Verlorenes Vertrauen: 2/3 glauben an illegale NBA-Wettgeschäfte
Posted on: 10/11/2025, 09:58h.
Last updated on: 10/11/2025, 09:58h.
- Die NBA hat wegen irregulärer Wetten unter Fans viel Vertrauen verloren.
- Laut Umfragen glauben zwei Drittel an Wettgeschäfte durch Sportler und Offizielle.
- NCCA sperrt sechs Sportler wegen Manipulation auf unbegrenzte Zeit.
Die größte Basketballliga der Welt hat aufgrund der jüngsten Wettskandale ein gravierendes Image-Problem. Viele Fans haben das Vertrauen in die Integrität der NBA verloren und glauben an ein verbreitetes Auftreten von illegalen Wetten durch Sportler und Offizielle.

Einer wissenschaftlichen Studie der Quinnipiac University zufolge denkt ein großer Anteil der Befragten, dass die Sportler und Trainer direkt in die illegalen Wettgeschäfte verwickelt sind. Das wäre bereits bei der Abgabe von Tipps der Fall, denn derlei Wetten sind für US-Sportler tabu.
Demnach sind 29 % der Ansicht, dass Spieler zumindest ab und zu ihre eigene Performance beeinflussen. So würden sie bspw. durch verpasste Würfe oder vorgetäuschte Verletzungen das Spielgeschehen manipulieren, um illegale Wettgewinne zu ermöglichen.
Doch das scheint nur die Spitze des Eisbergs zu sein, denn eine Mehrheit der Fans geht von einem insgesamt nicht integren Verhalten im Basketball aus. In der Studie heißt es dazu:
66 Prozent glauben, dass NBA-Spieler und -Trainer gelegentlich (43 %) oder selten (23 %) in illegale Aktivitäten verwickelt sind, um Wetten auf NBA-Spiele zu beeinflussen.
Aufgrund dieser Ergebnisse sind zwei Drittel der befragten Fans der Meinung, dass die Entwicklung zu einem großen Problem für den Sport geworden ist. Mittlerweile ist sich fast die Hälfte von ihnen grundsätzlich nicht mehr sicher, dass es bei den NBA-Matches regulär und fair zugeht.
College-Verband bestraft weitere Spieler
Wie ernst die Probleme des US-Basketballs in Bezug auf irreguläre Wettgeschäfte sind, zeigte sich Ende vergangener Woche in der NCAA. Der Verband der College-Sportler sanktionierte sechs Basketballspieler aufgrund von möglicher Spielmanipulation. Die aus mehreren Regionen des Landes stammenden Sportler sollen durch ihr Verhalten dem Wettbetrug Vorschub geleistet haben, so die Verbandsoberen.
Dass das Misstrauen nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigt ebenfalls ein Ende Oktober in New York gestarteter Prozess. Dort begann ein groß angelegtes Verfahren wegen der Weitergabe von Insiderwissen und Wettbetrug. Im Stadtteil Brooklyn müssen sich vor gleich zwei Gerichten insgesamt 31 Personen der Anklage stellen. Zentrale Figur ist neben dem jüngst verhafteten Terry Rozier der ehemalige NBA-Profi und -Offizielle Damon Jones. In seiner Funktion als Assistenz-Coach bei den Los Angeles Lakers soll Jones umfassende interne Informationen über den Verletztenstand des Kaders weitergegeben haben. Mit dem Wissen sollen Betrüger hohe Summen gesetzt und gewonnen haben.
Mit dem Vorgehen sanktioniert die NCCA Vorfälle, die sich zwischen Dezember 2024 und Januar dieses Jahres ereignet haben sollen. Bei den Ermittlungen konnten die Offiziellen auf Textnachrichten zurückgreifen, in denen die Verdächtigen ihre Taten mit Komplizen absprachen.
Dabei wurden zum einen Manipulationen durch das Verhalten der Spieler selbst festgestellt. Zudem soll es auch hier zu der Weitergabe von Insiderwissen gekommen sein. Als Reaktion wurden die Athleten dauerhaft gesperrt.
Gut möglich, dass derlei Strafen künftig häufiger ausgesprochen werden. Ob dies ausreicht, das verschwundene Vertrauen zurückzugewinnen, wird sich allerdings erst noch erweisen müssen. Die Problematik scheint allerdings nicht nur auf die NBA beschränkt. Nun wurde bekannt, dass die Baseballliga MLB ebenfalls einen Betrugsverdacht gegen zwei Spieler hegt.
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