Patentklage gegen DraftKings – britischer Buchmacher Colossus Bets zieht vor Gericht

Veröffentlicht am: 3. Dezember 2021, 02:55 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 3. Dezember 2021, 02:55 Uhr.

Der US-amerikanische Daily-Fantasy-Sports- und Sportwetten-Konzern DraftKings sieht sich erneut mit einer Patentklage konfrontiert. Kläger ist der britische Buchmacher Colossus Bets. Wie dieser am Mittwoch in einem Pressestatement [Seite auf Englisch] erklärt hat, soll DraftKings sieben seiner Patente verletzt haben.

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Colossus Bets klagt wegen Patentverstößen gegen DraftKings. (Bild: Colossus Bets)

Die Klage sei beim United States District Court in Delaware eingereicht worden. Sie betreffe sieben Patente in Bezug auf Cash-Out-Features im Bereich Sportwetten und Gaming. Insgesamt halte Colossus nach Angaben auf seiner Webseite weltweit 25 Patente.

Die patentierten Produkte und Lösungen seien geistiges Eigentum des Buchmachers, welches es nun verstärkt zu verteidigen gelte, erklärt Colossus. So sei DraftKings nicht der erste ausländische Glücksspiel-Riese, der die Patentrechte des Buchmachers missachtet haben soll.

Auch der australische Glücksspiel-Konzern Tabcorp habe sich widerrechtlich eines der Cash-Out-Features Colossus‘ zu eigen gemacht. Während Colossus zu Tabcorp bislang kein weiterreichendes Statement veröffentlicht hat, erklärt der Buchmacher sein gerichtliches Vorgehen gegen DraftKings als letzte Option.

Auch für DraftKings ist dies nicht der erste Streitfall in Bezug auf Patentrechte. Im Juli dieses Jahres reichte der kanadische E-Sport-Konzern Engine Media Holdings Klage gegen den US-Buchmacher ein. DraftKings soll von Engine Media patentierte Technologien zu Lokalisierung und Latenzoptimierung kopiert haben.

Keine freundliche Einigung möglich

Bereits 2018 habe Colossus DraftKings auf eine Verletzung seiner Patentrechte hingewiesen, erklärt der Buchmacher. Seither habe er dem US-Konzern wiederholt Mahnschreiben zukommen lassen, damit dieser seine Verstöße einstelle. DraftKings jedoch habe diese ignoriert. Der Gründer von Colossus Bets, Bernard Marantelli, erklärt:

Wir haben versucht, die Angelegenheit freundschaftlich zu klären und wir haben ihnen ausreichend Möglichkeiten dafür gegeben. Wir nehmen unser geistiges Eigentum sehr ernst. Dies ist der nächste Schritt, um unsere Rechte und Einkünfte innerhalb der US-Branche zu schützen.

Die Klage könne weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Gaming-Industrie und den milliardenschweren Glücksspiel-Markt der USA haben, erklärt Marantelli weiter. Wann das Gericht in Delaware einen ersten Prozess ansetzt, bleibt indes abzuwarten.