Australischer Automatenaufsteller fordert trotz Corona-Stopp weiter Miete

Veröffentlicht am: 24. März 2020, 11:57 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 24. März 2020, 04:39 Uhr.

In Australien hat sich das Glücksspielunternehmen Federal Group den Unmut der Betreiber von Spielautomaten zugezogen. Der Konzern fordert trotz der temporären Schließung von Glücksspiel-Standorten eine Weiterzahlung der Miete für die Geräte.

Spielautomaten
Die Federal Group verlangt die Fortzahlung der Miete (Bild: Pixabay/djedj)

Mietzahlung trotz Schließung

Der Widerstand entzündete sich an einem an die Mieter der Spielautomaten gerichteten Schreiben der Konzerntochter Network Gaming, in dem darauf hingewiesen wurde, dass die Mietzahlungen in Höhe von durchschnittlich 1.500 Australischen Dollar (AUD, umgerechnet 820 Euro) für die aufgestellten Geräte weiterhin zu entrichten seien.

Der parteiunabhängige Senator Jacqui Lambie bezeichnete dies als

“Versuch, während eines Kriegszustands Geld zu machen.“

Die umstrittene Bekanntmachung rief bei den Betreibern von Spielhallen, Bars und Hotels, welche die Spielautomaten installiert hatten, umgehend scharfe Kritik hervor, da ihnen aufgrund der erzwungenen Schließung ihrer Geschäfte sämtliche Einnahmemöglichkeiten genommen worden seien.

Nach langem Zögern haben sich die australischen Behörden am Wochenende entschlossen, sämtliche Casinos und Spielhallen des Landes für vorerst sechs Monate zu schließen. Zuvor hatten Glücksspiel-Unternehmen ihre Standorte vielfach mit einer Sonderlizenz weiter betreiben können. Dies hatte in der Öffentlichkeit für viel Kritik gesorgt, da Spielhallen und Casinos gemeinhin nicht als “essentielle Geschäfte“ angesehen werden.

Monopol auf Tasmanien

Mit einem Umsatz von über 540 Mio. AUD und Steuerabgaben in Höhe von 75 Mio. AUD zählt die der Familie Farrell gehörende Federal Group zu den bedeutendsten australischen privat geführten Unternehmen, wobei das Glücksspiel neben Immobiliengeschäften zu den größten Einkommensquellen zählt.

Das Glücksspielgeschäft konzentriert sich dabei insbesondere auf die Insel Tasmanien im Südwesten des Kontinents, wo der Konzern eine marktbeherrschende Stellung einnimmt. Grund dafür ist eine exklusive Lizenz, die die Federal Group zum alleinigen Angebot von Spielautomaten auf der Insel berechtigt.

Für den Konzern ist der aktuelle Protest nicht die erste öffentliche Auseinandersetzung im Glücksspielbereich. So hatten im Jahr 2018 Hunderte der eigenen Casino-Angestellten wegen angeblich zu niedrigen Gehaltszahlungen gegen die Unternehmensführung demonstriert.

Zudem scheint der Fortbestand der sicheren Einnahmequelle aus dem Monopolgeschäft bedroht, denn die Lizenz läuft im Jahr 2023 aus. Da derzeit ungewiss ist, ob die Genehmigung verlängert wird, könnte sich die Situation für die Mieter der Spielautomaten mittelfristig ändern.