Casino-Mogul Sheldon Adelson warnt Trump vor weiterem Handelskrieg mit China

Veröffentlicht am: 23. September 2019, 12:52 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 23. September 2019, 12:52 Uhr.

Am Sonntag berichtete die internationale Tageszeitung The Wall Street Journal, dass der US-amerikanische Casino-Mogul Sheldon Adelson (86) Präsident Donald Trump in einem Telefongespräch ermahnt habe, den Handelskrieg mit China nicht weiter ausarten zu lassen.

Sheldon Adelson
Sheldon Adelson richtet mahnende Worte an Donald Trumo (Bild: Flickr/West Coast Gambler)

Adelson, der als einer der größten Unterstützer und Geldgeber Trumps und den Republikanern gilt, ist der Inhaber der Las Vegas Sands Gruppe, welche außerhalb der USA vor allem in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau mehrere Casino Resorts führt.

Wie ein Insider aus dem Weißen Haus der Zeitung gegenüber berichtet haben soll [Seite auf Englisch], habe Adelson dem Präsidenten verständlich machen wollen, dass die gesamte US-Wirtschaft sowie der politische Erfolg Trumps unter dem Handelskrieg leiden könnte. Seine eigenen Geschäfte seien unerwähnt geblieben.

Eine temporäre Deeskalation?

Der Handelskrieg zwischen den USA und China scheint auch in diesem Jahr kein Ende zu nehmen. Seit Anfang 2018 verhängen beide Länder immer höhere Strafzölle auf Importprodukte. Deren Auswirkungen seien laut Wirtschaftsexperten im gesamten Welthandel zu spüren.

Xi Jinpink und Donald Trump
Der Handelskrieg zwischen den USA und China droht zu eskalieren (Bild: Wikimedia/Shealah Craighead)

Während Trump in verschiedenen Tweets beteuerte, dass die Zölle China deutlich härter träfen als die USA, warnen Experten seit Monaten davor, dass vor allem kleinere in China operierende amerikanische Unternehmen sowie die Kaufkraft der US-Mittelschicht in Mitleidenschaft gezogen würden.

Casino-Magnat und Multi-Milliardär Sheldon Adelson könnte jetzt für eine vorübergehende Deeskalation gesorgt haben. So hatte Trump am 23. August angekündigt, ab dem 1. Oktober sämtliche Zölle um weitere 5 % anzuheben.

Am 11. September erklärte der Präsident dann, diese Frist auf den 15. Oktober zu verschieben. Diese Entscheidung könnte laut dem Wall Street Journal eine direkte Folge des kurz vorher stattgefundenen Telefonates mit Adelson gewesen sein.

Bereits wenige Wochen zuvor hätten sich Adelson und Trump im Weißen Haus getroffen und über den Handelskrieg gesprochen. Da Trump jedoch seinen Kurs zunächst nicht geändert habe, sei mit hoher Wahrscheinlichkeit das eindringliche Telefonat ausschlaggebend gewesen.

Robert Lighthizer, der Handelsbeauftragte der Vereinigten Staaten, habe daraufhin bestätigt, dass die USA und China sich in den kommenden Wochen zu einem wichtigen Handelsmeeting bezüglich des Handelskrieges treffen würden. Ob dabei eine Einigung erzielt werden kann, bleibt abzuwarten.

Uneigennütziges Einschreiten seitens Adelson?

Trump selbst hätte sich Berichten zufolge bereits 2017 bei Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe dafür eingesetzt, dass Adelson künftig in Japan eine Glücksspiellizenz erhalten werde.

Sheldon und Miriam Adelson
Adelson und seine Frau unterschützten Trumps Wahlkamof (Bild: Wikimedia/Union20)

Adelson hingegen hatte die Republikaner im Rahmen der Halbzeitwahlen 2018 erneut mit 123 Mio. US-Dollar unterstützt. Die auf großen Geldsummen basierende Beziehung zwischen Trump und Adelson wurde dabei immer wieder heftig kritisiert.

Doch für Adelson könnte derzeit mehr auf dem Spiel stehen als die Kooperation mit dem US-Präsidenten. Laut dem Wall Street Journal beziehe Adelsons Sands Group nämlich heute gut 63 % seiner Gesamteinnahmen aus seinen Casinos in Macau. Allein im Jahr 2018 habe der Konzern in Macau 9 Mrd. US-Dollar umgesetzt.

Die Lizenzen der Sands Casinos in Macau seien aber bis lediglich 2022 gültig. Dann müsse der Konzern eine erneute Ausstellung beantragen. Sollte der Streit zwischen den USA und China bis dahin weiter eskalieren, könnte dies schwierig werden.

Zwar habe Adelson in seinem Gespräch mit Trump die eigenen Geschäfte nicht erwähnt, doch seien die Implikationen nur schwer zu leugnen.

Ob Adelsons Mahnung an Trump letztendlich eigennützig gewesen sein könnte oder dem Wohl der amerikanischen Wirtschaft dienen sollte, bleibt Interpretationssache. Der Aufschub einer potentiellen Handelskrieg-Eskalation dürfte dennoch für viele eine gute Nachricht sein.