unterbrechung der Geschäftsabläufe“ entstünden.

Ende Mai habe Chubb den Anspruch offiziell abgelehnt.

Versicherer von Casino-Betreibern sehen sich in den vergangenen Monat häufig mit Corona-bezogenen Schadensforderungen konfrontiert.

Erst im Juli hatte das Magic City Casino in Miami, USA, das Versicherungsunternehmen AXA verklagt, nachdem dieses Ansprüche abgewiesen hatte, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie geltend gemacht wurden.

Zuvor hatte das Treasure Island-Casino in Las Vegas seinen Versicherer FM Global aufgrund von Schäden verklagt, die durch Geschäftsausfälle während der Corona-Krise entstanden waren.

Der Präsident des Bundesgerichts, James Allsop, habe den Versicherer nun dazu aufgefordert, die Gründe für die Ablehnung bis zum 22. September im Detail darzulegen.

Die Entscheidung des Gerichts dürfte angesichts der hohen Zahl von Forderungen an Versicherungsunternehmen infolge der Corona-Krise von vielen Betroffenen mit Spannung erwartet werden.