Die finnische Rundfunkanstalt YLE berichtete am Dienstag dieser Woche, dass im vergangenen Jahr ein in Malta lizenziertes Online Casino von einem Teenager aus der finnischen Gemeinde Forssa um 250.000 Euro betrogen worden sei.

Teenager betrog Online Casino

Technisch begabter Teenager aus Finnland betrog Online Casino um 250.000 Euro. (Bildquelle: fortune.com)

Das Casino, das dem Betrug zum Opfer fiel, wollte nicht genannt werden. Die Eltern sollen an seinem unrechtmäßig erworbenen Gewinn beteiligt gewesen sein.

Vor zwei Tagen begann die Gerichtsverhandlung in Häme. Dem Teenager wurde schwerer Betrug vorgeworfen, der mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 20 Monaten Haft geahndet werden kann.

Wie dieser Betrug funktionieren konnte 

Der junge Mann, der aktuell das 18. Lebensjahr vollendet haben soll, soll eine Lücke in der Software des betreffenden Online Casinos entdeckt haben. Daraufhin soll er sich als Kunde unter Angabe eines falschen Geburtsdatums registriert haben.

Er nutzte diesen Softwarefehler weiterhin, um große Mengen an Bargeld zu transferieren. Dem Bericht der Rundfunkanstalt zufolge soll das Online Casino den Kunden die Option geboten haben, ausstehende Auszahlungsanfragen wieder zu stornieren, um eine andere Option für Auszahlungen zu verwenden, zum Beispiel um das Geld anstatt auf das Bankkonto auf eine eWallet zu überweisen.

Der technisch versierte Teenager soll in nur einem Monat zahlreiche Auszahlungsanfragen von Kunden storniert haben. Anschließend sei es ihm gelungen, diese Beträge auf die eigenen eWallets zu transferieren.

Auf diese Weise soll er das Online Casino um insgesamt 250.000 Euro betrogen haben. Ein Mitarbeiter des Glücksspielanbieters erkannte schließlich im Juli 2017 den Diebstahl.

Die Eltern werden als Komplizen beschuldigt

Geldwäsche

Eltern der Geldwäsche beschuldigt. (Bildquelle: geld-welten.de)

Die Eltern des Jugendlichen sollen ebenfalls involviert gewesen sein und müssen nun auch einem Strafverfahren entgegensehen, denn ein Teil des gestohlenen Geldes konnte bis auf ihre eigenen Bankkonten zurückverfolgt werden.

Auf das Konto des Vaters sollen laut Gerichtsakten 14.000 Euro eingegangen sein, das Konto der Mutter enthielt 2.300 Euro des unrechtmäßig erworbenen Geldes.

Die Anklage stellt ebenfalls die Behauptung auf, dass die Mutter ein Motorrad im Wert von 5.000 Euro besitze, das von dem entwendeten Geld erworben sein soll.

Dem Jugendlichen droht eine Haftstrafe

Der junge Finne könnte für seinen Betrug eine Haftstrafe von bis zu 20 Monaten bekommen. Ihm wird schwerer Betrug vorgeworfen. Der Staatsanwalt forderte am Montag eine fünfmonatige Bewährungsstrafe für seinen Vater und eine mildere Bewährungsstrafe für seine Mutter.

Das mit dem Fall beauftragte Bezirksgericht werde voraussichtlich am 3. September sein Urteil verkünden, berichtete Yle [Seite auf Finnisch] am Dienstag.

Betrug wurde durch neues Glücksspielregulierungssystem in Malta bekannt

Glücksspielkommission Malta Logo

Verschärfte Kontrollen durch die maltesische Glücksspielkommission (MAG). (Bildquelle: medium.com)

Die Nachrichten über die in der IT-Technik bewanderte finnische Familie wurden publik, nachdem die Glücksspielkommission in Malta [Seite auf Englisch] ihr System angeglichen hatte.

Das neue maltesische Glücksspielgesetz trat am 1. August in Kraft und führte einige wichtige Reformen ein. Diese beinhalten unter anderem die Vorgehensweise bei der Lizenzierung der Glücksspielanbieter.

Malta war eines der ersten europäischen Territorien für die Regulierung des Online-Glücksspiels. Der erste maltesische Lizenznehmer bot bereits im Jahr 2000 Online-Wetten an.

In den ersten Jahren hatte die maltesische Glücksspielkommission (MAG) den Ruf, die Regulierung und Überwachung ihrer Lizenznehmer zu lax zu behandeln. Dies hat sich aber in letzter Zeit erheblich verschärft.

Die MGA ist verantwortlich für die Steuerung aller Glücksspielaktivitäten, die auf der Insel stattfinden, und überwacht mehr als 50 Unternehmen, die derzeit eine Lizenz besitzen. Dazu gehören Softwareentwickler sowie Betreiber von Online Casinos und Remote iGaming.

Das neue Glücksspielgesetz soll dafür Sorge tragen, dass das Lizenzsystem vereinfacht wird. Das alte Multi-Lizenz-Modell wird nun durch nur zwei Lizenzen ersetzt.

Darüber hinaus soll gewährleistet werden, dass Geldwäsche und andere illegale Aktivitäten, die mit der Glücksspielbranche in Verbindung stehen, effizient bekämpft werden.

Dies soll durch die Einführung strengerer Kontrollen sowie größerer Befugnisse der maltesischen Glücksspielkommission bei der Überwachung und Sanktionierung derartiger Verstöße erreicht werden.