Illegales Glücks­spiel in Süd­afrika: Fast 2/3-Markt­an­teil

Posted on: 12/11/2025, 04:22h. 

Last updated on: 12/11/2025, 04:26h.

  • Laut Studie steht illegales Glücksspiel in Südafrika für 62 % der Umsätze.
  • Staat und lizenzierte Betreiber verlieren so alljährlich Milliarden.
  • 16 Millionen Einwohner sollen 2025 auf illegalen Plattformen gezockt haben.

Auch im äußersten Süden von Afrika grassiert das Spiel auf nicht lizenzierten Plattformen. Und das nicht zu knapp, denn laut einer neuen Studie ist illegales Glücksspiel in Südafrika mittlerweile für 62 % der Umsätze verantwortlich. Dem Staat und den lizenzierten Betreibern entgehen so Jahr für Jahr Milliardensummen.

Tafelberg, Kapstadt
Illegales Spiel boomt am Kap (Bild: Pixabay/Counselling)

Nach Angaben der Marktforscher von YieldSec betragen die Verluste alljährlich bis zu 50 Mrd. ZAR (2,5 Mrd. Euro). Die Analyse war von der Vereinigung der südafrikanischen Sportwetten-Anbieter (SABA) in Auftrag gegeben worden.

Die South African Bookmakers’ Association warnt, dass es sich um ein ebenso teures wie wachsendes Problem handele. Demnach zockten allein im vergangenen Jahr rund 16 Millionen Südafrikaner bei Anbietern, die dem Schwarzmarkt zuzurechnen seien. Der Verband forderte von den Behörden ein intensiveres Vorgehen gegen illegale Betreiber

Doch SABA-CEO Sean Coleman sieht bei der Bekämpfung der Bedrohung neben dem Staat auch die Finanzinstitute in der Pflicht. Coleman erklärte:

Südafrikanische Banken und Kreditkartenunternehmen fungieren als Vermittler zwischen den Bankkonten südafrikanischer Online-Glücksspieler und den Bankkonten ausländischer Betreiber von Glücksspiel-Websites. Ohne diese könnten die illegalen Glücksspieltransaktionen nicht stattfinden.

Inzwischen gibt es laut YieldSec über 2.000 illegale Online-Casino und -Buchmacher, die auf Spieler in Südafrika abzielen. Das immense Angebot sorgt dafür, dass 2024 rund 27 % der erwachsenen Bevölkerung zumindest einmal bei einem nicht lizenzierten Unternehmen Geld ausgab.

Netzsperren gefordert

Neben der Unterbindung von Finanztransaktionen geht es dem Verband um die Verdrängung der kriminellen Konkurrenz aus dem Land. Dafür wären Netzsperren ein Mittel der Wahl, so die SABA.

Die Sperren könnten zum einen durch die Blockade bestimmter URLs erreicht werden. Über das DNS-Blocking hinaus wäre Geoblocking ein geeignetes Tool, um die nicht lizenzierten Unternehmen vom Markt am Kap fernzuhalten. In dieser Hinsicht wären die Behörden gefragt.

Der Staat dürfte ein großes Interesse an der Beseitigung des Problems haben, schließlich bezahlen die Betreiber keinerlei Abgaben. Dies trifft zum einen auf die Mehrwertsteuer von 15 % zu. Darüber hinaus müssen Online-Anbieter eine Steuer von 6,5 % auf ihre Bruttospielerträge an das Finanzamt abführen. Auch davon sieht der Staat bei den Offshore-Casinos und -Buchmachern keinen Rand.

Online-Glücksspiel wird in Südafrika generell zu einem sozialen Problem. Ähnlich wie in Brasilien werden laut Schätzungen hohe Summen von Sozialleistungen für Glücksspielausgaben zweckentfremdet. Schätzungen zufolge ist dies bei etwa 20 % der Beträge der Fall.

Aus diesem Grund sollen weitere Einschränkungen folgen. So fordern Organisationen und Politiker eine Eindämmung der grassierenden Werbung. Auch die Einführung von Sperrregistern könnte dazu beitragen, soziale Schwache und Problemspieler vor zu hohen Verlusten zu schützen. Ob diese Maßnahmen kommen, hängt nun an den Behörden.