Crowns Verbindungen mit chinesischen Junkets erneut im Visier der Ermittler

Veröffentlicht am: 4. September 2020, 01:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 4. September 2020, 01:30 Uhr.

Die Glücksspielaufsicht des australischen Bundesstaates New South Wales (ILGA) setzt ihre Ermittlungen gegen den Glücksspielriesen Crown Resorts fort. Anhörungen am Mittwoch und Donnerstag sollen dabei neue Details bezüglich der Kooperation des Casinos mit  chinesischen  Junket Operators ans Licht gebracht haben.

Mann mit Baseballschläger als Waffe Schlägertyp Gewalt
Angestellten des Crown Casinos soll mit körperlicher Gewalt gedroht worden sein (Bild: Pixabay)

Wie die Tageszeitung The Sydney Morning Herald berichtet [Seite auf Englisch], habe dabei die Verbindung zu dem Unternehmer Ng Chi Un im Fokus gestanden. Der Mann aus Macau betreibt die Agentur “Hot Pot Junket”, eine Agentur zur Vermittlung von chinesischen VIP-Kunden an Glücksspielunternehmen im Ausland.

Joshua Preston, der Chief Legal Officer von Crown, sei in der Angelegenheit befragt worden, nachdem er seinerseits Ermittlungen angestellt habe. Er habe erklärt, dass sich die Crown-Angestellten, die sich in Kooperation mit dem Junket im Macau um chinesische VIP-Kunden gekümmert hätten, körperlich bedroht gefühlt hätten.

„Schlägertypen“ übten Druck aus

So sei es unter anderem zu bedrohliche Situationen gekommen, wenn Spieler nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügt hätten, um ihre Schecks zu decken. Die Angestellten seien durch Einschüchterung dazu gebracht worden, die Schecks dennoch entgegenzunehmen.

Die zuständige Ermittlerin der Kommission, Patricia Bergin, bezeichnete dies als „sehr besorgniserregend“. Sie fasste zusammen:

Wir sehen hier eine Situation, in der Ihre Angestellten in Macau beim Versuch Schecks entgegenzunehmen von augenscheinlichen Schlägertypen mit körperlicher Gewalt bedroht wurden.

Bergin merkte an, dass Crown seine Angestellten vor derartigen Bedrohungen hätte schützen müssen. Dazu hätte die Zusammenarbeit mit Hot Pot Junkets schon deutlich früher beendet werden müssen.

Besonders verwerflich sei jedoch, dass die Führungsebene von diesen Vorfällen nicht rechtzeitig erfahren hätte. So habe Crown letztes Jahr öffentlich bestritten, mit kriminellen Junkets kooperiert zu haben. Jetzt scheine es, als erkenne das Casino genau diesen Vorwurf an.

Crown war vor Verhaftungen gewarnt worden

Für weitere Schlagzeilen im Rahmen der Anhörungen habe laut The Sydney Morning Herald Crown Geschäftführer Jason O’Connor gesorgt.

Die chinesische Regierung ließ Jason O’Connor und 18 Crown-Angestellte im Oktober 2016 wegen Verstoßes gegen das chinesische Glücksspielgesetz verhaften. O’Connor und seinen Mitarbeitern war vorgeworfen worden, chinesische Staatsbürger aktiv für das Glücksspiel in Australiens Casinos zu werben. O’Connor wurde daraufhin für 10 Monate in Shanghai inhaftiert.

Textnachrichten zwischen O’Connor und einem weiteren Geschäftsführer aus dem Jahr 2014 deuteten nun darauf hin, dass die damaligen Verhaftungen nicht unerwartet erfolgt worden seien.

Demnach habe ein VIP-Spieler, der mit der chinesischen Regierung in Verbindung gestanden habe, Crown spezifisch vor einem Durchgreifen der chinesischen Behörden gewarnt.

Nichtsdestotrotz habe Crown seine Angestellten nicht zurück nach Australia geholt, um eine mögliche Verhaftung zu verhindern. Weitere Untersuchungen in dieser Angelegenheit sollen folgen.