Obwohl ille­gal: Über 1 Mrd. USD auf In­do­ne­siens Glücks­spiel-Accounts

Posted on: 24/10/2025, 12:59h. 

Last updated on: 24/10/2025, 08:16h.

  • Auf Glücksspiel-Accounts in Indonesien wurden 2025 über 1 Mrd. USD eingezahlt.
  • Jegliches Online-Spiel ist in dem Inselstaat illegal.
  • Saat reagiert mit Kontensperrungen und Entzug von Sozialhilfe.

In dem asiatischen Vielvölkerstaat grassiert trotzt Verbots das Echtgeldspiel im Internet. Trotz der Illegalität zahlten Spieler in Indonesien in diesem Jahr schon weit über 1 Mrd. USD auf ihre Glücksspiel-Accounts ein. Die Regierung reagiert mit drastischen Maßnahmen.

Indonesische Fahne vor Naturkulisse
Glücksspiel ist in dem Inselsaat verboten (Bild: Pixabay/reinaldoreinhart)

Nach Angaben der Kommunikationsbehörde des Landes erfolgten zwischen Januar und Juni dieses Jahr Einzahlungen in Höhe von umgerechnet insgesamt 1,04 Mrd. USD. Noch weitaus höher ist die Zahl aller Umsätze, die die illegale Branche in den vergangenen Jahren erzielte. Demnach wurden von 2017 bis Anfang dieses Jahr beim Online-Glücksspiel Gesamteinsätze von 56,8 Mrd. USD verzeichnet.

Die hohen Umsätze ereigneten sich, obwohl die Behörden einen rigiden Kurs gegenüber illegalen Aktivitäten auf dem Glücksspielmarkt fahren. Der für den Internetverkehr zuständige Abteilungsleiter Safriansyah Yanwar Rosyadi erklärte das Dilemma:

Wir haben Millionen von Online-Inhalten gesperrt, aber es tauchen genauso schnell neue auf. Dies ist eine globale Herausforderung, die gemeinsames Handeln erfordert.

Seit Oktober letzten Jahres nahmen die indonesischen Behörden annähernd drei Millionen Websites mit illegalen Inhalten vom Netz. Trotz der vielen Netzsperren versorgen die kriminellen Akteure Indonesiens Spieler meist vom Ausland aus kontinuierlich mit neuen Angeboten.

Sperrungen von Konten und Sozialhilfe

Um dem illegalen Treiben Einhalt zu gebieten, greift der Staatsapparat zu harten Mitteln. So sperrte die Finanzaufsicht in diesem Jahr schon über 27.000 Konten, die im Zusammenhang mit Einzahlungen auf illegale Glücksspiel-Accounts in Indonesien stehen.

Die gesperrten Konten werden nicht konfisziert, weshalb die Besitzer nach eingehender Prüfung und Ermahnung wieder auf ihr dort geparktes Geld zurückgreifen können. Die Summe der Gelder, die wegen eines direkten Bezugs zum Glücksspiel beschlagnahmt werden, erscheinen im Vergleich zu den milliardenschweren Umsätzen gering: Bis 2025 wurden lediglich gut 56 Mio. USD auf diese Weise aus dem Verkehr gezogen.

Um die Bevölkerung vom Glücksspiel abzuhalten, werde teils noch zu drastischere Maßnahmen als Kontensperrungen angewandt. Ziel der Strategie sind finanzschwache Spieler, die besonders schnell Gefahr laufen, sich zu ruinieren.

Deshalb entschieden sich die Behörden dazu, gut 600.000 Personen die Sozialhilfe zu streichen. Betroffen davon waren diejenigen, die erwiesenermaßen online Geld verzockt hatten. Trotz dieser Maßnahmen scheint die Regierung weiterhin große Probleme zu haben, dass verbotene Spiel zu verhindern.