Unity-Parsec-Deal: Zukunft der Gaming-Branche nur noch im Homeoffice?

Veröffentlicht am: 15. August 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. August 2021, 01:02 Uhr.

Seit Beginn der Corona-Krise im Frühjahr 2020 arbeiten mehr Personen denn je im Homeoffice. In der Gaming-Branche könnte sich dieser Modus Operandi künftig dauerhaft etablieren. Die Weichen dafür stelle der US-Konzern Unity Technologies mit seiner gleichnamigen Spiel-Engine, berichteten Branchenmedien diese Woche. Das Unternehmen habe nun für 320 Mio. USD die PC-Fernsteuerungs-App Parsec erworben.

Person am Computer Tablet
Parsec-App soll Homeoffice für Spielentwickler erleichtern (Bild: Pixabay)

Parsec sei im Jahr 2016 gelauncht worden. Die App habe ursprünglich den Zweck gehabt, Gamern das Übertragen von hochauflösenden Spielen von dafür geeigneten Computern auf weniger fortschrittliche PC-Endgeräte zu ermöglichen.

Schnell hätten jedoch nicht nur Spieler, sondern auch Spielemacher die Software für sich entdeckt. Im Laufe des ersten Lockdowns 2020 hätten auch viele der Angestellten von Unity und Arbeiter der gesamten Games-Branche die Parsec-Software genutzt. Mit ihr hätten sie von weniger guten PCs zu Hause auf die normalerweise genutzten Firmen-PCs zugegriffen.

Die Spiel-Engine (oder Entwicklungsumgebung) Unity wurde im Jahr 2005 von dem Unternehmen Unity Technologies auf den Markt gebracht. Die Engine ist kompatibel mit Windows, Linux und macOS. Sie dient in erster Linie der Entwicklung von Computerspielen und anderen Anwendungen in 2D und 3D.

Parsec selbst habe auf den gestiegenen Bedarf reagiert und Features entworfen, von denen vor allem Entwickler profitieren sollten. Im Dezember letzten Jahres habe Investor Andreessen Horowitz dann 25 Mio. USD in das Unternehmen investiert. Damit hätten sich die Investments auf insgesamt 33 Mio. USD belaufen, berichtet das Magazin Tech Crunch [Seite auf Englisch].

Zugriff auf Top-Geräte über minderwertige Geräte

Nachdem der Wert des Unternehmens dank des enormen Erfolgs seit Beginn der Corona-Krise stark gestiegen ist, dürfen sich die Gründer von Parsec nun über die Kaufsumme von 320 Mio. USD in bar freuen. Wie der Vizepräsident von Unity, Marc Whitten, gegenüber dem Medium erklärt, dürfe sich die Investition lohnen.

Seiner Meinung nach werde das Homeoffice auch in Zukunft einen festen Platz in der Arbeitswelt haben, insbesondere in digitalen Branchen.

Sie werden in Gruppen arbeiten, die überall verstreut sind, oder sie werden in einer Hybrid-Umgebung arbeiten, mal im Büro und mal von zu Hause aus. Ich denke, das wird bedeuten, dass Entwickler von jedem Gerät, wo auch immer sie sich befinden, Zugang zu qualitativen Technologien benötigen. Und Parsec ist ein hervorragendes Beispiel eines Unternehmens, das genau für diesen Bereich tiefgreifende Innovation hervorgebracht hat.

Für Unity selbst böten sich durch den Kauf von Parsec ebenfalls neue Möglichkeiten. Das Unternehmen sehe seine Zukunft mehr im Bereich der Cloud-Technologie, erklärt Whitten. Parsec biete dafür die ideale Grundlage.