200 UK-Wett­büros we­gen ge­plan­ter Steuer­er­höhung vor dem Aus?

Posted on: 14/10/2025, 09:17h. 

Last updated on: 14/10/2025, 09:27h.

  • Die von der britischen Regierung geplante Steuererhöhung könnte zur Schließung von 200 Wettbüros führen.
  • Glücksspielkonzern Evoke sorgt sich um Zukunftsfähigkeit seiner William Hill-Shops.
  • Bis zu 1.500 Arbeitsplätze wären vom Aus betroffen.

In Großbritannien sucht die Regierung dringend nach Wegen, um das riesige Haushaltsloch zu stopfen. Dabei ist eine Erhöhung der Abgaben von Glücksspielbetreibern ebenfalls im Gespräch. Anbieter Evoke warnt nun, dass die Steuererhöhung allein bei seiner Marke William Hill das Ende von bis zu 200 Wettbüros nach sich ziehen könnte.

William Hill-Wettbüro
Droht vielen Wettshops das Aus? (Bild: Pixabay)

Die Warnung kommt wenige Wochen vor der Vorlage des kommenden Haushaltsplans. In diesem werden auch für den Glücksspielsektor weitreichende Steuererhöhungen erwogen.

Die höheren Abgaben würden die Finanzkraft des Unternehmens erheblich beeinflussen, warnte Evoke. Gleiches gelte insbesondere für die Profitabilität seiner terrestrischen Wettshops.

Gegenüber Medien erklärte ein Evoke-Vertreter am Wochenende:

Wir sind uns der möglichen Steuererhöhungen im kommenden Haushalt bewusst (…) Im Rahmen unserer laufenden Planung bewerten wir die möglichen Auswirkungen verschiedener Steuerszenarien auf unsere Geschäftstätigkeit in Großbritannien. Dazu gehört auch die schwierige, aber notwendige Überlegung, Geschäfte zu schließen.

Zugleich warnte der Sprecher vor einer weiteren ungewünschten Folge der Teuerung: Neben den zurückgeschraubten Investitionen würde diese mehr Kunden auf den Schwarzmarkt treiben.

Schließung von bis zu 15 % der britischen Shops?

Wenn es tatsächlich zu einer Erhöhung der Steuern auf die Bruttowetterträge kommt, sieht Evoke einen nicht unerheblichen Teil seiner Wettbüros gefährdet. Laut eigenen Schätzungen droht 120 bis 200 der insgesamt 1.300 britischen Wettbüros das Ende.

Evoke kaufte William Hill im Jahr 2022. Damals bezahlte Namensvorgänger 888 Holdings 2 Mrd. GBP (2,3 Mrd. Euro) für den traditionsreichen Buchmacher. Bisher brachte der Zukauf nicht die erhofften Effekte. Für die beiden vergangenen Jahre weist der Mutterkonzern einen Verlust von 56 und 191 Mio. GBP aus. Das Minus soll vor allem aus den schwachen Geschäften von William Hill resultieren. Zu den weiteren bekannten Evoke-Marken gehören 888 und Mr Green.

Mittlerweile besserte sich die geschäftliche Situation bei Evoke wieder. Das Unternehmen führt dies auch auf eine Modernisierungsstrategie in den Wettbüros aus.

Demnach wurden diese mit einer vierstelligen Anzahl neuer Wettterminals ausgestattet. Ob dies allerdings ausreichen wird, die Profitabilität trotz möglicher Steuererhöhungen zu gewährleisten, dürfte sich spätestens im kommenden Jahr zeigen.