Argentinien: Neue Regelung für das Spiel bei ausländischen Glücksspiel-Anbietern

Veröffentlicht am: 5. November 2019, 05:18 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. November 2019, 05:18 Uhr.

Am 1. November ist in Argentinien ein Gesetz in Kraft getreten, das bestimmte Transaktionen an im Ausland ansässige Unternehmen begrenzt. Betroffen sind Glücksspiel-Anbieter, Transaktionen bei Zahlungsdiensten wie PayPal, Überweisungen auf Anlagekonten, Devisengeschäfte und Kryptowährungen.

Bueons Aires Brücke Puente del la mujer
Neue Regulierung für Online-Glücksspiele bei ausländischen Anbietern (Bild: www.pixabay.com)

Die Obergrenze für Zahlungen in diesen Bereichen beläuft sich nun auf 50 US-Dollar pro Tag, die Anzahl der Transaktionen pro Tag wurden nicht begrenzt.

Bisher nutzten argentinische Bürger die Wechselkurse in den verschiedenen südamerikanischen Ländern, um günstig US-Dollar einzukaufen. Gewinne bei Online-Glücksspielen tauschten sie wieder auf gleiche Weise um und führten das Geld dann wieder ins Land ein.

Mit dem Gesetz möchte die argentinische Regierung den Abfluss der Devisenreserven der Zentralbank bremsen. Außerdem soll eine weitere Abwertung des argentinischen Pesos verhindert werden. Aber auch die zuvor gegebenen Möglichkeiten der Geldwäsche sollen eingedämmt werden.

Finanzinstitute müssen vor der Ausstellung von Debit- und Kreditkarten für die Nutzung im Ausland die Genehmigung der Zentralbank der Argentinischen Republik (BCRA, spanische Abkürzung) einholen.

In einer Mitteilung sagte die BCRA dazu:

“Diese Maßnahmen gelten nur kurzfristig bis Dezember 2019. Die Obergrenzen für den Kauf von US-Dollar ist 200 Dollar pro Monat für Einzelpersonen mit einem Bankkonto und 100 US-Dollar bei Bartransaktionen.”

Glücksspiel in Argentinien nicht reguliert

Grundsätzlich ist das Glücksspiel in Argentinien (Seite auf Englisch) erlaubt. Jedoch gibt es kein Bundesgesetz zur Regulierung. Stattdessen entscheiden die einzelnen Provinzen selbst darüber, ob sie Lizenzen ausgeben. Ein Online-Casino muss demnach in der Provinz lizenziert werden, in der es seine Dienste anbieten möchte.

Glücksspielanbieter, die sich nicht an diese Vorschriften halten, können bestraft werden. So wurde Bwin 2012 seine Lizenz in der Provinz Misiones wieder entzogen, weil das Unternehmen regionsübergreifend agierte.

Argentinischen Bürgern ist es verboten, auf Webseiten zu spielen, die keine argentinische Lizenz haben. Verstöße werden jedoch nicht strafrechtlich verfolgt. Daher nutzten viele Argentinier weiterhin das breite Online-Angebot ausländischer Anbieter.

Sonderfall Buenos Aires

Buenos Aires, die  Hauptstadt Argentiniens, ist hingegen besonders um die Ausbreitung aber auch die Regulierung von Glücksspiel im Land bemüht. Erst im Dezember 2018 hatte die Stadt ein Gesetz über Glücksspielsteuern für Online-Casino-Gewinne verabschiedet. Danach werden Bruttogewinne von Online-Glücksspielen mit bis zu 25 % besteuert.

Die bisherige Gouverneurin Maria Eugenia Vidal wollte den Lizenzierungsprozess auf Bundesebene verschieben, um die Vergabe von Lizenzen zu vereinheitlichen und Korruption zu verhindern.

Für Buenos Aires gibt es feste Qualifikationskriterien, die unter anderem die Offenlegung der Liquidität, der Branchenerfahrung und der Sicherheitsbestimmungen der Anbieter beinhalten.

Casinos in Buenos Aires

In Argentiniens Hauptstadt sind landbasierte Casinos verboten. Dennoch beherbergt die Stadt das größte Casino Südamerikas. Das Casino de Trilenium bietet auf einer Fläche von 189.000 Quadratmetern 1.975 Spieltische und Automaten an. Dieses Jahr feiert es sein 20-jähriges Jubiläum.

Durch Ausnahmegenehmigungen besitzt die Stadt außerdem zwei schwimmende Casinos, die dauerhaft im Hafen stationiert sind. Wegen der Steuereinnahmen dieser beiden Spielbanken gibt es immer wieder Diskussionen zwischen der Bundesregierung und der Stadt darüber, zu welcher Gerichtsbarkeit das Hafengewässer gehört.

Buenos Aires war die erste Provinz, die Online-Glücksspiele legalisiert hat. Somit sind hier Online-Casinos, Sportwetten im Internet und Online-Lotterien legal.

Ungewisse Zukunft des Glücksspiels nach Wahlen

Bei den Wahlen am 27. Oktober wurde der amtierende Präsident Mauricio Macri gestürzt. Er war für seine Aufgeschlossenheit gegenüber der Legalisierung des Glücksspiels bekannt. Die Ansichten des neu gewählten Alberto Fernandez sind bisher nicht bekannt.

Auch in Buenos Aires kommt es zu einem Wechsel an der Spitze. Neuer Gouverneur wird Axel Kicillof. Dadurch könnte die Vorreiterrolle der Hauptstadt bei der Gesetzgebung und Legalisierung von Glücksspielen ausgebremst werden. Bis die neuen Regierungspolitiker im Dezember ihre Ämter aufnehmen, warten Branchenkenner gespannt auf die weiteren Entwicklungen im Land.